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Erzwungen oder sinnvoll? – Smartphone-Trends 2022

2021 verhielt sich in Bezug auf Neuerungen und Bahnbrechendes eher zurückhaltend. Der Markt an sich blieb jedoch auch in 2021 in ständiger Bewegung. Wir werfen einen rückwärtigen Blick über die Schulter: Welche Techniken liegen im Trend und womit können wir für das Jahr 2022 rechnen? Werfen Sie mit uns einen Blick darauf, was uns am Horizont erwartet.

Der Smartphone-Markt: In ständiger Bewegung

Das Jahr 2021 war preislich und in Bezug auf die Produktverfügbarkeit zum Release eines neuen Modells massiv von der nach wie vor vorherrschenden Halbleiterknappheit beeinflusst. Die Stückzahlen der Produktion brachen spürbar ein, viele Geräte waren zum Verkaufsstart nur sehr begrenzt verfügbar und am Ende sofort ausverkauft. Hier können wir sicherlich davon ausgehen, dass dieser Trend auch im Jahr 2022 anhalten wird.

Ein Trend hatte sich bereits vor 2 Jahren abgezeichnet: Die Mittelklasse wird von den Herstellern immer stärker bedient und ist daher stärker umkämpft als zuvor. Dieser Trend hat sich auch im Jahr 2021 klar fortgesetzt. Viele Premium-Features werden (oft in abgeschwächter Form) immer mehr in günstigen Geräten verstaut. Mittlerweile müssen Sie nicht mehr als 300 bis 400 Euro für ein rundum gutes Smartphone ausgeben, sofern Sie keine Highend-Ansprüche an das Gerät stellen. Dieser extrem umkämpfte Mittelklasse-Preisbereich hat auch für strukturelle Änderungen gesorgt. Zuvor als Gerätereihe geführte Namen werden bewusst vom Herstellernamen getrennt und als eigene Marke vertrieben, die sich insbesondere auf die Mittelklasse spezialisiert – Poco sei als jüngstes Beispiel dessen zu nennen. Die Poco-Modelle gehörten zuvor noch klar zum chinesischen Tech-Riesen Xiaomi und werden inzwischen als eigene Marke vertrieben.

Die Mittelklasse dürfte auch im Jahr 2022 immer leistungsfähiger werden. Schon jetzt bieten Smartphones in diesem Segment ein oft unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten Nutzer:innen. Die Folge: Die Grenzen zwischen der Mittel- und Oberklasse werden verschwimmen oder gar vollständig verschwinden.

Die besten Mittelklasse-Smartphones

Display-Trends

Rückblickend sind zwei klare Trends erkennbar, die sich auch in 2022 fortsetzen werden. Einerseits haben Hersteller den Vorteil von hohen Bildwiederholraten erkannt. Unterstützen Displays mehr als die üblichen 60 Hz, resultiert dies in wesentlich flüssigeren Bewegungen und geringerer Bewegungsunschärfe. Wenn Sie beispielsweise auf Websites oder in Menüs scrollen, fühlt sich das System sehr viel flüssiger an. Vor allem in günstigeren Preisklassen kommen mittlerweile immer mehr 90-Hz-Displays zum Einsatz. Die ganz teuren Flaggschiffe trumpfen sogar mit 120 Hz oder mehr auf. Hier findet sich diese Technik in hochwertigen OLED-Displays wieder, während günstigere Geräte noch auf weniger helle und kontrastärmere IPS-Displays setzen. Doch auch die OLED-Technologie wurde zuletzt immer häufiger in der Mittelklasse verwendet – ein sehr deutlicher Trend und eine starke Neuerung für diese Preis-Leistungs-Kracher.

Ein zweiter Trend ist eine echte Neuheit, die es im Jahr 2021 auf den Markt geschafft hat. Displays können in der Lage sein, ihre Bildfrequenz dynamisch je nach Art der Anwendung anzupassen. Spätestens seit dem iPhone 13 Pro ist diese Technik auf dem Markt der Flaggschiffe etabliert. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann Hersteller nachziehen und dynamische Bildwiederholraten auch in wesentlich günstigeren Geräten zeigen. Denn diese Technik wirkt sich sehr stark auf die Akkulaufzeit aus und kann hier enorm große Sprünge nach oben zur Folge haben.

Kamera-Trends

Anfang 2021 konnte man noch nicht klar erkennen, wohin die Kamerareise gehen wird. Fakt ist: Ein Trend in Richtung „immer mehr Objektive auf der Rückseite“ ist nicht eingetreten – die Hersteller belassen es im Durchschnitt bei drei Linsen. Dabei lässt sich erkennen, dass vor allem Premium-Modelle auf eine Tele-Linse setzen, um einen hochwertigeren Zoom zu ermöglichen. Mit den letzten Kamera-Protzern à la Samsung Galaxy S22 Ultra oder dem etwas älteren Huawei Mate 40 Pro, das seine Sache wirklich gut macht, wurde ein Trend angestoßen. Wir erwarten, dass künftige Smartphones vor allem hinsichtlich ihrer Zoom-Leistung wetteifern werden. Darüber hinaus hoffen wir, dass an den Makro-Objektiven geschraubt wird. Die meisten 2021-Modelle kamen mit sehr gering auflösenden Makro-Linsen, die zwar eine geringe Naheinstellgrenze ermöglichen, aber einfach keine ansehnlichen Bilder produzieren können. Eine Verbesserung würde dieser praktischen Funktion gut zu Gesicht stehen.

