Das Wichtigste auf einen Blick:
- Hebt das schwache Ausgangssignal des Plattenspielers auf Linienpegel an
- Pflicht für Vollverstärker ohne dedizierten Phono-Eingang
- Bietet meist deutlich bessere Klangqualität als eine interne Phono-Stufe
- Unterstützt MM-, MC- oder beide Tonabnehmer-Systeme
- Verstärkung, Entzerrung, Lastwiderstand und Kapazität individuell einstellbar
Wer einen Plattenspieler besitzt, aber keinen Verstärker mit phono-kompatiblem Eingang, benötigt zwingend einen Phono-Vorverstärker. Auch viele Vinyl-Liebhaber entscheiden sich für ein externes Gerät, selbst wenn ein Phono-Eingang vorhanden ist, denn die integrierten Vorverstärker sind oft von eher einfacher Qualität. Einfache Modelle sind bereits zu kleinen Preisen erhältlich, während High-End-Geräte mehrere tausend Euro kosten können. Doch worauf kommt es beim Kauf an?
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B setzt auf zwei E88CC-Doppeltrioden in der Ausgangsstufe – geschützt von Metallringen und mit Cool Dampern zur Wärmeableitung. (Bildquelle: amazon.de)
Ausgangspegel und Frequenzbereich von Phono-Vorverstärkern
Da Plattenspieler vergleichsweise geringe Ausgangsspannungen liefern, lässt sich ihr Signal nur mit einem zwischengeschalteten Phono-Vorverstärker an die Hochpegel-Eingänge (CD, Tuner, Tape, Aux) von Verstärkern, HiFi-Receivern oder Soundkarten anschließen. Der sogenannte Entzerrvorverstärker verstärkt die Signalpegel von MM- (Moving Magnet) und MC-Systemen (Moving Coil) um das 100- (MM) beziehungsweise bis zu 400-fache (MC), sodass die Lautstärke auf einen vergleichbaren Wert zu anderen Wiedergabegeräten angehoben wird. Gleichzeitig korrigiert der Vorverstärker den Frequenzgang, der durch die RIAA-Entzerrung bei der Plattenaufnahme verändert wurde (mit abgesenkten Bässen und angehobenen Höhen). Manche Vorverstärker sind speziell für MM- oder MC-Systeme ausgelegt, andere bieten Umschaltmöglichkeiten für beide Tonabnehmerarten.Interner oder externer Phono-Vorverstärker – was ist sinnvoll?
Ein separater Phono-Vorverstärker ist nicht in jedem Fall notwendig: Viele moderne Plattenspieler – vor allem im Einstiegs- und Mittelpreissegment – besitzen bereits eingebaute Vorverstärker und können daher direkt an Hochpegel-Eingänge angeschlossen werden. Auch zahlreiche aktuelle HiFi-Verstärker und AV-Receiver bringen wieder Phono-Eingänge mit. Wer jedoch den bestmöglichen Klang erzielen möchte, setzt auf ein externes Gerät, da interne Lösungen häufig Kompromisse bei der Bauteilqualität und Abschirmung eingehen müssen. Wichtig: Verfügt der Plattenspieler über einen eingebauten Vorverstärker, muss dieser unbedingt deaktiviert werden, bevor ein externer Phono-Preamp angeschlossen wird – falls das Gerät diese Möglichkeit bietet.
Der Vincent PHO-300 kommt im Doppelpack: Vorverstärker und externes Netzteil sind in zwei separaten Aluminium-Gehäusen untergebracht. (Bildquelle: amazon.de)






