Waschmaschinen: Lohnt der Griff zum teuren A-Gerät?

Geldscheine vor Waschmaschine Bildquelle: Shutterstock / Aleksandrs Muiznieks

Seit März 2021 gilt das neue Energielabel. Die beste Klasse ist nun A, die schwächste G. Schon jetzt gibt es Waschmaschinen mit höchster Energieeffizienz am Markt, allerdings haben die ihren Preis. Lohnt es sich langfristig, in eine teure A-Maschine zu investieren?

Maschinen der Klasse C und D waschen ebenfalls sparsam

Für eine 8-kg-Wasch­maschine mit bester Energie­effizienz A zahlen Sie im Online-Handel aktuell durch­schnittlich rund 770 Euro, ein Gerät der C-Klasse kostet dem­gegenüber nur etwa 560 Euro. Die spannende Frage: Kann man 210 Euro Differenz in zehn Jahren Laufzeit über den niedrigeren Strom­bedarf einsparen?

Im Mittel verbraucht eine 8 kg fassende Waschmaschine der besten Energieeffizienzklasse 47 kWh bei 100 Programmdurchläufen (Eco, 40/60 °C). Waschmaschinen der Klasse C benötigen durchschnittlich 15,2 kWh mehr. Eine Kilowattstunde kostet derzeit rund 0,32 Euro. Wenn Sie nicht zur Klasse A, sondern zu einem Modell mit C auf dem EU-Label greifen, macht sich das auf Ihrer Stromrechnung bei 100 Waschgängen gerade einmal mit 4,86 Euro mehr bemerkbar. Heißt im Umkehrschluss, dass Haushalte, die ihre Waschmaschine vier- bis fünfmal in der Woche laufen lassen, was etwa 220 Programmdurchläufen im Jahr entspricht, rechnerisch kaum die Differenz beim Anschaffungspreis durch den Stromverbrauch reinholen können, denn im Jahr werden nur etwa 10,70 Euro eingespart. Die höheren Anschaffungskosten spielten sich demnach erst nach 20 Jahren ein. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Waschmaschine früher das Zeitliche segnet.

Positiv formuliert: Auch Waschmaschinen der Energieeffizienzklassen C und sogar D waschen ausgesprochen sparsam und schonen Ihren Geldbeutel. Sie sind also keinesfalls eine schlechte Wahl. Soll es dennoch ein Gerät der Klasse A sein, allerdings nicht zu teuer, könnten die Beko WMY81466ST1 und die Haier HW80-B14979 I-Pro Serie 7 interessant sein. Beide sind echte Preisbrecher und überzeugen die Kundschaft.

Die besten Waschmaschinen der Effizienzklasse C

 

Die besten Waschmaschinen der Effizienzklasse D

Die Energieeffizienzklasse allein ist nicht entscheidend

Bei der Kaufentscheidung nur auf die Energieeffizienz zu achten, wäre ein Fehler. Zumal Sie mit Ihrem Waschverhalten starken Einfluss nehmen können. Die Energieeffizienzangaben auf dem EU-Label gelten für das Eco-Waschprogramm bei 40 oder 60 °C. Die beliebten Kurzprogramme beispielsweise sind sehr viel energiezehrender. Auch wenn Sie selten die volle Kapazität Ihrer Waschmaschine ausnutzen, sondern oft kleine Wäschemengen waschen, zahlen Sie drauf. In den meisten Fällen reicht für einen Single-Haushalt eine Maschine mit bis zu 6 kg Zuladung. Nur Großfamilien benötigen Waschmaschinen ab 9 kg aufwärts.

Bei der Wahl Ihrer neuen Waschmaschine sollten Sie Ihr Augenmerk neben den Verbrauchsangaben, guten Testergebnissen beim Waschen und positiven Kundenrezensionen vor allem auf für Sie nützliche Programme und zuschaltbare Optionen sowie eine gute Handhabung legen: Ist das Menü intuitiv zu verstehen oder wimmelt es vor interpretationsbedüftigen Icons? Sind alle Programme dabei, die Sie benötigen? Eine Fleckenautomatik ist für Familien mit Kleinkindern sicher keine schlechte Wahl. Allergiker atmen bei einem entsprechenden Programm auf, sportliche Menschen freuen sich über ein Sport- oder Outdoorprogramm mit Imprägnierfunktion für ihre Funktionskleidung. Und wenn es mal schnell gehen muss, ist ein Kurzprogramm für kleine Wäschemengen eine Erleichterung.