Die besten Kamera-Smartphones 2021

Xiaomi Mi 11 Ultra Mi 11 Ultra
  • Gut

    1,7

Huawei Mate 40 Pro Mate 40 Pro
  • Gut

    1,9

Samsung Galaxy S21 Ultra 5G Galaxy S21 Ultra 5G
  • Sehr gut

    1,4

Apple iPhone 13 Pro iPhone 13 Pro
  • Gut

    1,6

Geräteklasse
Geräteklasse Highend Highend Highend Highend
Display
Max. Bildwiederholrate
Max. Bildwiederholrate 120 Hz 90 Hz 120 Hz 120 Hz
Kamera
Hauptkamera
Auflösung Hauptkamera
Auflösung Hauptkamera 50 MP 50 MP 108 MP 12 MP
Blende Hauptkamera
Blende Hauptkamera 2 1,9 1,8 1,5
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Akku- und Lade-Trends

Xiaomi 11T Pro Charging Das Xiaomi 11T Pro ist in der Lage, seinen Akku mit 120 Watt aufzuladen – damit ist das Handy in Nullkommanix wieder aufgeladen. (Bildquelle: mi.com)

Der Akku bleibt das ewige Leid eines Smartphones und ist für viele Nutzer:innen zu Recht das wichtigste Merkmal. Schließlich möchte man sein Handy nicht unbedingt jeden Tag aufladen und wenn, dann ist es doch ungemein praktisch, wenn ein Akku in einer halben Stunde komplett geladen sein kann. Genau hier haben einige Hersteller schon im Jahr 2021 ein großes Potenzial erkannt. Das Problem: Die Akkus können baubedingt irgendwann nicht mehr größer werden, da der Platz im Gehäuse der Smartphones schlicht nicht mehr ausreicht. Also dürfte der Akku-Trend 2022 klar auf der Verbesserung der Laufzeit bei gleichbleibend großen Akkus liegen. Eine dynamische Bildwiederholrate des Displays hilft hier ungemein, aber auch neue Chipsätze werden 2022 dafür sorgen, dass die Energieeffizienz steigt. Auch dürfte im Jahr 2022 die Devise gelten: Je schneller mein Smartphone geladen wird, desto besser. Mit dem Xiaomi 11T Pro wurde bereits ein Gerät mit sagenhaftem 120-Watt-Schnellladen auf den Markt gebracht. Das Ding ist rund einer halben Stunde vollgeladen – wirklich klasse!

Design-Trends

Google Pixel 6 Google nennt diese Farbe passend „Kinda Coral“, also irgendwie Koralle. Das ist ähnlich verspielt, wie die gesamte Farbgebung der neuen Pixel-Reihe. Eine erfrischende Neuerung. (Bildquelle: store.google.com)

Schwarz, Silber, Grau, allenfalls mal eines in Gold – lange Zeit lang waren dunkle und eher monotone Farben das A und O am Smartphone-Markt. Es sollte möglichst edel, aber unauffällig sein. Die iPhones von Apple haben schon früher oft mit Farben gespielt, seit 2020 hat die Farbvielfalt wieder Einzug gehalten. Dieser Trend setzt sich auch weiterhin fort. Die aktuelle iPhone-13-Riege kommt in beinahe frühlingshaften Farben und wirkt trotz allem edel und schick. Auch Google setzt mit seinem neuen Pixel 6 Zeichen und geht in eine ähnliche Richtung. Hier kommen jedoch mehrere Farben zum Einsatz, der Gesamteindruck wirkt noch poppiger.

Klappen Foldables noch im Jahr 2022?

Es war ein Riesenthema im Jahr 2019, das bis 2020 diskutiert wurde. Lohnt es sich, ein Smartphone zu produzieren, das man aufklappen und so zu einem Tablet-artigen Gerät umfunktionieren kann? Die Hersteller selbst geben eigentlich selbst eine Antwort: nein. Bis auf Samsung sind alle großen Hersteller von diesem Konzept weitestgehend abgesprungen. Der Grund ist einfach: Die Technik ist extrem fehleranfällig, da die biegbaren Displays aus Kunststoff bestehen, sehr leicht zerkratzen und durch das permanente Ein- und Ausklappen Verschleiß wie Risse und Bruchstellen erleiden.

 

Tatsächlich war Samsung der einzige Hersteller, der noch neue Foldables auf den Markt gebracht hat –  das Samsung Galaxy Z Fold 3 und das Galaxy Z Flip 3. Nicht zuletzt auch durch den viel zu hohen Preis konnten diese trotz einer großen Werbekampagne vermutlich nicht für das letztendliche Durchsetzen am Markt sorgen.

von Julian Elison

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