Stärken
Schwächen
Erprobter Allrounder in der 125er-Kategorie:
Die Honda CB125R
(Bildquelle: honda.de)
Worauf kommt es bei 125er-Motorrädern besonders an?
Für Leichtkrafträder – so lautet die offizielle Bezeichnung – mit einem Hubraum von mindestens 50 und höchstens 125 ccm sowie einer Motorleistung von bis zu 11 kW (15 PS) bestehen verschiedene Optionen für den Führerschein. Zum einen gibt es die Führerscheinklasse A1, die man bereits mit 16 Jahren erwerben kann. Die theoretische Prüfung kann sogar bis zu drei Monate, die praktische bis zu einem Monat vor dem 16. Geburtstag abgelegt werden. Zudem darf man 125er auch fahren, wenn man einen Führerschein der früheren Klassen 2, 3 oder 4 besitzt und diesen vor dem 1. April 1980 erworben hat. Seit 1. Januar 2020 besteht außerdem für Inhaber des aktuellen Autoführerscheins der Klasse B die Möglichkeit, nach einer Schulung die Schlüsselzahl 196 in den Führerschein eintragen zu lassen (bekannt als B196). Das gilt allerdings nur, wenn man mindestens 25 Jahre alt ist und den Klasse-B-Führerschein seit mindestens fünf Jahren besitzt. Wichtig: Die B196-Berechtigung gilt ausschließlich in Deutschland und wird im Ausland nicht anerkannt. Wer später auf größere Motorradklassen (A2 oder A) aufsteigen möchte, muss dafür zwingend den Weg über den A1-Führerschein gehen – B196 ermöglicht diesen Aufstieg nicht.Kompliziert? Hier nochmal kurz zusammengefasst:
Motorräder mit bis zu 125 ccm Hubraum und einer Leistung von maximal 11 kW (15 PS) dürfen gefahren werden mit:
| Fahrerlaubnis / Führerschein-Klasse | Voraussetzungen | Inhalte |
|---|---|---|
| Klasse A1 | Mindestalter: 16 Jahre | Vollständiger Führerschein mit theoretischer und praktischer Prüfung; ermöglicht späteren Aufstieg zu A2 und A |
| Klasse B mit Schlüsselzahl 196 (B196) | Mindestalter: 25 Jahre Mindestens 5 Jahre Führerschein der Klasse B | 4 x 90 Minuten Theorieunterricht 5 x 90 Minuten Praxisunterricht Keine Prüfungen Gilt nur in Deutschland; kein Aufstieg zu A2/A möglich |
| Alte Führerscheine Klasse 2, 3 oder 4 sowie entsprechende DDR-Führerscheine | Erworben vor dem 01.04.1980 | Keine weiteren Bedingungen (Zur Vermeidung von Problemen bei Kontrollen ist es allerdings ratsam, alte Führerscheine umschreiben oder durch neue ersetzen zu lassen.) |
Was spricht mehr an: 125er-Motorrad oder 125er-Roller?
Ein pauschales Urteil, welches besser ist, lässt sich kaum fällen. Es hängt sehr stark von den individuellen Vorlieben und dem Einsatzzweck ab. Motorräder ermöglichen im Vergleich zu Rollern meist eine deutlich sportlichere Fahrweise, auch wenn sich die Höchstgeschwindigkeiten oft kaum unterscheiden. Sie genießen zudem einen gewissen Coolness-Faktor. Roller sind hingegen meist einfacher zu bedienen. Auch wenn 125er-Motorräder schon als Einstieg gelten, sind sie in der Regel schwieriger zu beherrschen, da sie fast alle mit manuellen Schaltgetrieben ausgestattet sind – was besonders im Stadtverkehr herausfordernd sein kann – im Gegensatz zu 125er-Rollern mit Automatik. Andererseits bieten Motorräder oft deutlich mehr Fahrspaß auf Landstraßen. Dafür benötigen sie meist auch speziellere Motorradschutzkleidung, da man bei ihnen viel mehr der Witterung ausgesetzt ist als bei Motorrollern. Zudem verfügen 125er-Motorräder in der Regel über keinen Stauraum, wodurch der Motorradhelm oder kleine Einkäufe nicht verstaut werden können.
Harley-Design trifft auf 125 ccm:
Leonart Daytona 125
(Bildquelle: leonartmotors.com)
Welche Typen von 125er-Motorrädern gibt es?
Grundsätzlich sind nahezu alle bekannten Motorrad-Bauarten – mit Ausnahme von schweren Choppern und Tourern – auch als 125er erhältlich. Häufig finden sich Vertreter als Naked Bikes, Café Racer, Enduros, Supermotos oder Supersportler. Populäre Modelle für 2025/2026 sind etwa die Yamaha MT-125 (meistverkauftes 125er-Motorrad in Deutschland), die KTM 125 Duke, die Honda CB125R, die Aprilia SX 125 sowie die Husqvarna Svartpilen 125. Gelegentlich gibt es auch ungewöhnliche Nachbauten, wie etwa die Daytona 125 im Harley-Stil von Leonart Motorcycles aus Spanien oder Cruiser im V2-Look wie die Hyosung GV 125.Elektro-125er: Ein wachsendes Segment
Immer mehr Hersteller bringen elektrische Leichtkrafträder auf den Markt, die mit dem A1- oder B196-Führerschein gefahren werden dürfen. Etablierte und neue Anbieter sind u. a. Kawasaki (Ninja e-1), NIU (RQi Sport), Stark (Varg EX Enduro), Zero Motorcycles sowie die neue Submarke Flying Flea von Royal Enfield. Für 2026 angekündigt ist außerdem Hondas erstes Serien-Elektromotorrad WN7 in einer A1-kompatiblen Variante mit einer Reichweite von über 130 km. Elektro-125er punkten mit wartungsarmem Antrieb (kein Schalten, kein Motoröl), niedrigen laufenden Kosten und städtischer Alltagstauglichkeit – sind aber oft teurer in der Anschaffung und abhängig von Ladeinfrastruktur und Reichweite.Existieren Vergleichstests für Leichtkrafträder mit 125 ccm?
Supermoto in der 125er-Klasse:
Aprilia SX 125
(Bildquelle: aprilia.com)
Obwohl 125er-Bikes gelegentlich von Fachmagazinen geprüft werden, gibt es kaum umfassende Vergleichstests in der Viertelliter-Kategorie. Wahrscheinlich liegt das daran, dass sie im Motorradmarkt eine geringere Rolle spielen als Modelle mit höherem Hubraum und mehr Leistung. Darüber hinaus gestaltet sich die Bewertung schwierig, weil einerseits die Leistungsunterschiede gering sind, andererseits aber auch die Geschmäcker und Vorlieben stark variieren. Deshalb finden sich meist Einzeltests, die sich auf bekannte und etablierte Motorradmarken konzentrieren. Marktführer im Segment sind laut Neuzulassungsstatistik 2025 Yamaha (ca. 21 % Marktanteil), Honda (ca. 18 %) und Aprilia (ca. 11 %).
![Yamaha YZF-R125 (11 kW) [08] Testsieger Yamaha YZF-R125 (11 kW) [08] Testsieger](/imgs/p_imgs_100/134/134032.jpg)


