Stärken
Schwächen
Jethelme symbolisieren für viele Fahrer klassischer Motorradmodelle, für Enthusiasten von Choppern und Cruisern sowie ebenso für Rollerfahrer ein ganz besonderes Gefühl von Freiheit. Sie vermitteln ein ursprüngliches Fahrgefühl auf zwei Rädern, das Wind und Wetter hautnah erlebbar macht. Auf der anderen Seite stehen jedoch erhebliche Sicherheitsrisiken.
Wie gelangte der „Jethelm" aufs Motorrad?
Beispiel eines frühen Motorradhelmes der 1960er-Jahre (links) und eines (nicht zertifizierten) Halbschalenhelmes. Bildquellen: www.wikipedia.de (links); www.amazon.de
Der Sammelbegriff für alle Helme ist „Schutzhelm", die für vielfältige Einsatzzwecke existieren. Der Begriff „Jethelm" stammt von der charakteristischen Form, die Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem bei Kampfpiloten von Jetmaschinen Verwendung fand. Auch Bezeichnungen wie Police-Helm, Halbschalenhelm oder Braincap werden häufig verwendet, besonders für die minimalistischen Varianten. Für viele verkörpern sie Biker-Romantik und das Gefühl von Freiheit auf endlosen amerikanischen Highways. Doch mit dem zunehmenden Sicherheitsbewusstsein in den 1970er-Jahren kamen weltweit immer mehr Fahrer auf den Geschmack sicherer Helme. Der Jethelm wurde dabei größtenteils vom Integralhelm aus dem Markt verdrängt.
Seit der Jahrtausendwende erfreuen sich Jethelme wieder wachsender Beliebtheit. Viele verwenden sie als Zweitschutzhelm bei schönem und warmem Wetter. Auf Mofas, Mokicks oder kleineren Motorrollern waren sie ohnehin schon lange verbreitet. Ein weiterer Vorteil ist ihr günstigerer Preis, da sie meist deutlich kostengünstiger sind als Integral- oder Klapphelme. Insbesondere Jethelme im Retro- oder Classic-Look genießen bei Fahrern von Choppern, Cruisern oder Cafe-Racern große Popularität. Daher bieten fast alle Hersteller eine breite Palette an Jethelmen in verschiedenen Designs und Preisklassen an.
Nicht jeder Jethelm ist gleich
Bei Jethelmen gibt es deutliche Unterschiede in Konstruktion und Ausstattung. Die klassisch gestalteten Modelle erinnern stark an eine Halbschale und sind oft von historischen Militär- oder Motorradpolizeihelmen inspiriert. Diese verfügen meist weder über ein Visier noch umfangreiche Polsterungen, sie besitzen lediglich einen Kinnriemen. Achtung: Auf dem Markt finden sich auch Jethelme, die weder nach der europäischen Norm ECE 22.06 noch nach der US-amerikanischen DOT zugelassen sind. Obwohl eine Zertifizierung im Straßenverkehr nicht zwingend vorgeschrieben ist, gelten Helme mit ECE- oder DOT-Prüfzeichen als geeignete Schutzhelme gemäß der Straßenverkehrsordnung und belegen zugleich eine nachgewiesene Schutzfunktion.Vergewissern Sie sich, dass Jethelme mit einer aktuellen ECE 22.06- oder DOT-Zertifizierung versehen sind. Seit Juni 2023 dürfen neue Helme nur noch nach der verschärften Norm ECE 22.06 produziert werden – beim Neukauf sollten Sie explizit auf diese aktuelle Normversion achten. Ältere Helme mit ECE 22.05 dürfen weiterhin getragen werden, gelten aber als veralteter Standard.
Beispiel eines Jethelms (Caberg Riviera) mit Visier und integriertem Sonnenvisier (Bildquelle: www.amazon.de)
Jethelme mit Visier bieten einen deutlich erweiterten Schutz für das Gesicht. Dieses besteht bei fast allen Modellen aus splitter- und schlagfestem Polycarbonat. Manche Visiere decken nur bis zur Nasenspitze, andere reichen sogar bis über das Kinn. Einige verfügen über klappbare Visiere, bei anderen wird das Visier mittels Druckknöpfen am Helm befestigt. Darüber hinaus bieten einige Modelle ein zusätzliches, getöntes und integriertes Sonnenvisier, das hinter das Hauptvisier geklappt werden kann. Daneben gibt es Jethelme mit Klappvisieren, die speziell für Brillenträger konstruiert sind. Manche Helme sind auch so gestaltet, dass Ohrhörer von Kommunikationssystemen darin Platz finden. Ebenso unterscheidet sich die Polsterung stark: Sie kann fest sein oder herausnehmbar und waschbar. Je nach Polstergröße und Passform der seitlichen Halbschalen variiert die Intensität von Wind- und Fahrgeräuschen auf den Ohren.
