Stärken
Schwächen
Wer Mitte 40 oder älter ist, erinnert sich vielleicht noch an Quelle. Privileg war einst die Hausmarke des großen Versandhändlers und ist seit über 50 Jahren am deutschen Markt vertreten. Nach der Quelle-Insolvenz übernahm zunächst Otto die Marke, 2010 dann der US-Hersteller Whirlpool. Seit 2024 gehört die Marke zum Konzern Beko Europe, einem Gemeinschaftsunternehmen von Whirlpool und dem türkischen Arçelik-Konzern. Privileg hat weiterhin einen eigenen Markenauftritt.
Privileg-Waschmaschinen sind bei den großen Online-Händlern erhältlich und tauchen regelmäßig als Aktionsware bei Möbel- und Elektrohandelsketten auf. Was diese Geräte auszeichnet: ihr Preis. Die meisten Modelle kosten unter 400 Euro. Lohnt es sich, zuzugreifen?
Für welchen Haushalt sind Privileg-Waschmaschinen geeignet?
Privileg konzentriert sich mit seinem Sortiment auf kleine bis mittlere Haushalte. Das Kernangebot umfasst Frontlader und Toplader, vor allem mit 6 oder 7 kg Zuladung. Wer regelmäßig 9 kg Wäsche und mehr waschen möchte, findet mittlerweile auch einzelne größere Modelle im Sortiment. Das war vor einigen Jahren noch anders, als das Sortiment ausschließlich kleinere Zuladungen umfasste.Besonders attraktiv ist das Angebot für Single- und Paarhaushalte: Die Auswahl an 6-kg-Modellen – sowohl bei den Front- als auch bei den Topladern – ist vergleichsweise groß. Auch kleine Familien finden passende Geräte, insbesondere unter den Frontladern mit 7 kg Zuladung.
Energieeffizienz: solide, aber nicht spitze
Privileg-Waschmaschinen gehören nicht zu den absoluten Energiesparern. Im aktuellen Sortiment tauchen jedoch inzwischen auch Modelle mit der Energieeffizienzklasse A auf, die seit 2021 die beste Energieklasse auf dem EU-Label markiert (die energieschwächste Klasse ist G). Die meisten Privileg-Maschinen erreichen ein solides, aber kein herausragendes Ergebnis. Dafür liegen die Anschaffungspreise auf einem Niveau, das kaum ein anderer Hersteller unterbietet. Ähnlich günstig positioniert sind Marken wie Amica, Bomann oder Exquisit. Diese Anbieter warten mit vergleichbaren Verbrauchswerten auf.Ausstattung: schlicht, aber zweckmäßig
Privileg-Waschmaschinen setzen auf unkomplizierte Bedienung statt smarte Vernetzung. Wer keine App-Steuerung vom Sofa aus braucht, ist damit gut bedient. Je nach Modell sind neben den Standardprogrammen auch Spezialprogramme für Sport, Baby oder Daunen an Bord, manche Geräte bieten zudem mehrere Kurzprogramme für eilige Wäsche. Modelle mit Display zeigen Restlaufzeit und Programmfortschritt an, eine Startzeitvorwahl gehört ebenfalls zum Standard.Positiv: Die Mehrheit der aktuellen Modelle ist mit einem Mehrfachwasserschutz ausgestattet. Das ist kein selbstverständliches Merkmal in dieser Preisklasse.
Beim Geräuschpegel lohnt sich ein genauer Blick ins Datenblatt. Modelle um die 50 dB beim Waschen sind angenehm leise; 76 dB beim Schleudern gelten noch als normal. Einige Privileg-Geräte sind allerdings schon beim Waschen mit rund 60 dB deutlich hörbar. Wer die Maschine nicht im Keller betreiben kann, sollte insbesondere in hellhörigen Wohnungen besser zu leiseren Modellen greifen.
Privileg-Waschmaschinen im Test: Was sagen unabhängige Magazine?
In den Vergleichstests der Stiftung Warentest ist Privileg nur gelegentlich dabei. Ende 2025 schnitt der Frontlader WA 484 091 mit 8 kg Zuladung „befriedigend“ ab. Leider hinterließ der Wasserschutz keinen guten Eindruck. Wer im Keller noch eine geflieste Waschküche hat, kann trotzdem einen Blick riskieren.Ende 2018 beurteilte die Stiftung Warentest ein Privileg-Modell mit „Ausreichend“. Schwachstellen beim damaligen Gerät waren der Wasserschutz und die Waschleistung. Immerhin: Beim Frontlader aus dem Test 2025 stimmte die Waschleistung.






















