Stärken
Schwächen
Portable Recorder sind erstaunlich vielseitig: Die handlichen Geräte eignen sich für Bandproben und Konzertmitschnitte, für Field-Recordings, Diktate und Interviews – und viele Modelle taugen sogar für hochauflösende Instrument- und Gesangsaufnahmen in Studioqualität. Wer den richtigen Begleiter sucht, sollte auf die Mikrofonanordnung, Schnittstellen, Aufnahmeformate, Speichermedien und Zusatzfunktionen achten.
Tascam Portacapture X8: Bis zu acht Spuren gleichzeitig, zwei abnehmbare Kondensatormikrofone in AB- oder XY-Anordnung und sechs vorkonfigurierte Aufnahmemodi – ein Profi-Recorder für viele Einsatzzwecke. (Bildquelle: amazon.de)
Kugelmikrofone in AB-Anordnung
Um O-Töne in Stereo aufzunehmen, braucht man zwei Mikrofone. Viele portable Recorder setzen auf Kugelkapseln in AB-Anordnung: Das Stereobild entsteht durch Laufzeitunterschiede zwischen den beiden Kapseln. Kugelmikrofone nehmen den Schall omnidirektional auf – also von allen Seiten. Je weiter die Mikrofone auseinander sitzen, desto breiter wirkt das Stereobild, weshalb sie möglichst weit außen verbaut werden. Ein Vorteil: Kugelmikrofone haben keinen Nahbesprechungseffekt und klingen auch aus kurzer Distanz zur Schallquelle natürlich. Der Nachteil: Mit wachsendem Abstand zur Quelle nehmen sie zunehmend Hall und Störgeräusche auf.Nierenmikrofone in XY-Anordnung
Die Alternative sind Recorder mit zwei Nierenmikrofonen in XY-Anordnung. Nieren sind gerichtet und nehmen daher weniger Hall und Nebengeräusche auf als Kugeln – dafür ist der Nahbesprechungseffekt stärker ausgeprägt. Ein weiterer Pluspunkt: XY-Aufnahmen sind monokompatibel, lassen sich also problemlos zusammenmischen, wenn die Aufnahme auf Mono-Geräten abgespielt werden soll. Sind die Nieren nach außen gerichtet – sogenannte Pseudo-XY-Anordnung, meist mit 120 Grad Öffnungswinkel – entsteht ein sehr überzeugendes, breites Stereobild. Allerdings kann die Mitte dann etwas leer klingen, was als „schwache Phantommitte" bezeichnet wird.Anschlüsse, Aufnahmeformate und Speicher
Viele Recorder bieten einen Mikrofoneingang, oft kombiniert mit einem Line-Eingang. Geräte mit Phantomspeisung ermöglichen den Anschluss externer Kondensatormikrofone – ein wichtiges Kriterium für höhere Ansprüche. Standard bei der Analog-Digital-Wandlung sind heute 96 kHz und 24 Bit; 192 kHz ist eher in höheren Preisklassen zu finden. Günstige Einstiegsgeräte wandeln teils mit 44,1 kHz und 16 Bit.
Zoom M2 MicTrak: Recorder und USB-Mikrofon in einem – kompakt, leicht (156 g) und mit 32-Bit-Float für verlustfreie Nachbearbeitung. (Bildquelle: amazon.de)
Eine bedeutende Neuerung ist das 32-Bit-Float-Format, das aktuell zunehmend Verbreitung findet – etwa beim Zoom M2 MicTrak oder dem Tascam DR-05XP. Der Vorteil: Übersteuerungen und zu leise Aufnahmen lassen sich im Nachhinein verlustfrei korrigieren, was besonders bei schwierigen Live-Situationen hilfreich ist. Neben WAV und MP3 beherrschen viele Geräte daher auch dieses Format. Als Speichermedium wird heute ein SD/SDHC/SDXC-Slot verbaut; aktuelle Geräte unterstützen Karten mit 256 GB und mehr. Der Dateiaustausch mit dem Computer läuft per USB – viele Recorder können dabei gleichzeitig als USB-Audiointerface genutzt werden, was beim Heimstudio-Einsatz sehr praktisch ist.


























