Beim Kauf eines Kinderwagens sollten außer dem Geschmack der Eltern einige technische Aspekte zum Wohle des Babys beachtet werden. Da die Preise zumeist erst bei ca. 150 Euro beginnen, sind nicht nur eine potentielle Langlebigkeit und technische Finessen kaufentscheidende Kriterien. Im Handel werden verschiedene Modellreihen für unterschiedliche Alterstufen und Anforderungen angeboten. Für Babys, die noch nicht sitzen können, ist der einfache, "klassische" Kinderwagen mit großen Rädern und einer weichen Federung gedacht. Besonders wichtig ist hierbei eine feste Liegefläche, der Korb des Wagens ist zudem noch rundum geschlossen. Gegen Sonne und Regen schützt ein Verdeck am Kopfteil. Eine Feststellbremse erhöht zusätzlich die Sicherheit. Komfortabel und überaus praktisch ist es außerdem, wenn sich auf dem Gestell des Kinderwagens die Auto-Transportschale anschnallen lässt. Spätestens wenn das Kind sitzen kann, muß an die Anschaffung eines Sportwagens gedacht werden. Bei ihm werden Füße und Unterschenkel des Kindes durch eine verstellbare Fußraste mit Auflage unterstützt. Außerdem sollte die Rückenlehne verstellbar sein und neben einer aufrechten sowie halbhohen Sitz- auf jeden Fall eine waagrechte Schlafposition erlauben. Für den festen Halt des Kindes verfügen qualitativ hochwertige Modelle über ein höherverstellbares 5-Punkte-Gurtsystem. Einige Modelle wachsen mit dem Kind mit, das heißt der Kinderwagen kann problemlos zum Sportwagen umgerüstet werden. Angesichts der relativ hohen Anschaffungskosten lässt sich daher durch den Kauf eines Kombi-Kinderwagens durchaus Geld sparen. Er ist eine Mischung aus dem klassischen Kinderwagen und Sportwagen. In wenigen Handgriffen lässt sich der Kinderwagen-Aufsatz vom Fahrgestell entfernen und durch einen Sportwagenaufsatz auswechseln. Wenn ein Sportwagen die Grundkonstruktion bildet, werden das Fußteil in eine Waagerechte hoch und das Kopfteil genauso weit heruntergeklappt. Für noch größere Kinder eignet sich später dann am besten der Buggy. Wie der Sportwagen ist auch er für Kinder gedacht, die schon selbstständig sitzen können. Der Wagen eignet sich besonders für kurze Strecken. Nach dem Zusammenklappen spart der Buggy Platz und ist leicht zu transportieren. Bei längeren Strecken ist der Buggy nicht zu empfehlen, da er für den Rücken nicht den nötigen Halt bietet und das Kind sich nach kurzer Zeit unwohl fühlen kann. Speziell für sportliche Eltern dagegen ist der Jogger, auch Trike genannt, konzipiert. Häufig ist er dreirädrig und relativ hochbeinig ausgelegt. Mit ihm lassen sich die Spaziergänge mit dem Kind bequem in das eigene Laufprogramm einbauen. Durch seine großen Räder ist er besonders für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt und sollte bei regelmäßigen Ausflügen in unbefestigtes Gelände mit einer sehr guten Federung ausgerüstet sein. Jogger-Kinderwagen sind wahlweise mit Sportwagen- oder Kinderwagenaufsatz erhältlich. Neben diesen Modellreihen sind auch Mischformen zwischen Sportwagen und Buggy auf dem Markt.
