Klarstein Klimaanlagen Preiswerte Raumkühler, aber keine Öko-Wunder
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Image-Check: gute bis sehr gute Klimaanlagen für zuhause
- in puncto Umweltwerten entsprechen nur einzelne Modelle dem Stand der Klimatechnik
- erreichen aus Sicht der Testmagazine schnell die gewünschte Temperatur
- preisgünstige Modelle mit z. T. reichhaltiger Ausstattung
- überzeugen in Tests auch mit weiteren Funktionen (Luftentfeuchtung, Ventilation)
- mobile Monoblocks, Split-Geräte zum Festeinbau, Fenster-Klimaanlagen und Luftkühler ohne Schlauch
Image-Check von Klarstein-Klimaanlagen: Was ist von Anlagen der Berliner Chal-Tec-Marke zu halten?
Gute bis sehr gute Klimageräte für zuhause, Modelle mit guter Kühlleistung bei passablem Stromverbrauch und nützlicher Ausstattung. Das ist das, was von Klarsteins Klimageräten nach Tests von Technik zu Hause , Haus & Garten Test und lite-magazin.de am meisten in Erinnerung bleibt. Hinter Modellnamen wie Metrobreeze Rom, Pure Blizzard 3 2G, Pure-Blizzard 5 oder Metrobreeze 9 New York City verbergen sich mobile Klimageräte mit Abluftschlauch und Entfeuchtungs-Funktion, meist hilft ein Timer beim Stromsparen oder lässt das Gerät für Sie in Ihrer Abwesenheit kühlen (und lärmen).
Meist würdigen die Testmagazine die hohen Energieeffizienzklassen und Kühlleistungen von bis zu 10.000 BTU/h. Auch kurze Kühlzeiten, Automatikbetriebe und übersichtliche Bedienpanels sind die großen Stärken der Klarstein-Geräte – aber längst nicht die einzigen. Die Antwort von Klarstein etwa auf die effizienten, aber deutlich teureren De-Longhi-Klimageräte mit Kondenswasser-Recycling-Systemen sind Modelle mit Auto-Wasser-Verdampfungssystem. Dabei wird das durch die Kältemaschine erzeugte Wasser zum größten Teil wieder genutzt und so sehr plausibel für hohe Effizienz geworben. Was an Wasserdampf noch übrig bleibt, wird über den Abluftschlauch nach außen abgeführt oder muss von Zeit zu Zeit aus dem integriertenTank geleert werden.
Treibhausheizer oder Öko-Klimageräte? Welche Umweltwerte verfolgt Klarstein?
Klar: Bei einem Kühlmittel von ökologischer Relevanz zu sprechen, erscheint trivial. Dennoch geht auch Klarstein einen deutlichen Schritt in Richtung umweltfreundliche Kühlmittel und verwendet zum Teil das Kühlgas R290, das Sie vielleicht unter dem Namen "Propan" von Campinggaskochern her kennen. R290 soll einen geringeren Einfluss auf den Treibhauseffekt haben. Dennoch sollten Sie auch die "ökologischen" Klarstein-Klimaanlagen mit R290 nicht im Dauerbetrieb, sondern nur bedarfsgerecht etwa an besonders heißen Tagen einsetzen.
Zumindest bei einigen seiner Monoblocks liegt Klarstein deutlich vor Konkurrenten wie Trotec, Remko oder Suntec Wellness: Modelle wie New Breeze Eco (935 W), New Breeze Eco oder Metrobreeze 9 Las Vegas verwenden das umweltfreundliche Kühlgas R290 (Propan), das dem heutigen Stand der Klimatechnik entspricht, die aber nicht von allen Herstellern mit dem wünschenswerten Nachdruck verfolgt wird. Auch Klarstein führt noch Monoblocks mit klimaschädlichen Kühlgasen im Kältemittelkreislauf (z. B. Pure-Blizzard 5 oder Metrobreeze Rom) mit dem fluorierten Kühlgas R410A.
Dieses Gemisch aus Difluormethan und Pentaflourethan ist ein echter Treibhausheizer und das klimaschädlichste Kühlgas in Tests. Es besitzt ein Treibhauspotenzial von 2.088. Übersetzt auf den Alltag bedeutet das: Entweichen 500 Gramm, schadet das dem Klima in etwa so stark wie ein Flug von Frankfurt nach Dubai. Zum Vergleich: R290 ist nur dreimal so schädlich wie Kohlendioxid. Entweichen 500 Gramm, heizt es das Klima kaum auf, vergleichbar mit einer Bahnfahrt von Düsseldorf nach Köln.
Apropos Lärmbelastung: Sind Klarstein-Klimaanlagen wirklich so leise?
Auch wenn es in den Testberichten von Technik zu Hause oder auch in den Datenblättern des Anbieters manchmal den Anschein erweckt: Klarstein-Geräte sind nicht leiser als andere mobile Klimageräte, die den Kompressor bzw. Verdampfer und Ventilator in einem einzigen Gehäuse vereinen. Zwar ist man bei Klarstein bemüht, mit der Funktion "Schlafmodus" auch Geräte an den Kunden zu bringen, die sich von Klarstein-Anlagen einen schlafzimmertauglichen Lärmpegel versprechen; in ihrem Schlafmodus verringert etwa die New Breeze 9 die Kühlleistung über drei Stunden um 3 °C und hält danach die Temperatur auf diesem Wert. Doch bei Lärmwerten von bis zu 65 dB im Standardbetrieb ist auch hier üblicherweise an Schlaf nicht zu denken.
