Packliste Wanderurlaub: Mit der richtigen Ausrüstung bestens gewappnet

Wandertouren zählen zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten. Um sie genießen zu können, sollten Sie unterwegs gut ausgestattet sein.

Ganz gleich ob nah oder fern – Wandertouren zählen noch immer zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten der Deutschen. Vom Tagesausflug in die Lüneburger Heide bis hin zur Fernwanderung entlang des schottischen West Highland Way tun sich den Möglichkeiten kaum Grenzen auf. Doch selbst die malerischsten Landstriche können unvorbereiteten Wanderern schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Um zu vermeiden, dass Ihr Urlaub zum Horrortrip wird, sollten Sie also stets die richtige Ausrüstung mit sich führen. Wir zeigen Ihnen, was es hierfür zu beachten gilt.

Was muss mit dabei sein? Worauf sollten Sie achten?

Zu einer rundum guten Wanderausstattung gehört vieles dazu – grundlegende Elemente wie robustes Schuhwerk, ein praktischer Wanderrucksack und geeignete Kleidung ebenso wie ein Erste-Hilfe-Set und andere gern übersehene Details. Besonders auf mehrtägigen Touren kann es bei unvollständiger Ausrüstung rasch zu Engpässen kommen.


Dennoch sollten Sie gerade als Wandersport-Neuling nicht vorschnell zu teuren Trekking-Stiefeln oder einem Markenrucksack mit umfangreichen Zusatzfeatures greifen. Denn bevor Sie spezialisierte Ausrüstung erwerben, sollten Sie sich sicher sein, dass diese auch Ihren persönlichen Ansprüchen gerecht wird. Gerade mehrtägige Rucksackwanderungen in unwegsamem Gelände empfehlen sich nicht ohne ein Mindestmaß an Vorerfahrung und Konditionstraining – hier ist es sinnvoll, vorbereitend einige Probewanderungen in kleinerem Rahmen zu unternehmen. Gerade für solche kleineren Tagestouren sind weniger spezialisierte Kleidung und ein minimaler Ausrüstungsumfang häufig weniger problematisch und stärken ein Gefühl dafür, woran es Ihnen für längere Ausflüge noch mangelt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Behalten Sie das Gewicht Ihrer Ausrüstung im Auge - je leichter, desto besser.
  • Funktionskleidung & Wanderschuhe sollten mit Blick auf die Dauer und das Terrain der Wanderstrecke ausgewählt werden.
  • Wenn Sie mit Zelt wandern, sollte dieses leicht und unbedingt wasserdicht sein.
  • Für Wanderstöcke muss sich Niemand schämen - sie können sehr praktisch sein!
  • Bereiten Sie sich auf Notfälle und Engpässe vor - Erste-Hilfe-Set, analoge Karten und Zweithandys sind nie verkehrt.
  • Nehmen Sie genügend Trinkwasser mit!

Für Ihren Überblick haben wir die Kernbestandteile einer Packliste zusammengestellt:

  • Ein guter Wanderschuh ist bekanntermaßen das A und O für eine erfolgreiche Wanderung. Doch es gibt wichtige Unterschiede zu beachten – nicht jeder Schuh eignet sich für jedes Terrain. Die falsche Wahl kann gerade bei längeren Touren körperliche Beschwerden bis hin zu Verletzungen zur Folge haben. Unterschieden wird im Allgemeinen zwischen Hikingschuhen (für einfache Tageswanderungen), Trekkingschuhen (für mehrtägige Touren mit Gepäck) und Bergschuhen (für Bergsteigen und alpine Regionen). Ihre Auswahl sollte also an die Ziele Ihres Wanderurlaubs angepasst sein. Achten Sie darauf, den Schuh vor dem Kauf anzuprobieren und laufen Sie ihn idealerweise zunächst auf kleineren Touren ein. So vermeiden Sie böse Überraschungen im Nachhinein. Ebenfalls sehr wichtig, um den Schuh mit der Dämpfung des Fußes zu unterstützen: Spezielle Wandersocken beugen Blasen und wunden Stellen vor.