Viele Maschinen bieten zudem eine Expresstaste, mit der Sie bestimmte Programme um bis zu 65 Prozent verkürzen. Funktionen wie Start- oder Endezeitvorwahl können die Planung im Alltag erleichtern, ein Knitterschutz die Zeit am Bügelbrett verkürzen.

Krachmacher dank neuem Label nun besser zu erkennen

Wenn die Waschmaschine in einem hellhörigen Haushalt steht und nicht in den Keller verbannt werden kann, lohnt es sich generell, bei der Schleuderlautstärke genauer hinzusehen: Es gibt sehr leise Maschinen und echte Krachmacher. Dank des neuen EU-Labels können Sie diese jetzt besser identifizieren – die Geräuschemissionsklasse A (sehr leise) bis D (sehr laut) gibt Auskunft. Wichtig ist in jedem Fall, die Waschmaschine in der Waage auszurichten, sonst wird sie nicht nur lautstark „wandern“, sondern auch schneller kaputtgehen. Zusätzlich dämpft eine untergeschobene Antivibrationsmatte Geräusche. Wenn Sie häufiger spätabends noch waschen müssen, kann eine Leise-Waschen-/Nacht-Option sich als Segen erweisen: Diese senkt die Lautstärke um ein paar Dezibel, dafür läuft das Programm länger.

Sicher ist sicher: Fast alle Waschmaschinen werden inzwischen mit AquaStop-Schlauch ausgeliefert; diesen können Sie aber zur Not auch nachträglich zukaufen. Wenn Sie nichts riskieren wollen, wählen Sie eine Waschmaschine mit Vollwasserschutz. Diese bietet zusätzlich zum AquaStop eine wasserdichte Bodenwanne mit Feuchtigkeitssensor.

Wie sieht es bei Geschirrspülern und Kühlschränken aus?

Steht bei Ihnen der Kauf eines anderen Haushaltsgroßgeräts an, gilt hier in weiten Teilen das, was auch für Waschmaschinen gilt: Fixieren Sie sich nicht zu stark auf den Energieverbrauch, wählen Sie lieber ein Gerät, das Ihren Alltag angenehmer macht. Denn: Für die bislang wenigen Geschirrspüler der besten neuen Energieeffizienzklassen müssen Sie tief ins Portemonnaie greifen. Die preiswerteren Spülmaschinen der Energieklasse D verbrauchen jedoch nicht so extrem viel mehr Energie. Wichtiger als die Energieeffizienzklasse: Wählen Sie die richtige Größe für Ihren Haushalt – Familien können mit 13 Maßgedecken aufwärts planen, für kleinere Haushalte reichen Spüler mit 10 bis 12 Maßgedecken. Fragen Sie sich, welche Programme für Sie wichtig sind und auf welche zuschaltbaren Optionen Sie nicht verzichten wollen. Ein flexibler Innenraum mit umklappbaren Stacheln sorgt dafür, dass Sie auch einmal größere Teile unterbringen können. Die Lautstärke ist insbesondere dann interessant, wenn das Gerät in einer offenen Wohnküche steht. Auch hier bieten die Geräuschemissionsklassen auf dem EU-Label Orientierung.

Die besten Geschirrspüler

Auch bei Kühlschränken gilt: Die derzeit hohen Anschaffungspreise für superenergieeffiziente Geräte rechnen sich nicht gegenüber Modellen mit Energieeffizienzklasse C oder D, die ebenfalls wenig Strom verbrauchen. Kaufen Sie kein zu großes Modell – für ein paar Joghurts und etwas Käse muss es kein amerikanischer Kühlschrank (Side-by-Side) sein. Verstellbare Einlegeböden, ausreichend Platz in der Kühlschranktür für größere Flaschen, Techniken, die Eisbildung im ganzen Kühlschrank (Total NoFrost) oder Gefrierteil (NoFrost) verhindern oder vermindern (LowFrost) und Ihnen damit nicht nur das regelmäßige Abtauen ersparen, sondern auch den Verbrauch konsequent auf niedrigem Niveau halten, Schnellgefrieren oder ein Frischefach, bei dem sich Temperatur oder Feuchtigkeit regeln lässt, sind Komfortmerkmale, die den Alltag sehr viel angenehmer machen.

Die besten Kühlschränke

 

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