Das Wichtigste auf einen Blick:
- Farb-E-Ink-Reader im Produktportfolio
- höherwertige Geräte mit Displays ab 6 Zoll
- unterstützt offene Formate sowie Comic-Dateiformate
- großer eigener E-Book-Store
Was zeichnet E-Book-Reader von Pocketbook aus?
Pocketbook hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenanbieter zu einer ernstzunehmenden Alternative zu Amazon Kindle, Kobo und Tolino entwickelt. Das Schweizer Unternehmen mit ukrainischen Wurzeln setzt dabei auf eine Stärke, die die Konkurrenz so nicht bietet: eine breite Modellpalette vom günstigen Einstiegsgerät für unter 100 Euro bis hin zum Premium-Reader mit großformatigem Farbdisplay.Während Amazon und Tolino ihr Sortiment auf wenige Kernangebote konzentriert haben, hält Pocketbook an einer bewussten Vielfalt fest. Hinzu kommt ein für E-Reader-Hersteller ungewöhnliches Merkmal: Pocketbook verbaut in vielen Modellen zusätzliche physische Blättertasten neben dem Touchscreen – ein Komfortmerkmal, das insbesondere Vielleser schätzen.
Pocketbook fährt zweigleisig: Neben der Touchscreen-Bedienung gibt es oft zusätzliche Tasten zum Blättern. (Bildquelle: amazon.de)
Offenes Ökosystem: Kein Herstellerlock-in
Ein zentrales Argument für Pocketbook ist sein offenes Ökosystem. Die Geräte unterstützen ab Werk eine Vielzahl von Dateiformaten – darunter EPUB, PDF, MOBI, FB2 sowie Comicformate wie CBR und CBZ. Eine Konvertierung mit zusätzlicher Software ist in den meisten Fällen überflüssig. Pocketbook betreibt zudem einen eigenen E-Book-Store, der direkt vom Reader aus nutzbar ist.Besonders wichtig für Leserinnen und Leser in Deutschland: Alle aktuellen Pocketbook-Reader unterstützen die Onleihe, den digitalen Ausleihservice der öffentlichen Bibliotheken. Das unterscheidet Pocketbook fundamental von Amazon Kindle, dessen Geräte seit 2025 noch stärker auf das geschlossene Amazon-Ökosystem beschränkt sind – Onleihe ist dort nicht nutzbar. Seit Ende 2025 unterstützen ausgewählte Pocketbook-Modelle zusätzlich Overdrive Libby, einen weiteren international verbreiteten Bibliotheksdienst.
Pocketbook und Farbdisplays: Vom Vorreiter zum Marktführer
2020 war Pocketbook einer der ersten Hersteller, der einen erschwinglichen E-Book-Reader mit Farb-E-Ink-Display in den Massenmarkt brachte. Seitdem hat das Unternehmen diese Linie konsequent ausgebaut. Aktuelle Modelle wie der Pocketbook Era Color und der Pocketbook InkPad Color 3 nutzen die E-Ink-Kaleido-3-Technologie, die im Vergleich zu früheren Generationen deutlich kräftigere und hellere Farben liefert.
Pocketbook ist Vorreiter bei Farb-E-Ink-Displays – ideal für Comics und illustrierte Bücher. (Bildquelle: pocketbook.de)
Die Technik dahinter: Über einer klassischen schwarzweißen E-Ink-Carta-Schicht mit 300 ppi liegt eine halbtransparente Farbfilterschicht (CFA), die 4.096 Farben darstellen kann. Die Farbauflösung liegt bei 150 ppi und damit unterhalb der Schwarzweiß-Auflösung – das ist jedoch für das Format typisch und bei allen Kaleido-basierten Geräten so. Für Comics, Magazine und illustrierte Sachbücher ist das Ergebnis überzeugend; wer ausschließlich Romane liest, braucht kein Farbdisplay.
Mit dem Pocketbook InkPad Eo (10,3 Zoll, ab ca. 569 Euro) und dem Pocketbook Color Note bietet der Hersteller seit 2024 zudem Hybridgeräte an, die E-Reader-Funktionen mit Stifteingabe, Notizfunktion und in manchen Modellen Android mit Google Play Store kombinieren.
Aktuelle Modellübersicht 2025/2026
Das aktuelle Pocketbook-Portfolio reicht von kompakten Einsteiger-Readern bis zu vielseitigen Premium-Geräten:- Pocketbook Verse / Verse Lite – Einsteiger ab ca. 90 Euro, 6-Zoll-Display, Onleihe-kompatibel
- Pocketbook Verse Pro / Verse Pro Color – Mittelklasse mit Farbdisplay, Wasserschutz (IPX8), ab ca. 159 Euro
- Pocketbook Era / Era Color – Kompaktformat mit 6-Zoll-Kaleido-3-Farbdisplay und Blättertasten
- Pocketbook InkPad 4 – 7,8-Zoll-Reader mit E-Ink Carta 1200, Wasserschutz und eingebautem Lautsprecher
- Pocketbook InkPad Color 3 – 7,8 Zoll, Kaleido 3, IPX8, 32 GB, Lautsprecher, ab ca. 319 Euro
- Pocketbook InkPad Eo / Color Note – Premium-Hybridgeräte mit Stifteingabe und Android
Tests und Kundenmeinungen
Fachmagazine und Testportale bewerten aktuelle Pocketbook-Modelle durchweg positiv. Der Pocketbook InkPad Color 3 erhielt in Tests von Fachredaktionen – darunter ComputerBase, ALLESebook.de und PC Magazin – gute bis sehr gute Urteile. Gelobt wurden vor allem das kräftigere Farbdisplay, die lange Akkulaufzeit, der Wasserschutz und der eingebaute Lautsprecher für Hörbücher. Als Schwäche nannten Tester die im Vergleich zu manchen Konkurrenten etwas langsamere WLAN-Geschwindigkeit und den nicht erweiterbaren Speicher. Die Stiftung Warentest hat Pocketbook-Modelle in ihrem E-Reader-Vergleich (2025) als empfehlenswerte Wahl für Nutzer aufgeführt, die Onleihe-Unterstützung und Formatoffenheit priorisieren.Kundenstimmen in Online-Shops und auf Bewertungsplattformen zeigen ein positives Bild: Käufer schätzen vor allem die große Formatvielfalt, die einfache Bedienung und die Möglichkeit, Bibliotheksbücher auszuleihen. Kritik betrifft gelegentlich die Reaktionsgeschwindigkeit der Oberfläche, die bei einigen Modellen noch minimal hinter Kindle und Tolino zurückliegt. Die früher häufig bemängelten Softwarekinderkrankheiten sind laut neueren Bewertungen bei aktuellen Geräten weitgehend behoben.


























