Stärken
Schwächen
Wenn von Aktivlautsprechern die Rede ist, meint man in der Regel Lautsprecher mit eingebautem Verstärker und einer aktiven Frequenzweiche. Es gibt jedoch auch Aktivboxen, die zwar mit einem Verstärker ausgestattet sind, aber keine elektronische Frequenzweiche besitzen. In beiden Fällen entfällt der Bedarf an einem externen Verstärker, wobei echte Aktivlautsprecher noch einige zusätzliche Vorteile bieten.
Klarer Sound, kraftvolle Bässe und eine gute Ausstattung zeichnen den Nubert nuPro X-3000 RC im Test aus. (Bildquelle: Amazon.de)
Bessere Klangqualität dank eingebauter Weiche? So funktionieren aktive Lautsprecher
Aktivlautsprecher haben sich in den letzten Jahren – besonders im kompakten und mittleren Preissegment – von einem Nischenprodukt zu einer ernsthaften Alternative zu herkömmlichen HiFi-Anlagen entwickelt. Im High-End-Bereich bleiben jedoch passive Lautsprecher mit externen Verstärkern oder HiFi-Receivern weiterhin dominant. Bei passiven Systemen wandert das Signal vom Verstärker zur passiven Frequenzweiche, die aus Kondensatoren, Spulen, Widerständen und weiteren Bauteilen besteht. Diese teilt das Eingangssignal in verschiedene Frequenzbereiche auf und leitet die entsprechenden Frequenzen an die Lautsprechertreiber weiter. Für die Signaltrennung sind dabei starke Widerstände erforderlich, die allerdings das Signal beeinträchtigen, indem sie Phasenverschiebungen verursachen und den Dämpfungsfaktor verringern. Letzterer beschreibt, wie präzise der Verstärker die Membranbewegungen (das Ein- und Ausschwingen) kontrollieren kann. Ist der Dämpfungsfaktor zu gering, entstehen Verzerrungen. Bei Aktivlautsprechern mit elektronischer Frequenzweiche hingegen wird das Signal zuerst aufgeteilt und erst danach verstärkt.Aktivlautsprecher kosten mehr, doch die Mehrkosten relativieren sich
Echte Aktivlautsprecher – egal ob als Regalbox, Standlautsprecher oder Subwoofer – bieten einen höheren Dämpfungsfaktor als passive Lautsprecher mit externen Frequenzweichen. Daraus resultiert eine präzisere Kontrolle über die Membranbewegungen. Diese bessere Kontrolle wird auch dadurch erreicht, dass jedes Chassis von einem eigenen Verstärker angetrieben wird. Zudem können durch aktive Frequenzweichen einfacher verschiedene Anpassungen vorgenommen werden, wie zeitliche Korrekturen, Pegelanpassungen zwischen den Treibern oder gezielte Anhebungen im Frequenzband.
Die meistsen Subwoofer haben einen eingebauten Verstärker und gelten deshalb als aktiv. Hier zu sehen: SVS PB-1000. (Bildquelle: amazon.de)
Ein weiterer Fortschritt aktueller Aktivlautsprecher sind integrierte digitale Signalprozessoren (DSP). Diese ermöglichen nicht nur exakte Weichenfilterungen, sondern auch automatische Raumanpassungen, sodass klangliche Einbußen durch ungünstige Aufstellung oder Raumakustik ausgeglichen werden. Früher waren solche Funktionen nur spezialisierten Modellen vorbehalten, heute sind sie bei hochwertigen Aktivlautsprechern Standard. Hat ein Hersteller zwar einen Verstärker, aber keine aktive Frequenzweiche eingebaut – was bei Mini-Lautsprechern häufig der Fall ist –, entgehen einem diese Vorteile.
Streaming und Konnektivität: Die Stärken moderner Aktivlautsprecher
Ein großer Pluspunkt aktueller Aktivlautsprecher gegenüber klassischen passiven Modellen liegt in ihrer vielseitigen Ausstattung: Viele Lautsprecher aus dem mittleren bis oberen Preissegment bieten WLAN-Streaming, Bluetooth, AirPlay 2 und Chromecast gleich mit an. Dadurch ersetzt man nicht nur den externen Verstärker, sondern oft auch einen separaten Netzwerkplayer oder Streamer. Musik aus Diensten wie Spotify, Apple Music oder Qobuz kann so direkt per App auf die Lautsprecher übertragen werden – ganz ohne Umwege. Wer seine HiFi-Anlage komplett neu aufbaut, findet in diesen Aktivlautsprechern mit integrierter Streaming-Funktion eine platzsparende und klanglich überzeugende Lösung.Der wohl größte Nachteil, speziell bei Modellen mit aktiver Frequenzweiche, sind die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu passiven Lautsprechern. Dafür entfällt aber nicht nur der separate Verstärker, oft wird auch Streaming-Hardware eingespart, was die Gesamtinvestition häufig relativiert.






