Das Wichtigste auf einen Blick:
- Bei der Sattelwahl kommt es vor allem auf den Radtyp bzw. die Sitzhaltung an: aufrecht, moderat-gebeugt oder stark gestreckt. Es gilt: Je aufrechter die Sitzhaltung, umso breiter der Sitzbereich.
- Viele Sättel werden in mehreren Breiten angeboten.
- Weit verbreitet sind Sättel mit Aussparungen oder Vertiefungen zur Entlastung des Schambeins und Dammbereichs.
Sitzposition und Verwendungszweck sind beim Kauf eines Fahrradsattels untrennbar miteinander verbunden. Fahrradsättel lassen sich dabei in drei Hauptkategorien einteilen: Sättel für
- eine bequeme, aufrechte Sitzhaltung, zum Beispiel bei Cityrädern und E-Bikes,
- eine moderat vorgebeugte Sitzhaltung, wie bei Trekking-/Tourenrädern, Mountainbikes und Gravelbikes,
- sowie eine sportlich gestreckte Sitzhaltung, etwa bei Rennrädern.
Je weicher, desto besser?
Nein, keinesfalls: Ein zu weicher Sattel lässt die Sitzknochen zu tief einsinken, wodurch der Druck nicht optimal verteilt wird. Das führt vor allem bei längeren Fahrten häufig zu Beschwerden.Sättel für aufrechte Sitzhaltung: Breite ist gefragt
Bei einer aufrechten Sitzposition lastet das meiste Gewicht auf dem Sattel, weshalb eine gleichmäßige Druckverteilung wichtig ist. Zudem dürfen diese Sättel gern etwas breiter und weicher ausfallen. Das gilt auch für viele E-Bike-Fahrer: Da am Pedelec der Oberkörper häufig aufrechter sitzt und gerade bei Bergauffahrten der Körper nach vorne geschoben wird, werden E-Bike-Sättel zunehmend mit einem leicht hochgezogenen Heck angeboten, das ein Verrutschen auf dem Sattel beim Treten verhindert. Besonders gelobt werden diese Modelle von Testern und Anwendern:
Gut
1,6
Terry Comfort Anatomica Flex Gel Women
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Gut
1,7
Spgood Fahrradsattel
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Gut
1,6
Youngdo Fahrradsattel
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Gut
1,7
Toptrek Fahrradsattel
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Sättel für mäßig gebeugte Sitzhaltung
Sättel, die für eine leicht vorgebeugte, mäßig sportliche Haltung geeignet sind, wie sie bei Touren- oder Trekkingrädern sowie Mountainbikes üblich ist, sind schlanker und fester gepolstert als City-Varianten. Als Richtwert gilt: Die Sitzfläche sollte sich auf Druck nicht mehr als einen Zentimeter eindrücken lassen. Wer eine etwas aufrechtere Position bevorzugt, wird zu einer leicht gepolsterten Oberfläche mit Gel-Einlagen greifen. Auch elastische Dämpfer und flexibel gelagerte Sitzflächen steigern den Komfort merklich.Auch Gravelbikes – eine Fahrradgattung zwischen Rennrad und Trekkingrad, die für befestigte Straßen und Schotterpisten gleichermaßen ausgelegt ist – benötigen Sättel aus dieser Kategorie. Gegenüber klassischen Rennradsätteln sind Gravelbike-Sättel meist etwas breiter und komfortabler gepolstert, um auf langen Touren auch auf unebenen Untergründen angenehm zu sitzen. Im Test des Fachmagazins „Radfahren" (5/2025) wurden fünf Gravelbike-Sättel geprüft; empfohlen wurde unter anderem der Ergon SR Allroad. Unsere Tipps für Tourenfans:
Sehr gut
1,4
Selle SMP Herren-Trekkingsattel
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ohne Endnote
Terry Comfort Fly Exera Gel Men
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Rennradsättel: Schlank und straff
„Ergowave"-Sättel von SQ-Lab mit höhergezogenem Heck bieten mehr Halt und optimieren die Kraftübertragung beim Pedalieren – in Tests überzeugt dieses Konzept. (Bild: sq-lab.com)
Bei Rennrädern zeichnet sich die Sitzhaltung durch ein stark gestrecktes Oberkörperprofil aus. Der Großteil des Drucks liegt dabei auf dem Schambein. Sättel für sportliche Fahrer sind daher tendenziell härter und deutlich schmaler als Modelle für Tourenräder, um Reibung an den Oberschenkel-Innenseiten zu reduzieren. Gleichzeitig sollten die Seiten möglichst flexibel sein. Ein Tipp: Carbon-Sattelgestelle sind besonders leicht und sorgen für Gewichtsersparnis. Da Rennradfahrer in der Regel Radhosen mit integriertem Sitzpolster tragen, muss der Sattel selbst weniger stark gepolstert sein.
Weitere Punkte, die Sie beim Sattelkauf berücksichtigen sollten
Viele Anbieter offerieren ihre Sättel in unterschiedlichen Breiten. Die passende Breite richtet sich nach dem Abstand Ihrer Sitzknochen, den Sie auf zwei Wegen ermitteln können: beim klassischen Wellpappen-Test (auf ein Stück Wellpappe setzen, Abstand der Druckstellen von Mitte zu Mitte messen) oder mit einem Sitzknochen-Messgerät, das viele Fahrradfachhändler kostenlos anbieten. Letzteres liefert präzisere Ergebnisse und lohnt sich vor allem bei teureren Satteln. Als Faustregel gilt: Der Sattel sollte etwa 10 bis 20 Millimeter breiter sein als der gemessene Sitzknochenabstand.Zur Entlastung von Schambein und Dammbereich haben sich Sättel mit speziellen Aussparungen oder Vertiefungen bewährt. Ein Nachteil dieser Modelle kann allerdings sein, dass die Ränder der Aussparungen Druckstellen verursachen – dazu liefern unsere Testquellen genauere Einschätzungen. Grundsätzlich gilt: Den idealen Sattel gibt es nicht für jeden Po gleichermaßen. Auch die Stiftung Warentest kommt in ihrem Fahrradsatteltest zu dem Fazit, dass kein einzelnes Modell alle Radfahrer gleichermaßen zufriedenstellt. Wer die Möglichkeit hat, sollte verschiedene Sättel mehrere Tage im Praxiseinsatz ausprobieren – viele Fachhändler bieten genau diesen Service an.



















































