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Tefal war einer der ersten Hersteller, der Bratpfannen mit einer Antihaftbeschichtung auf PTFE-Basis auf den Markt brachte. Jahrzehntelange Erfahrung, ein breites Sortiment und der patentierte Thermospot machen die Marke populär. Doch die Diskussion um PTFE und die breitere Gruppe der PFAS hat sich erheblich verschärft – mit konkreten Konsequenzen für Tests, Gesetzgebung und auch Tefal selbst.
PTFE, PFOA und PFAS: Was steckt in der Beschichtung?
Die Antihaftbeschichtung von Tefal-Pfannen basiert auf PTFE (Polytetrafluorethylen) – dem Stoff, der unter dem Handelsnamen Teflon bekannt wurde. PTFE gehört zur großen Gruppe der PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), die auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden, weil sie in der Umwelt biologisch kaum abgebaut werden.Früher wurde PTFE mithilfe von PFOA hergestellt, einem Stoff, der als toxisch und krebsverdächtig eingestuft wurde. PFOA ist seit 2020 in der EU verboten. Tefal-Pfannen kommen seit Jahren ohne PFOA aus – das ist korrekt und wichtig. Allerdings: „PFOA-frei“ bedeutet nicht automatisch „PFAS-frei“. Angaben wie „Ohne PFOA“ verschleiern, dass möglicherweise andere, noch zugelassene PFAS enthalten sein könnten. Tefal selbst bestätigt auf Nachfrage, dass seine Beschichtungen auf PTFE basieren, einem fluorhaltigen Stoff, der zur PFAS-Familie gehört.
Zur Gesundheitsfrage im Alltag: Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht davon aus, dass normal genutzte Pfannen nur sehr geringe Mengen solcher Stoffe freigeben, die die Gesundheit nicht gefährden. Selbst wenn Beschichtungspartikel einer zerkratzten Pfanne versehentlich verschluckt werden, gilt das laut BfR nicht als gesundheitsbedenklich; der Körper scheidet sie wieder aus. Gefahr durch Überhitzung entsteht dagegen ab rund 360 °C: Dann setzen PTFE-Pfannen giftige Dämpfe frei. Eine leere Pfanne sollte daher niemals auf höchster Stufe erhitzt werden. Das gilt für alle anderen Marken selbstverständlich auch.
Das Umweltproblem liegt weniger beim Kochen selbst als bei Herstellung und Entsorgung: Bei der PTFE-Produktion setzt die Industrie fluorierte Hilfsstoffe ein, die in der Nähe von Industriestandorten bereits zu Belastungen von Wasser, Böden und Menschen geführt haben.
Tefal im PFAS-Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg
Die Verbraucherzentrale Hamburg ließ im April 2025 sechs Antihaft-Pfannen führender Hersteller – darunter Tefal – auf PFAS untersuchen. In vier der sechs Pfannen wurden hohe Mengen organischer Fluorverbindungen nachgewiesen. In keinem Fall war die Verwendung von PFAS auf der Verpackung oder dem Produkt ausgewiesen. Tefal bestätigte die PTFE-Basis seiner Beschichtungen und verwies auf die BfR-Einschätzung aus dem Jahr 2018. Die Verbraucherzentrale gibt jedoch zu bedenken, dass diese Einschätzung aus 2018 stammt und neuere wissenschaftliche Erkenntnisse der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) und des Umweltbundesamtes eher ein rasches, umfassendes PFAS-Verbot nahelegen.Konsequenz: Stiftung Warentest testet keine PTFE-Pfannen mehr
Die Stiftung Warentest hat ihre Testpolitik geändert: Sie prüft keine Pfannen mehr, die mit PTFE beschichtet sind, und beschränkt sich im Pfannentest auf PFAS-freie Alternativen. Das ist eine deutliche Positionierung: Wer sich bei Kaufentscheidungen an Stiftung-Warentest-Ergebnissen orientiert, wird Tefal-Pfannen mit PTFE-Beschichtung in künftigen Tests nicht mehr finden.Was Tefal-Beschichtungen im Positiven leisten
Tefal setzt auf modernere PTFE-Generationen, die ohne PFOA, Cadmium und Blei auskommen. Die Markennamen der Beschichtungen variieren je nach Produktlinie: „Titanium Pro“, „Prometal Pro“ und „Intensium“ stehen für unterschiedliche Härtestufen und Temperaturfestigkeiten. Die höherwertigen Varianten sollen bis über 300 °C erhitzbar sein – deutlich mehr als frühere Standardbeschichtungen mit maximal 260 °C. Prometal-Varianten werden als kratzbeständig gegenüber Metallbesteck beworben.Thermospot: Praktische Temperaturkontrolle
Seit dem Jahr 2000 sind Tefal-Produkte mit dem Thermospot ausgestattet. Der rote Punkt in der Mitte des Pfannenbodens zeigt im kalten Zustand das Tefal-Logo; bei rund 180 °C – der optimalen Anbrattemperatur – färbt er sich vollständig rot. Das verhindert Anbraten bei zu niedriger oder zu hoher Temperatur und schützt damit auch vor unnötigem Überhitzen der Beschichtung. Dieses Feature ist im Markt nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal von Tefal.Alternative: Keramikbeschichtung, auch bei Tefal
Wer auf PTFE komplett verzichten möchte, findet bei Tefal die Linie „Ceramiccontrol“ sowie die neuere „INOCERAM“-Keramikbeschichtung (Renew-Serie), die laut Tefal vollständig PFAS-frei ist. Keramikbeschichtungen halten Temperaturen von über 400 °C stand und sind chemisch unbedenklich. Der Haken: In Langzeittests lässt die Antihaftwirkung von Keramikpfannen deutlich schneller nach als bei PTFE. Selbst Tefals Ceramic Control erhielt in einem Schweizer Langzeittest wegen nachlassender Beschichtung und ungenügender Wärmeverteilung eine schlechte Note.Dauerhaft PFAS-freie Alternativen ohne Beschichtungsverlust sind Pfannen aus Gusseisen, Schmiedeeisen oder Edelstahl. Sie erfordern etwas Eingewöhnung, halten bei richtiger Pflege aber ein Leben lang und haben keine Beschichtung, die sich abnutzen kann.
























