Stärken
Schwächen
Wer sich ein Tablet für den täglichen Gebrauch zu Hause anschaffen möchte, richtet den Blick meist auf Modelle bis 200 Euro. In diesem Preisbereich gibt es durchaus praktische Geräte, auch wenn die Auswahl an Herstellern begrenzt ist. Was günstige Tablets in dieser Kategorie ausmacht und worauf vor dem Kauf geachtet werden sollte, erfahren Sie hier.
Welche Eigenschaften besitzen Tablets unter 200 Euro?
Es liegt nahe zu denken, dass günstige Tablets meist kompakte Geräte sind, doch das stimmt nicht. Vielmehr dominieren in dieser Preisklasse zahlreiche 10-Zoll-Modelle, die hinsichtlich Bedienkomfort und Sehqualität klar im Vorteil gegenüber modernen Smartphone-Displays sind. Der Full-HD-Standard hat sich bei der Displayauflösung inzwischen etabliert, sodass unscharfe Bildschirme selten geworden sind. Zudem bieten aktuelle Modelle zunehmend Bildwiederholraten von 90 Hz, ein Feature, das bisher eher der Mittelklasse vorbehalten war.Natürlich muss in einigen Bereichen gespart werden: Hersteller verbauen häufig weniger leistungsstarke Prozessoren aus der unteren Mittelklasse und reduzieren sowohl den Festplattenspeicher als auch den Arbeitsspeicher. Auch die Kameraausstattung fällt oft schlicht aus, reicht aber für gelegentliche Videoanrufe aus. Die Akku-Kapazitäten unterscheiden sich je nach Hersteller, größere Überraschungen gibt es hier jedoch nicht. Für den normalen Alltag sind die Laufzeiten meist ausreichend, auch längere Filmabende stellen kein Problem dar. Zudem überraschen viele Tablets in diesem Segment mit besseren Lautsprechern als Smartphones.
Amazon zählt zu den beliebtesten Herstellern in dieser Preisklasse, verwendet jedoch ein stark angepasstes Betriebssystem. (Bildquelle: amazon.com)
Günstige Tablets für Kinder: Darauf sollten Eltern achten
Viele Eltern wählen die 200-Euro-Klasse, um ihre Kinder spielerisch an digitale Geräte heranzuführen. Dabei ist es wichtig, passende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Welche das sind und weitere Tipps zum Jugendschutz finden Sie auf unserer Themenseite.Welche Kriterien sind beim Kauf eines günstigen Tablets wichtig?
Für den Multimedia-Einsatz empfehlen wir Tablets mit einem aktuellen Achtkern-Prozessor und mindestens 4 GB RAM. Insbesondere der Arbeitsspeicher ist entscheidend: Bei 3 GB RAM ist die Untergrenze erreicht, während 4 GB für ein flüssiges Multitasking sorgen und Probleme beim Surfen oder Spielen deutlich verringern. Die Akkukapazität sollte idealerweise über 5.000 mAh liegen, um verlässliche Laufzeiten sicherzustellen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Software-Unterstützung: Hersteller, die mindestens zwei bis drei Jahre Android-Updates inklusive Sicherheits-Patches versprechen, sind zu bevorzugen – Samsung und Lenovo schneiden hier in der Budget-Klasse positiv ab. Billige Tablets von unbekannten Marken unterstützen manchmal kein hochauflösendes Videostreaming, beispielsweise bei Netflix. Daher lohnt sich eine genaue Prüfung der Kundenbewertungen, gerade bei weniger bekannten Anbietern.Wie sinnvoll ist ein Amazon-Tablet?
Die Fire HD Tablets von Amazon sind feste Größen in unseren Budget-Tablet-Tests. Teilweise sind sie schon für etwa 100 Euro erhältlich und können technisch in der Preisklasse bis 200 Euro gut mithalten. Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern nutzt Amazon eine stark abgeänderte Android-Version, bei der bekannte Dienste wie der Google Play Store fehlen. Stattdessen greift man auf Amazons eigenen App-Shop zurück, der für die meisten Nutzer ausreichend ist. Das Nachrüsten des Google Play Stores ist über die sogenannte Fire Toolbox (eine Community-App der XDA Developers) zwar möglich und mittlerweile etwas leichter als früher – bleibt aber auch heute noch Technik-affinen Anwendern vorbehalten.Zudem erschweren neuere Firmware-Versionen (Fire OS 8.3 und höher) das dauerhafte Entfernen von Werbung mithilfe von Drittanbieter-Tools. Werbung für Amazons eigene Dienste ist Teil des Geschäftsmodells; gegen einen kleinen Aufpreis lässt sich die Werbung auf dem Sperrbildschirm entfernen. Langfristig plant Amazon, Fire OS durch ein neues Betriebssystem namens „Vega OS“ zu ersetzen, was zukünftigen Geräten vermutlich die Möglichkeit zur nachträglichen Installation des Google Play Stores nehmen könnte.
Insgesamt sind Amazon-Tablets besonders für Prime-Nutzer empfehlenswert, die bereits intensiv Amazons Dienste nutzen. Wer dagegen weniger mit Amazon zu tun hat, ist mit einem Android-Tablet von Samsung, Lenovo oder Xiaomi besser beraten.


