Mehr Fahrspaß steht meist im Widerspruch zur Sicherheit
Wer schon einmal im Sommer bei strahlendem Sonnenschein und klarer Sicht mit einem Jethelm ohne Visier über kurvige Landstraßen gefahren ist, weiß, wie einzigartig das offene Fahrgefühl sein kann. Egal ob innerorts oder auf dem Land: Die Umgebung wirkt viel intensiver und unmittelbarer als bei einem Helm, der den ganzen Kopf schützt und umschließt. Zudem erlauben Jethelme im Unfallfall ein leichteres Abnehmen. Doch gerade in solchen Situationen steigt das Risiko für schwere Kopf-, Gesichts- und Halsverletzungen erheblich. Selbst mit Visier bleiben das Gesicht, der Kinnbereich und der Nacken nur unzureichend geschützt. Dieses Risiko sollte jeder Besitzer eines Jethelms bewusst bedenken.Was ist beim Kauf eines Jethelmes wichtig?
Vorab: Alle Jethelme, die eine ECE 22.06- oder DOT-Zertifizierung besitzen, gewährleisten einen verlässlichen Kopfschutz. Preisliche Unterschiede ergeben sich vor allem durch Verarbeitung, Komfortfeatures wie Polsterqualität, Design und Markenprestige. Entscheidend für alle Modelle ist jedoch, dass der Helm eng und sicher sitzt, ohne dabei Druckstellen zu verursachen. Der Helm muss zur individuellen Kopfform passen, ebenso die Polsterung. Sind Schläfen- und Ohrenpolster vorhanden, sollten diese fest anliegen, aber nicht drücken. Ein optimaler Sitz beeinflusst auch die Gedämpftheit von Fahr- und Windgeräuschen.
Beispiele eines Klickverschlusses (links) und eines Ratschenverschlusses (rechts) (Bildquelle: www.amazon.de)
Der Helm muss zur eigenen Kopfkontur passen. Für den bestmöglichen Schutz ist ein fester, aber angenehmer Sitz entscheidend.
Empfohlene Jethelme mit abnehmbaren Polstern
| Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
|---|---|---|---|---|---|
|
ab 549,00 € ![]() Sehr gut 1,0 |
Den Wind im Gesicht Weiterlesen |
Weiterlesen |
Weiterlesen |
0 Meinungen 2 Tests |
|
|
ab 39,99 € ![]() Sehr gut 1,5 |
Budgethelm mit Abstrichen Weiterlesen |
Weiterlesen |
Weiterlesen |
518 Meinungen 0 Tests |
|
|
ab 239,99 € ![]() Gut 1,6 |
Sicherer, aber lauter Jethelm mit 3-stufigem Visier Weiterlesen |
Weiterlesen |
Weiterlesen |
34 Meinungen 6 Tests |
Bewertungen von Kunden im Internet sind zwar stets mit etwas Vorsicht zu betrachten, können jedoch manchmal wertvolle Hinweise zur Größenwahl bestimmter Hersteller liefern. Der Helmgurt sollte gut verstellbar und ausreichend lang sein. Heutzutage verfügen die meisten Modelle über einen Ratschenverschluss, der als einfacher in der Handhabung und sicherer im Verschlussmechanismus gilt als der klassische Klickverschluss. Sind Sie Brillenträger? Dann ist es wichtig, dass der Hersteller den Helm für Brillenträger empfiehlt, insbesondere wenn er mit einem Visier ausgestattet ist. In diesem Fall muss hinter dem Visier genügend Platz für die Brille vorhanden sein. Aus Hygienegründen empfiehlt sich außerdem, dass die Innenpolster herausnehmbar und waschbar sind.
Beim Nolan X-201 wird das Visier mithilfe von Druckknöpfen an der Front des Helms befestigt. (Bildquelle: www.amazon.de)































