Das Wichtigste auf einen Blick:
- Kompressortechnik deutlich effizienter als Verdunstungsklimaanlagen
- Kompressorbetriebene Wohnwagen-Klimaanlagen für jedes Klima geeignet
- Verdunster am besten nur bei trocken-warmem Klima einsetzen
- Verdunster sind leiser als Kompressorgeräte
- Modelle zum Heizen nutzwertig auch in der Übergangszeit und im Winter
Dachklimaanlage mit integriertem Fenster (Bildquelle: amazon.de)
Wohnwagen-Klimageräte im Vergleich: Kompressor- oder Verdunstungstechnologie?
Die Mehrheit der Klimageräte zum Nachrüsten in Wohnmobilen und Caravans arbeitet heutzutage mit einem Kompressor, um die Kühlleistung zu erzeugen. Klimaanlagen, die auf Verdunstungstechnik basieren, sind vergleichsweise selten, da ihre Leistung gegenüber den Kompressor-Geräten deutlich geringer ausfällt. Diese Erkenntnis stützt sich auf Testergebnisse verschiedener Fachmagazine.
Bei Kompressoranlagen erfolgt der Wärmeaustausch in einem geschlossenen System, was viele Vorteile mit sich bringt. Zum Beispiel sind solche Anlagen meist wartungsarm, während Verdunster aufgrund möglicher Kalkablagerungen eine regelmäßige Pflege benötigen.
Ein weiterer Pluspunkt von Kompressor-Klimaanlagen ist ihre nahezu konstante Leistung, unabhängig von Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Verdunstungskühler dagegen verlieren erfahrungsgemäß an Wirksamkeit, sobald die Raumluft feuchter ist, weil dann weniger Wasser verdunsten kann.
Verdunster sind daher am besten geeignet für trockene und warme Luftverhältnisse, zudem bieten sie bei direkter Kühlung einen angenehmen Befeuchtungseffekt. Im Gegensatz dazu funktionieren Kompressor-Klimaanlagen auch in schwül-heißen Klimazonen zuverlässig.
Funktion und Lautstärke: Kompressorklimaanlagen mit Nachteilen
Moderne Dachklimaanlagen der FJX-Baureihe von Dometic arbeiten dank Inverter-Technologie besonders leise und effizient. (Bildquelle: cdn.dometic.com)
Ein wesentlicher Nachteil der Kompressortechnik ist der deutlich höhere Stromverbrauch. Während Verdunster meist direkt am 12-Volt-Bordnetz betrieben werden können und auch im Stand über längere Zeit Strom ziehen, funktioniert die Langzeitnutzung von Kompressor-Klimaanlagen meist nur über einen 230-Volt-Anschluss. Der 12-Volt-Betrieb ist bei den meisten Modellen nur während der Fahrt oder kurzzeitig im Stand möglich – sofern das Modell überhaupt einen Kombibetrieb unterstützt. Wer autark unterwegs sein möchte, kann mit einer ausreichend dimensionierten LiFePO₄-Lithiumbatterie in Kombination mit einer Solaranlage den 230-Volt-Betrieb auch ohne Landstromanschluss ermöglichen – allerdings ist dafür eine sorgfältige Systemplanung nötig.
Beim Anlaufstrom haben moderne Geräte mit Inverter-Kompressor klare Vorteile: Durch die variable Kompressordrehzahl werden hohe Anlaufströme beim Start der Anlage weitgehend vermieden. Ältere Modelle mit festem Kompressortakt benötigen beim Einschalten dagegen deutlich mehr Strom. Bei der Geräteauswahl sollte in jedem Fall auf eine Softstart-Funktion geachtet werden, da nicht alle Campingplatz-Stromanschlüsse hohe Anlaufleistungen problemlos liefern können.
Abgesehen von einigen Ausnahmen sind Kompressoranlagen im Betrieb lauter als Verdunster. Moderne Inverter-Modelle sind hier jedoch erheblich leiser als ältere Geräte. Dennoch sollte beim Einbau auf eine optimale Schalldämmung geachtet werden, um die Geräuschbelastung im Innenbereich zu minimieren.
Wohnwagen-Klimaanlagen im Vergleich: Dachmontage oder Staukasten?
Verdunsteranlagen werden ausschließlich auf dem Dach installiert, während kompressorbasierte Klimageräte auch in Innenstauräumen Platz finden können.
Staukastenklimaanlagen bieten den großen Vorteil, dass die Kühlluftschläuche flexibel an unterschiedliche Bereiche des Wohnmobils oder Caravans angepasst werden können. So lässt sich gezielt beispielsweise nur der Schlafbereich nachts kühlen.
Der Einbau solcher Anlagen ist jedoch aufwendiger, und es geht Stauraum verloren.
