Das Wichtigste auf einen Blick:
- Mainboard-Lösungen inzwischen hochwertig
- Soundkarten werden zum Nischenprodukt
- viele zusätzliche Features
Seit Realtek die Soundchips für Mainboards deutlich verbessert hat, sind es heutzutage hauptsächlich drei Gruppen, die noch separate Soundkarten kaufen: Musiker, Audiophile und Gamer. Welche Vorzüge dedizierte Soundkarten heute bieten, erklärt der folgende Artikel.
Welche Vorteile bieten Soundkarten im Vergleich zu Onboard-Soundchips?
Mittlerweile sind die Onboard-Soundchips zu echten Kraftpaketen geworden, die mühelos acht Kanäle (7.1) in hochwertiger HD-Qualität verarbeiten können und für die meisten PC-Anwender völlig ausreichen. Für die Mehrheit gibt es kaum noch einen Grund, eine dedizierte Soundkarte zu nutzen, zumal viele Mainboards inzwischen auch digitale Audioeingänge und -ausgänge sowie auf manchen High-End-Platinen sogar eigene ESS-Sabre-DAC-Chips bieten.
Klangliebhaber und Musikproduzenten bevorzugen meist die Produkte von Creative. (Bildquelle: amazon.de)
Dedizierte Soundkarten punkten jedoch nicht nur mit Klangqualität. Im mittleren bis höheren Preissegment sind Zusatzfeatures wie integrierte Kopfhörerverstärker, EMI-Schutzgehäuse oder austauschbare Operationsverstärker (Op-Amps) mittlerweile Standard. Auch beim virtuellen Surround-Sound können dedizierte Karten überzeugen: Sie bieten meist eine größere Anzahl virtueller Kanäle, die sich individuell per Software justieren lassen. Das Ergebnis ist oft ein überzeugender Raumklang mit präziser Quellenlokalisierung, selbst ohne teure Surround-Anlage, beispielsweise bei Filmen und Spielen.
Wie gestaltet sich der aktuelle Soundkarten-Markt?
Wer seinen PC mit einer leistungsfähigen Soundkarte ausstatten möchte, kann zwischen internen Modellen für PCI-Express oder externen Varianten für USB wählen. Dabei hat sich die Gewichtung klar verschoben: Interne PCIe-Soundkarten leiden im geschlossenen PC-Gehäuse unter elektromagnetischen Einstreuungen anderer Komponenten, was die Klangqualität beeinträchtigen kann. Viele Experten empfehlen daher heute eine externe Lösung per USB, die dieses Problem umgeht und gleichzeitig flexibel zwischen PC, Laptop und Konsole einsetzbar ist.Über viele Jahre hinweg hat Creative den Markt dominiert und tut dies bis heute mit seiner Sound-Blaster-Serie. Neben Creative positioniert sich Asus mit der Xonar-Reihe im internen Segment. Im externen Bereich hat sich das Angebot stark erweitert: Neben klassischen Gaming-Soundkarten (etwa Creative Sound Blaster G-Serie oder EPOS GSX) sind auch kompakte USB-DAC/Kopfhörerverstärker von Herstellern wie FiiO, Topping, SMSL oder iFi Audio populär geworden – insbesondere für Audiophile und Nutzer hochwertiger Kopfhörer. High-End-interne Karten gleichen den Mobilitätsvorteil externer Geräte oftmals durch mitgelieferte externe Zusatzmodule aus, an die verschiedene Audiogeräte angeschlossen werden können.
Wie werden Soundkarten in Tests beurteilt?
In den heutzutage seltener werdenden Testberichten steht meist die Tonqualität im Mittelpunkt. Gemessen werden vor allem der Frequenzgang – also wie gleichmäßig und unverfälscht der Klang wiedergegeben wird – sowie Rauschabstand und Klirrfaktor. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Preis-Leistungs-Verhältnis, da viele Kunden faire Preise schätzen und nur wenige bereit sind, mehrere hundert Euro in eine Soundkarte zu investieren. Bei Gaming-orientierten Modellen fließen zudem die Qualität der Surround-Virtualisierung und Funktionen wie automatische Geräuschunterdrückung im Mikrofon in die Bewertung ein.Welche Anschlüsse sollte eine Soundkarte mitbringen?
Neben der Qualität der verbauten Audiochips spielt die Konnektivität eine maßgebliche Rolle. Analogkarten verwenden in der Regel farblich kodierte Buchsen, die bei fast allen Herstellern folgender Norm entsprechen:| Farbe | Funktion | |
| rosa | Mikrofoneingang (mono) | |
| blau | Line-In / AUX-Eingang (Stereo) | |
| grün | Line-Out / Kopfhörer- oder Frontlautsprecher-Ausgang (Stereo) | |
| schwarz | Rear-Lautsprecher-Ausgang (Stereo) | |
| silber | Seitenlautsprecher-Ausgang (Stereo) | |
| orange | Ausgang für Center- und Subwoofer-Lautsprecher |
Digitale Soundkarten verfügen über optische und koaxiale Ein- und Ausgänge (S/P-DIF oder AES/EBU). Externe USB-Soundkarten und -DACs verbinden sich heute per USB-A oder USB-C mit dem PC und bieten häufig umfangreichere Anschlussmöglichkeiten als interne Steckkarten – darunter symmetrische XLR/Klinke-Kombi-Buchsen, die besonders für Musiker und Podcaster interessant sind.


