Was werten die Tester sonst noch kritisch bei den Klimageräten von Klarstein?
Selbst die für ihre milden Testurteile bekannte Redaktion des Online-Magazins Technik zu Hause blickt kritisch auf Details, die Sie, den Verbraucher, im Alltag wurmen könnten. Dazu gehören beispielsweise fehlende oder schlecht zugängliche Wassertanks für den zusätzlichen oder Solo-Entfeuchtungsbetrieb mancher Klarstein-Monoblocks. Doch im Normalfall scheinen die Tester Klarstein darin zu unterstützen, den bislang eher unauffälligen Mitläufer in der Klimabranche zum Image eines Anbieters für rundum empfehlenswerte Markengeräte zu verhelfen. Da ist etwa die Rede von „formschönen" mobilen Klimaanlagen (Metrobreeze 9 New York City; New Breeze 9), an deren Instrumententafeln und modernen Displays Sie alle Funktionen bequem einstellen können – wahlweise aber auch per Fernbedienung abrufen können.
Ausstattung im Vergleich: Wie steht es um das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Klarstein?
Alle für den Anschluss der Klimaanlage benötigten Teile wie Abluftschlauch, Fensterabdichtungen und Batterien für die Fernbedienung liegen dem Lieferpaket in der Regel bei. Alle mobilen Anlagen, auch die Geräte mit Verdunstungstechnik, können Sie zum einfachen Versetzen auf integrierten Rollen fahren. Preislich sind die Monoblocks mit Abluftschlauch nahezu auf Augenhöhe mit den tpyischen Baumarkt-Modellen.
Die Klimageräte für zuhause beginnen schon bei ca. 270 Euro (New Breeze 7). Modelle mit stärkeren Kompressoren und höheren Kühlleistungen kosten zwischen 350 Euro (Metrobreeze Rom) und 500 Euro (z. B. Metrobreeze 12 Las Vegas); auch Geräte mit zahlreichen Extras wie oszillierender Ventilatoröffnung, verschiedenen Timer-Einstellungen, Status-LEDs für die Funktionsauswahl oder Abdichtungs-Sets für Schiebefenster sind preislich nur wenig oberhalb der klassischen Obi-Baumarkt-Modelle (z. B. KGM 9000-90, zum Testzeitpunkt ca. 350 Euro) angesiedelt. Doch ungeachtet der Preise und Gerätetypen ist es schwierig, derzeit überhaupt noch ein Klimagerät bei Klarstein zu ergattern. Selbst bei den etwas schwieriger zu installierenden Frostik-Fenster-Klimageräte ohne Abluftschlauch und den wenig hilfreichen Verdunstungskühlern sind die Verkaufszahlen in den letzten Sommern so radikal gestiegen, dass Klarstein den Bedarf der Kundschaft kaum noch decken kann.
Für welche Raumgröße sind Klarstein-Klimaanlagen geeignet?
Normalerweise gehört die Raumgröße zu den wichtigsten technischen Daten, die die Hersteller zum Vergleich ihrer Klimageräte heranziehen. Doch die optimale Lösung für Ihr Zuhause lässt sich nicht allein an den Datenblättern ablesen, und ohnehin zeigt sich Klarstein zurückhaltend mit der Empfehlung von Raumgrößen. Um die für Sie passende Klarstein-Klimaanlage zu erwischen, sollten Sie neben der Raumgröße auch die Kühllast, Kühlleistung und Umgebungsbedingungen wie die relative Luftfeuchtigkeit, Baustile, Fensteranzahl und Sonneneinstrahlung berücksichtigen.
Welche Klarstein-Klimaanlagen haben den geringsten Stromverbrauch?
Klarstein-Geräte mit Energieeffizienzklasse A oder A+ können Ihre Stromrechnung drücken. Auch wie hoch der stündliche Verbrauch tatsächlich ist, erkennen Verbraucher am Energielabel. Die beste Klasse A+++ benötigt am wenigsten Strom, ist aber Theorie. Bislang konnte sich noch kein Monoblock-Klimagerät in diese beste Ökoklasse einordnen, auch nicht bei Klarstein. Mit Blick auf die schiere Größe Ihres Raums helfen aber Modellrechnungen, das stromsparendste Klarstein-Gerät zu identifizieren. Bei Klarstein sieht das in etwa so aus:
Tipp: Dennoch verbrauchen Monoblock-Klimageräte viel Strom, weshalb es sich lohnt, auf ein festinstalliertes Split-Gerät oder, wenn Ihnen ein kühles Lüftchen zwischendurch ausreicht, auf die stromsparenden Verdunstungskühler von Klarstein zurückzugreifen. Mit einem Verdunstungskühler können Sie die Raumtemperatur jedoch nicht gezielt reduzieren. Bei seinem beliebten Maxfresh Luftkühler-Ventilator (für rund 120 Euro) warnt Klarstein seine Kundschaft sogar ganz explizit vor überzogenen Ewartungen: Es handele sich hierbei nicht um eine Klimaanlage im herkömmlichen Sinn, sondern um einen sogenannten Luftkühler. Nicht eine Abkühlung der Raumtemperatur, sondern der Gebläseluft steht hier im Fokus. Die Kühlwirkung besteht allenfalls in einer Erfrischungswirkung durch den Verdunstungseffekt. Mit diesem nehmen Sie aber auch die Nachteile mit: Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, die aus einem ohnehin schon schwül-warmen Raum u. U. ein anstrengendes Tropenzimmer machen kann.