Viele Anwender bevorzugen deshalb die Montage auf dem Dach. Hier gilt insbesondere die Installation in der Dachluke als gängige Lösung, da sie einen zusätzlichen Dachausschnitt überflüssig macht. Ein Plus: Klimaanlagen mit integriertem Fenster gleichen den Verlust des vorhandenen Dachfensters und somit auch das Tageslicht wieder aus.
Ein Nachteil der Dachklimaanlagen liegt darin, dass die Kühlluftverteilung auf verschiedene Zonen innerhalb des Wohnwagens nur begrenzt möglich ist. Wohn- und Schlafräume können beispielsweise nicht separat klimatisiert werden. Dafür überzeugt die Montage durch ihre Einfachheit. Neuere Dachklimaanlagen mit separater Luftverteilerbox ermöglichen jedoch mittlerweile eine etwas flexiblere Luftführung als ältere Modelle.
Dachklimaanlagen im Vergleich: Wesentliche Hersteller auf dem Markt
Dometic und Truma zählen zu den führenden Herstellern von Wohnwagen-Klimaanlagen, gefolgt von Marken wie Teleco, Eurom und Klarstein.
Im Test mehrerer Fachmagazine sichert sich die Truma Aventa Comfort mit hervorragender Kühlleistung und einem flexiblen Luftverteilersystem den Testsieg. (Bildquelle: amazon.de)
Dometic hat seine Dachklimaanlagen zuletzt grundlegend überarbeitet. Die aktuelle Generation trägt die Bezeichnung FreshJet FJX4 und FreshJet FJX7 und ist in mehreren Leistungsklassen erhältlich (1.500 bis 3.500 Watt). Alle Geräte wurden auf das umweltfreundlichere Kältemittel R32 umgestellt. Technisch arbeiten aktuelle Topmodelle mit variabel geregeltem Inverter-Kompressor, was sowohl die Lautstärke als auch den Energieverbrauch im Teillastbetrieb erheblich senkt. Beide Hersteller bieten zudem komfortable App-Steuerung per Smartphone: Dometic über die Dometic Climate App, Truma über das Truma iNet System.
Sowohl Dometic als auch Truma bieten außerdem Staukasten-Klimageräte in unterschiedlichen Leistungsklassen an, mit denen Sie unabhängig von der Dachhöhe oder einem Carport den Standort der Anlage flexibel wählen können. Diese Geräte verlagern den Schwerpunkt des Fahrzeugs nach unten, was sich positiv auf die Fahreigenschaften auswirkt.
Kompressortechnologie dominiert den Markt für Wohnwagen-Klimaanlagen
Kompressor-Klimageräte haben sich auf dem Markt aufgrund ihrer deutlich besseren Kühlleistung nahezu durchgesetzt. Manche dieser Geräte verfügen sogar über eine Heizfunktion, wodurch sie auch in der Übergangszeit oder im Winter sinnvoll genutzt werden können. Außerdem arbeiten sie zuverlässig in allen Klimazonen und entziehen in feuchteren Umgebungen sogar die Luftfeuchtigkeit.
Dagegen zeichnen sich noch verbliebene Verdunstungskühler vor allem durch den Betrieb am Bordnetz sowie geringe Lautstärke aus. Empfehlenswert ist ihr Einsatz aber nur in Regionen mit trockenem, moderatem Klima, da ihre Kühlleistung nicht mit der von Kompressorgeräten mithalten kann.
Mobile Klimaanlagen als Alternative – aber mit Einschränkungen
Das Nachrüsten einer leistungsstarken Klimaanlage im Caravan ist meist mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden – je nach Modell und Einbauaufwand sollten Sie mit Gesamtkosten ab rund 1.500 bis 2.500 € rechnen. Daher schlagen Expert:innen oft mobile Klimageräte als günstigere Alternative vor. Diese sind ab etwa 350 € erhältlich und können flexibel auch zu Hause oder in einer Ferienwohnung eingesetzt werden.
Allerdings bringen mobile Geräte Nachteile mit sich: Sie kühlen nicht annähernd so effizient wie spezielle Kompressor-Klimaanlagen und benötigen fast immer einen Abluftschlauch. Dadurch müssen Sie eine Möglichkeit schaffen, den Schlauch ins Freie zu führen. Das ist zwar einfacher als ein nachträglicher Einbau am Dach, aber im täglichen Gebrauch durchaus störend.
Mobile Klimaanlagen sind deshalb eher als Spotkühlung für gelegentlich heiße Tage gedacht. Wer häufig oder dauerhaft in südlichen Ländern unterwegs ist, dürfte mit diesen Geräten nicht zufrieden sein.
Ausführliche Informationen zu mobilen Klimageräten finden Sie in unserem Ratgeber Mobile Klimageräte.
