  • Die passende Wanderbekleidung kann sich je nach Jahreszeit, Klima und Wettererwartung maßgeblich unterscheiden – eine grundsätzliche Faustregel gibt es hier also nicht. Gerade für die Kleidungswahl in kälteren bzw. alpinen Regionen gibt es jedoch einiges zu beachten: Hier empfiehlt sich häufig das Kombinieren von verschiedenen Schichten spezialisierter Outdoor-Kleidung nach dem sogenannten Zwiebelschalenprinzip. Wetterabweisende, wärmende Funktionsjacken und atmungsaktive Funktionsunterwäsche sind ausschlaggebend, um Sie für jede Witterung zu wappnen. Bei den Wanderhosen gibt es neben langen Modellen auch Zip-Offs und Shorts für sommerlich-sonnige Unternehmungen. Ebenso wie bei den Schuhen gilt: Unbedingt vorher anprobieren! Zu enge oder weite Wanderbekleidung kann unangenehme Folgen mit sich bringen.
  • Ebenfalls gründlich anprobiert und an die Bedürfnisse Ihrer Wanderung angepasst will der Rucksack sein. Auch bei kurzen Tagestouren sollte er nicht fehlen. Universell wichtig ist hier vor allem das Tragesystem: Es sollte nicht nur bequem gepolstert und gut verstellbar sein, sondern auch die Last des Gepäcks gleichmäßig auf Schultern und Hüfte verteilen. Ein häufig übersehener Faktor ist außerdem die Rückenlänge, die sich mittlerweile jedoch bei vielen Rucksäcken individuell verstellen lässt. Wanderrucksäcke werden überwiegend nach Volumen und Tragekapazität klassifiziert – man unterscheidet hier zwischen Tagesrucksäcken (15-30l Volumen, für Tagestouren oder Alltagszwecke), Tourenrucksäcken (30-50l Volumen, für mehrtägige Touren und Hüttenwanderungen) und Trekkingrucksäcken (über 50L Volumen, für große Touren inkl. Zelt).

  • Zelte sind für gewöhnlich nur auf längeren Trekkingtouren mit im Gepäck. Leichtigkeit, unkomplizierter Aufbau und ein geringes Packmaß sind für diesen Zweck ausschlaggebend – worauf Sie jedoch besonders achten sollten, ist die Wasserdichtigkeit des Zeltes (Genauere Informationen zu Wasserdichtigkeit und Wassersäule finden Sie in unserem Zelt-Ratgeber). Für Touren durch besonders stürmische Gegenden sollten Sie sich vor dem Kauf eines Zeltes außerdem über seine Windbeständigkeit informieren. Bei der Größe kann es auch lohnend sein, sich nach oben zu orientieren – ein eigentliches 3-Personen-Zelt kann sich auch für nur zwei Personen rentieren, wenn Ihnen eine größere Liegefläche und mehr persönlicher Spielraum im Inneren wichtig ist.
  • Zusätzlich zum Zelt sollten auch Schlafsack & Isomatte nicht fehlen, wenn Sie im Freien übernachten. Beides wird in Fachmagazinen häufig direkt in Kombination getestet. Schlafsäcke gibt es in verschiedensten Formen zu erwerben – abwägen müssen Sie hier vor allem, ob Sie ein Modell mit Daunen- (besonders leicht, kompakt packbar und bequem) oder Kunstfaserfüllung (besonders langlebig, Feuchtigkeitsbeständig & häufig kostengünstiger) bevorzugen. Wichtig zu beachten: Die drei angegebenen Temperaturbereiche eines Schlafsacks – Komfort (angenehme Schlaftemperatur für eine durchschnittliche Frau), Limit (angenehme Schlaftemperatur für einen durchschnittlichen Mann) und Extrem (Überlebensbereich bei starken Minusgraden). Bei den Isomatten muss die Auswahl zwischen unkompliziertem Schaumstoff und dem höheren Liegekomfort aufblasbarer Luftmatratzen getroffen werden. Die Isolation gegen schmerzhaften Untergrund ist bei letzteren häufig höher. Schlafsack und Matte sollten im Idealfall so zusammenpassen, dass sie beim Liegen nicht zu sehr aufeinander verrutschen.

Scheuen Sie sich nicht davor, Wanderstöcke zu benutzen - sie können eine große Hilfe sein.

  • Wanderstöcke? Braucht es die nicht bloß für alte und übergewichtige Menschen? Weit gefehlt. Zwar sind Stöcke vor allem bei Gelenkproblemen ein Segen, doch sollten Sie sich nicht vom Ehrgeiz blenden lassen – gerade in anspruchsvollem Gelände können sie ein äußerst nützliches und entlastendes Hilfsmittel sein. Ein Muss sind sie jedoch definitiv nicht, und besonders bei einfachen Tageswanderungen und Touren durch ebenes Gelände können Sie getrost auf diese Ergänzung verzichten. Wenn Sie sich die Option jedoch offenhalten wollen, ohne sich mit sperrigen Wanderstöcken herumzuärgern, sollten Sie sich für Falt- oder Teleskopstöcke entscheiden. Diese lassen sich jederzeit kompakt am Rucksack verstauen.
  • Einer oder mehrere Reiseführer der Zielregion sollten gerade bei Wanderungen im Ausland niemals fehlen – nicht nur um keine Attraktionen zu verpassen, sondern auch um bestens über regionale Besonderheiten und Wetterbedingungen informiert zu sein.
  • So trivial es auch klingen mag: Ein geladenes Handy kann auf Wanderausflügen lebensrettend sein. Häufig verunglücken Wanderer fernab der nächstgelegenen Ortschaften. Gerade bei längeren Touren kann es sich deshalb sogar lohnen, ein zusätzliches Notfall-Handy mit essenziellen Kontakten parat zu haben. In alpinen Regionen sollten Sie sich unbedingt über die Notruf-Hotline des lokalen Bergrettungsdienstes informieren. Weniger kritisch, aber zweifellos nützlich: Apps zur Wettervorhersage lassen sich problemlos aufs Handy laden und können während langen Aufenthalten im Freien bei ausreichendem Empfang gut als Vorwarnsystem fungieren. Pro-Tipp: Wenn Sie mit besonders gelände- oder witterungsintensiven Etappen planen, könnte ein sogenanntes Outdoor-Smartphone durchaus einen Blick wert sein. Diese spezialisierten Handys zeichnen sich häufig durch Wasserdichtigkeit und lange Akkulaufzeiten aus, sind für durchschnittliche Gelegenheitswanderer allerdings eine eher überflüssige Investition.