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Ein weiteres Qualitätskriterium sind höherverstellbare Schiebegriffe, um den Wagen auch bei mehr Gewicht einfach bewegen zu können. Obwohl sich Modelle mit drei Rädern flexibler bewegen lassen, sind vierrädigre Modelle insgesamt stabiler. Bewegliche, lenkbare Vorderräder wiederum neigen gerade bei günstigen Kinderwagen schnell zum querstellen. Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn der Kinderwagen nicht zu schwer ist. Manche Modelle sind in Aluminiumausführungen erhältlich und für den täglichen Gebrauch im Straßenverkehr besonders gut geeignet. Vor dem Kauf sollten möglichst Umbaumechanismen ausprobiert werden, um festzustellen, wie einfach diese vorgenommen werden können. Dies ist besonders für die Mechanik der Bremsen von Bedeutung. Normalerweise lassen sich Kinderwagen so weit zusammenfalten, dass sie problemlos im Kofferraum transportiert werden können. Spezielle Reisekinderwagen lassen sich sogar bis auf Handgepäckgröße verkleinern.
Bequemlichkeit und Zubehör
Das wichtigste ist, das sich das Kind im Wagen wohl fühlt. Deshalb sollte die Matratze, auf der das Kind liegt, nicht zu weich sein, da ansonsten die Atmung des Kindes beeinträchtigt werden kann. Zur Bequemlichkeit gehört aber nicht nur die Innenausstattung des Wagenaufsatzes, sondern auch die Federung des Wagens. Besonders große Räder halten Erschütterungen vom Kind fern. Der Kinderwagen sollte für Wind und Wetter gerüstet sein. So sind besonders Regencapes bei nassen Herbsttagen empfehlenswert. Im Sommer eignet sich ein abnehmbarer Sonnenschirm, der variabel verstellbar ist und so von jeder Seite vor der Sonne schützt. Dabei sollte besonders auf eine hohe UV-Absorption geachtet werden. Für ältere Kinder ideal ist ein zusätzlich Trittbrett, auf dem es bequem mitfahren kann. Wichtige Zubehörteile für den Sportwagen sind zum Beispiel ein abnehmbares Verdeck und ein Winter-Fußsack.
GS-Zeichen
Das GS-Zeichen zeigt, dass sich der Hersteller freiwillig einer Prüfung von unabhängigen Fachleuten unterzogen hat. Bei solchen Tests werden die Kinderwagen auf Herz und Nieren geprüft. Ob Bremsen, Dauergebrauch oder Verletzungsgefahr: Wer einen Wagen mit GS-Zeichen kauft, ist auf der sicheren Seite.
Alternativen zum Kinderwagen
Natürlich gibt es Alternativen zum Kinderwagen. Darunter zählt zum Beispiel das Tragetuch. Dies ist zwar am Anfang recht kompliziert, erweist sich aber nach einer gewissen Übungszeit als äußerst praktisch. Besonders für Säuglinge ist diese Art des Tragens sicher und praktisch. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass das Tuch richtig und fest sitzt. Mit verschiedenen Bindungstechniken kann es individuell auf das Kind angepasst werden. Ein solches Tragetuch sollte eine Länge von vier Metern haben und diagonal gewebt sein. Beim Tragen sollte man darauf achten, das das Baby nicht zu weit nach unten hängt, da dies nicht gut für die Wirbelsäule ist. Da viele Eltern die richtige Bindetechnik nicht beherrschen, werden mittlerweile sogenannte Tragetuch-Binde-Kurse von Hebammen, Familienzentren oder Krankenhäusern mit Entbindungsstationen angeboten. Neben dem Tragetuch gibt es den so genannten Tragesack, bei dem keine Binde-Technik notwendig ist. Leider ist der Sack nur begrenzt auf die Körpergröße der Eltern und des Kindes anzupassen, weswegen man auf die passende Größe achten sollte. Zudem sollte ein Tragesack gewählt werden, bei dem der Kopf des Kindes nicht herausragt, damit der Kopf nicht nach hinten oder zur Seite fällt. Allerdings ist der Tragekomfort geringer als beim Tragetuch, da die Träger schnell einschneiden und der Körper einseitig belastet wird. Dies kann beim Tuch nicht passieren, da die Trageposition gewechselt werden kann.