Das Wichtigste auf einen Blick:
- inzwischen zum Standard gewordener Analog-Nachfolger
- in IP-Netzen mehr Funktionen als Analogtelefone
- dank HD-Telefonie hohe Sprachqualität
- als Hybrid-Modelle auch an Analoganschlüssen nutzbar
VoIP-Telefone: Ein etablierter Standard im Zeitalter von All-IP
Über viele Jahre hinweg spielten VoIP-Telefone am Markt kaum noch eine Rolle. Sie wirkten überflüssig, denn moderne Router ermöglichten den Anschluss jeder Art von Telefon – egal ob analog, ISDN oder IP-basiert. Selbst an einem IP-Anschluss ließ sich somit das bewährte, preisgünstige Analogtelefon weiterhin nutzen. Die versprochene Sprachqualität der kostspieligen IP-Telefone konnte in der Praxis oft nicht überzeugen, da die Gesprächspartner meist keinen passenden IP-Anschluss hatten.Diese Situation hat sich grundlegend geändert: Die Telekom sowie alle großen Anbieter haben die Umstellung auf IP-Netze inzwischen komplett umgesetzt. Für Neukunden sind analoge und ISDN-Anschlüsse nicht länger verfügbar – All-IP ist jetzt der flächendeckende Standard.
Das bedeutet, dass die technischen Voraussetzungen vorliegen, um mit HD-Codec qualitativ hochwertige Telefongespräche zu führen. Neuere Modelle erzielen daher in Tests bessere Ergebnisse und finden bei den Kunden zunehmend Anklang. Wer heute ein neues DECT-Telefon erwirbt, erhält in der Regel ein vollwertiges IP-Telefon – selbst preisgünstige Varianten sind heute meistens HD-kompatibel und lassen sich direkt am Router betreiben.
Der Fokus der Testberichte richtet sich mehr auf Sonderfunktionen
IP-Telefone bringen mittlerweile zahlreiche Sonderfunktionen mit sich, die zum Alltag gehören. Besonders die FRITZ!Fon-Modelle von AVM bieten eine enge Verzahnung mit der FRITZ!Box: Internetradio, Smart-Home-Steuerung, Wetterinfos und E-Mails können direkt am Mobilteil abgerufen und gesteuert werden. Ob das für jeden interessant ist, steht auf einem anderen Blatt – die Bedienung auf dem kleinen Bildschirm ist aber häufig nicht besonders komfortabel.In Testmagazinen nimmt deshalb ein großer Teil der Bewertung Sonderfunktionen ein: Wie gut sind diese integriert? Funktionieren sie an allen Routern oder nur an bestimmten (beispielsweise ausschließlich an einer FRITZ!Box)? Gibt es Bedienhürden? Außerdem wird geprüft, wie einfach mehrere SIP-Accounts eingerichtet werden können, ob Profile leicht konfigurierbar sind und ob Features wie gleichzeitige Gespräche auf verschiedenen Leitungen zuverlässig funktionieren.
Die Benutzerfreundlichkeit bleibt ein zentrales Testkriterium
Abgesehen davon bildet die Handhabung eines Telefons weiterhin den Kernpunkt jeder Bewertung. Letztendlich sind die genannten Sonderfunktionen nur für eine kleine Zielgruppe entscheidend beim Kauf. Die Mehrheit der Nutzer wünscht sich ein einfach zu bedienendes Telefon, das selbst ältere Familienmitglieder problemlos verstehen. Große Tasten, ein gut lesbares Display, intuitive Menüs und schnell erreichbare Grundfunktionen wie Telefonbuch, Wahlwiederholung sowie das Abhören eines integrierten Anrufbeantworters sind hier deutlich wichtiger.Neben den traditionell im Telefon eingebauten Anrufbeantwortern bieten viele Internetanbieter mittlerweile auch cloudbasierte Voicemail-Dienste, die über den Router oder Tarif bereitgestellt werden. Wer diese Option nutzt, braucht beim Kauf kein Telefon mit integriertem Anrufbeantworter. Wer die Cloud-Lösung nicht verwenden möchte, sollte hingegen auf einen eingebauten AB achten.
Die IP-Telefone mit den längsten Gesprächszeiten:
| Gesprächszeit | Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
|---|---|---|---|---|---|---|
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ab 74,99 € ![]() Gut 2,0 |
200 h |
Einfaches Basistelefon mit altbackener Bedienung Weiterlesen |
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1.238 Meinungen 0 Tests |
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ab 32,89 € ![]() Gut 1,8 |
20 h |
Funktioniert am besten an einem Telekom-Router Weiterlesen |
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12.891 Meinungen 3 Tests |
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ab 42,00 € ![]() Gut 1,8 |
20 h |
Seniorengerechtes Familientelefon für Telekom-Kunden Weiterlesen |
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691 Meinungen 2 Tests |
Was versteht man unter HD-Telefonie und welche Vorteile bietet sie?
Grundsätzlich bedeutet HD-Telefonie, dass die Sprachübertragung über eine Internetverbindung erfolgt, was eine deutlich höhere Bandbreite für das Audiosignal ermöglicht – von etwa 3,4 kHz bei klassischer Telefonie auf bis zu 7 kHz bei HD-Telefonie. Ermöglicht wird dies durch den Audio-Codec G.722. Technisch gesehen findet die HD-Telefonie via Voice over IP (VoIP) statt. Für die Verbindung zwischen Basisstation und schnurlosem Telefon verwendet HD-Telefonie den DECT-Standard CAT-iq – die Abkürzung steht für „Cordless Advanced Technology – internet quality“. G.722 ist in VoIP-Netzen weit verbreitet und wird von den wichtigsten deutschen Anbietern unterstützt.Für den Nutzer bedeutet das, dass mehr Audiodetails übertragen werden, wodurch ein großer Teil von statischem Hintergrundrauschen und störenden Interferenzen unterdrückt wird. Dadurch werden auch emotionale Nuancen der Stimme besser transportiert, sodass die Sprache insgesamt besser verständlich ist.
Welche Voraussetzungen sind für HD-Telefonie nötig?
Im Grunde muss der Nutzer lediglich ein HD-fähiges Telefon besitzen – was bei aktuellen Neuanschaffungen meist Standard ist. Die meisten modernen Internet-Router, etwa die FRITZ!Box von AVM, arbeiten als Telefonanlage und übermitteln die Gespräche per VoIP, sofern eine Breitband-Internetverbindung vorhanden ist.HD-Telefonie funktioniert nur, wenn die komplette Verbindungskette sie unterstützt – also sowohl beide Endgeräte als auch alle beteiligten Anbieter. Wird ein Anschluss gewählt, dessen Anbieter den Codec G.722 nicht unterstützt, wechselt das System automatisch in die Standard-Sprachqualität. Die meisten großen deutschen Anbieter ermöglichen inzwischen HD-Telefonie, doch bei einigen regionalen Anbietern gibt es noch Ausnahmen. Im Zweifelsfall lohnt es sich, beim Anbieter nachzufragen oder die HD-Testfunktion einer FRITZ!Box zu nutzen.
































