Stärken
Schwächen
Der Exped Bivy-Poncho vereint Poncho, Biwaksack und Tarp in einem Produkt. (Bildquelle: exped.com)
Worauf legen Testmagazine bei Ponchos besonderen Wert?
Ponchos zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Vergleich zu einer kompletten Regenkombination aus Regenjacke und -hose deutlich kostengünstiger sind. Um diesen Vorteil voll auszuspielen, müssen sie aber ihre Kernfunktion zuverlässig erfüllen. Daher konzentrieren sich Tester vor allem auf Passform, Qualität der Verarbeitung und effektiven Wasserschutz. Bewertet wird, wie komfortabel der Poncho mit und ohne Rucksack sitzt sowie wie gut die Kapuze sitzt und funktioniert. Besonders gute Bewertungen erhalten Modelle, die dank einer Bauchkordel nah am Körper anliegen, sodass sie nicht im Wind flattern, gleichzeitig aber zuverlässig Mensch und Rucksack bedecken. Kapuzen schneiden hervorragend ab, wenn sie sich perfekt ans Gesicht anpassen, Kopfbewegungen mitmachen und über einen stabilen Schirm verfügen, der den Regen von der Stirn fernhält. Praktisch sind zudem seitliche Sichtfenster in der Kapuze, die beim Wandern und vor allem beim Radfahren für bessere Sicht und erhöhte Sicherheit sorgen.Neben der Passform steht vor allem die Wasserdichtigkeit im Fokus. Einschlägige Testmagazine bewerten in Vergleichstests besonders die Verarbeitungsqualität: Sind die Nähte sauber vernäht und vollständig verschweißt bzw. getapt? Dafür durchläuft jedes Modell einen manuellen Wasserdrucktest. Nähte, die diesem Test nicht standhalten, sowie undichte Reißverschlüsse führen zu Punktabzügen. Andererseits bringen strapazierfähige Materialien sowie hochwertige Ösen und Druckknöpfe zusätzliche Pluspunkte. Ein weiteres, inzwischen wichtiges Testkriterium ist die Imprägnierung: Aktuelle Topmodelle setzen auf PFC-freie DWR-Beschichtungen (Durable Water Repellency), die ohne die umwelt- und gesundheitsgefährdenden Per- und Polyfluorcarbone auskommen. Käufer sollten beim Kauf gezielt auf dieses Merkmal achten, da PFC-haltige Beschichtungen in der EU zunehmend reguliert werden.
Ist der Poncho zudem leicht und lässt sich kompakt in einem mitgelieferten Packbeutel verstauen, wie etwa der Exped Bivy Poncho, ist eine Top-Bewertung fast garantiert. Da viele getesteten Outdoor-Ponchos auch als Tarp dienen können, also als Notunterkunft, prüfen Tester auch, wie gut sich dies realisieren lässt. Ebenso wird bewertet, ob der Poncho eventuell als Biwaksack, Hängematte oder Tragetuch einsetzbar ist.
Der Vaude Hiking Backpack Poncho bietet Wind- und Wasserdichtigkeit und kann bequem über dem Rucksack getragen werden. (Bildquelle: vaude.com)
Was sollte man beim Kauf eines Ponchos berücksichtigen?
Wie bei vielen Outdoor-Produkten lohnt es sich auch beim Poncho-Kauf vorab zu überlegen, für welche Aktivitäten er hauptsächlich genutzt werden soll. Regenponchos sind in verschiedenen Schnitten und Varianten erhältlich und richten sich somit an unterschiedliche Anwender.Grundsätzlich lassen sich zwei Haupttypen unterscheiden: Der Wanderponcho ist großzügig geschnitten und oft mit einer Auszugsverlängerung im Rückenbereich ausgestattet, sodass er problemlos über einen großen Trekkingrucksack gestülpt werden kann – man spricht dann auch von einem Kraxenponcho. Der Stadtponcho hingegen fällt schlanker aus, eignet sich weniger für den Rucksackbetrieb, passt dafür aber besser zur Alltagskleidung und liegt kompakter auf dem Körper an.
Bei einer Trekking-Tour mit möglichst leichtem Gepäck ist es wichtig, dass der Poncho ausreichend lang und breit ist, um den gesamten Rucksack abzudecken. Gleichzeitig sollten Gewicht und Packmaß möglichst gering sein. Praktisch ist außerdem eine Möglichkeit, den Poncho im Hüftbereich zu raffeln, um so den Blick auf Füße und Weg freizuhalten. Einige Ponchos lassen sich zusätzlich aufknöpfen und als Tarp verwenden: Eingearbeitete Ösen ermöglichen das Abspannen mit Trekkingstöcken und schaffen so einen geschützten Unterstand oder einen luftigen Schlafplatz. Besonders vielseitige Modelle – wie der Sea to Summit Nylon Poncho & Tarp – können sogar zu einer Notfallzeltplane für zwei Personen umfunktioniert werden.
Stehen andere Aktivitäten wie Radfahren oder Nordic Walking auf dem Programm, ist es ratsam, Poncho und Kapuze anzuprobieren, um sicherzustellen, dass die Bewegungsfreiheit uneingeschränkt bleibt. Für Radfahrer empfehlen sich zudem Modelle mit Handleisten-Schlaufen, die verhindern, dass der Poncho bei Fahrtwind nach oben weht, sowie einer verkürzten Rückenpartie, die nicht in die Speichen geraten kann. Für den urbanen Einsatz sorgen reflektierende Elemente auf dem Poncho für bessere Sichtbarkeit und erhöhte Sicherheit im Straßenverkehr.
Bei weniger sportlichen Aktivitäten, bei denen der Schutz vor Nässe wichtiger als Atmungsaktivität ist, können silikonisierte Modelle die bessere Wahl sein. Diese bieten eine dauerhafte Wasserabweisung sowie hohe Abrieb- und Reißfestigkeit, sind aber weniger atmungsaktiv und können schneller zum Schwitzen führen. Wer regelmäßig auf Mehrtagestouren oder Trekking-Expeditionen unterwegs ist und zugleich auf Nachhaltigkeit achtet, findet bei Marken wie Vaude mit ihrer Eco Finish PFC-freien Beschichtung umweltfreundliche Alternativen ohne Leistungseinbußen beim Nässeschutz.






