Analoges Kartenmaterial parat zu haben erweist sich nach wie vor als sehr nützlich.

  • Praktisch, aber kein Muss: Auch GPS-Funktionen lassen sich heutzutage problemlos App-basiert via Smartphone nutzen – mehr dazu können Sie bei Optimierungsbedarf in unserem Ratgeber zu den besten GPS-Smartphones nachlesen. Spezialisierte Navigationsgeräte befinden sich eher im Rückgang, erfreuen sich bei vielen Outdoor-Enthusiasten aber nach wie vor höchster Beliebtheit. Allerdings sollten Sie sich nicht allein auf digitale Navigation verlassen: Nicht nur ist der Empfang in abgelegenen Gegenden häufig Glückssache, auch das vorliegende Kartenmaterial wartet abseits ausgeschilderter Wege nicht immer mit Detailgenauigkeit auf. Analoges Kartenmaterial ist also definitiv noch immer eine Investition wert. Auch ein klassischer Kompass kann auf längeren Touren nicht schaden und nimmt für gewöhnlich wenig Platz im Rucksack weg.

Für Ganztagestouren sind 2L Trinkwasser das Minimum!

  • Ausreichend Trinkwasser sollte auf keiner Wanderung fehlen. Für eine ganztägige Wanderung sollten Sie mindestens zwei Liter Wasser mit sich führen, um den Tagesbedarf abzudecken. Stilles Mineralwasser eignet sich hierfür am besten. Ob Sie hierfür separate Trinkflaschen oder einen Rucksack mit integriertem Trinksystem bevorzugen, bleibt der persönlichen Präferenz überlassen. Pro-Tipp: Wenn Sie eine isolierte Trekkingtour durch freie Wildbahn planen, sollten Entkeimungsmittel oder Filter zur Reinigung natürlicher Wasservorkommen nicht fehlen.
  • Häufig vernachlässigt wird auf Wanderungen der medizinische Bedarf – dabei kann ein Erste-Hilfe-Set im Fall eines Unglücks von unschätzbarem Wert sein. Auch das Zusammenstellen einer Reiseapotheke kann sinnvoll sein, und besonders bei Reisen ins Ausland sollten Sie außerdem Ihren Impfpass nicht vergessen. Wesentlich mundaner, aber in Ihrem Rucksack genauso gut aufgehoben: Blasen- & Druckstellenpflaster sind ein Segen für jeden Wanderer.

Denken Sie an Blasenpflaster - besonders bei langfristigen Touren!

  • Ein Camping-Kocher und passendes Campinggeschirr sind für Hüttenwanderungen und Trekkingtouren mit Selbstversorgung praktisch ein Muss. Gaskocher glänzen hier durch ihre unkomplizierte und wartungsarme Handhabung, versagen bei Minusgraden allerdings rasch den Dienst – hierfür ist etwa ein Benzinkocher geeigneter, der allerdings häufiger gesäubert werden muss und weit mehr Gewicht auf die Waage bringt.

Die Liste der für Ihren Wanderurlaub nützlichen Gegenstände ist lang und je nach Ausrichtung beliebig erweiterbar. Zu weiteren Elementen einer vollständigen Packliste können klassische Utensilien wie Taschenmesser, Stirnlampe und Feuerzeug ebenso gehören wie eine Schneebrille und Lippencreme zum Schutz gegen die Sonne auf extremen Bergwanderungen. Ihren persönlichen Anforderungen sind hier keine Grenzen gesetzt – Sie sollten jedoch stets das Nötige abwägen. Ein zu voll gepackter Rucksack kann den Spaß am Wandern ebenso schnell ruinieren wie einer, dem im entscheidenden Augenblick ein nützliches Utensil fehlt.