Stärken
Schwächen
Sie tippen viel oder sind leidenschaftlicher PC-Spieler? Ihre aktuelle Tastatur leidet unter Abnutzungserscheinungen? Dann lohnt sich die Anschaffung einer mechanischen Tastatur. Sie sind teurer als eine Membrantastatur, halten dafür aber deutlich länger und bieten einen spürbar besseren Tippkomfort. Eines sollte man allerdings wissen: Leisetreter sind sie nicht.
Wie unterscheiden sich mechanische Tastaturen von Standard-Tastaturen?
Günstige Standardtastaturen nutzen Membranschalter. Unter jeder Tastenkappe sitzt eine kleine Gummikuppel, die auf eine Membran gedrückt wird. Das Material ermüdet mit der Zeit, was sich auf das Tippgefühl auswirkt. Mechanische Tastaturen setzen stattdessen auf einen robusten Federmechanismus, der auch nach intensiver und langer Beanspruchung seinen Charakter behält. Hersteller geben für ihre Schalter typischerweise 50 bis 100 Millionen Tastenanschläge Lebensdauer an – was in der Praxis mehreren Jahren intensiver Nutzung entspricht. Einzelne Tastenkappen lassen sich bei Abnutzung ersetzen, was die Lebensdauer weiter verlängert.
Mechanische Tastaturen sind langlebiger als Membrantastaturen und bieten mehr Individualisierungsmöglichkeiten. (Bildquelle: amazon.de)
Der Nachteil: Mechanische Tastaturen sind lauter. Selbst als leise beworbene Modelle übertreffen eine durchschnittliche Membrantastatur im Lautstärkevergleich. Im Großraumbüro kann das zu Unmut bei Kolleginnen und Kollegen führen – hier empfehlen sich Silent-Schalter oder gedämpfte Tastenkappen.
Wie unterscheiden sich die Schaltertypen?
Mechanische Tastaturen sprechen vor allem Vieltipper und PC-Gamer an – mit unterschiedlichen Anforderungen. Vieltipper schätzen einen klaren Druckpunkt und spürbares Feedback, das Vertipper reduziert. Gamer bevorzugen schnell auslösende, leichtgängige Schalter.Der Hersteller Cherry hat die gängige Schalter-Farbcodierung geprägt, an der sich viele andere Anbieter – darunter Kailh, Gateron, Razer und Roccat – orientieren:
- MX Red: Leichtgängig, kein Druckpunkt, schnelles Auslösen. Standard bei vielen Gaming-Tastaturen.
- MX Brown: Spürbarer Druckpunkt ohne Klickgeräusch. Kompromiss für Gamer und Schreiber gleichermaßen.
- MX Blue: Hohes Auslösewiderstand, klar hörbares Klickgeräusch. Optimal für Vieltipper – zu laut für das Büro.
- MX Black: Hoher Widerstand, lineares Auslösen ohne Klick. Gut für Nutzer, die Vertipper minimieren möchten.
- MX Silver: Sehr kurzer Auslöseweg, sehr schnell. Für Gamer und Schnellschreiber mit präziser Tippweise.
- MX Silent: Gedämpfte Varianten von Red und Black mit integrierter Geräuschdämpfung – die bürotauglichste Option unter den mechanischen Schaltern.
Cherry MX ist der bekannteste Schaltertyp für mechanische Tastaturen; viele andere Hersteller orientieren sich an dieser Farbcodierung. (Bildquelle: cherrymx.de)
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Auslösecharaktere: Lineare Schalter (Red, Black, Silver) lassen sich gleichmäßig durchdrücken. Taktile Schalter (Brown, Blue) haben einen spürbaren Widerstandspunkt, der überwunden werden muss.
Neuere Entwicklungen: Hot-Swap und Gasket-Mount
Aktuelle hochwertige mechanische Tastaturen bieten zunehmend zwei Features, die für Enthusiasten relevant sind:- Hot-Swap-Unterstützung: Die Schalter können ohne Löten gewechselt werden. Wer seinen Schaltertyp wechseln oder defekte Schalter ersetzen möchte, zieht den alten heraus und steckt den neuen ein. Das macht die Tastatur langfristig flexibler und günstiger im Unterhalt.
- Gasket-Mount-Bauweise: Die Trägerplatine hängt in der Tastatur elastisch auf Gummidichtungen statt starr verschraubt zu sein. Das ergibt einen weicheren, gefederten Tastenanschlag und reduziert die Vibrationsübertragung auf den Tisch.
Wichtige Ausstattungsmerkmale beim Kauf
Für lange Schreibsessions sind Ergonomie-Features entscheidend: eine Handballenauflage und höhenverstellbare Standfüße reduzieren die Belastung der Handgelenke spürbar. Bei häufiger Zahlenarbeit ist ein Ziffernblock empfehlenswert; wer Platz spart, greift zu einer kompakten TKL- (Tenkeyless) oder 65-Prozent-Tastatur ohne Numpad.Für Gaming-Tastaturen sind RGB-Beleuchtung, Profilspeicher und programmierbare Makrotasten nahezu Standard. Einige Modelle bieten zusätzliche USB-Durchschleifen oder Audioports direkt an der Tastatur.
Wie reinigt man eine mechanische Tastatur?
Die modulare Bauweise mechanischer Tastaturen erleichtert die Reinigung erheblich. Tastenkappen lassen sich einfach abnehmen – viele Hersteller liefern ein Abziehwerkzeug mit; alternativ ist ein Keycap Remover für wenige Euro erhältlich.- Vor der Reinigung die Tastatur vom PC trennen.
- Tastatur umdrehen und ausschütteln oder mit einem Handsauger aufsaugen.
- Oberfläche mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch abwischen – kein Papiertuch, das hinterlässt Partikel.
- Anschließend trocken reiben und vor Wiederinbetriebnahme vollständig trocknen lassen.
- Tastenkappen aus Kunststoff können in warmem Wasser eingeweicht und abgerieben werden. Gummierte Kappen nicht einweichen – das beschädigt die Oberfläche.
Mit einem Keycap Remover lassen sich Tastenkappen einfach und ohne Beschädigung abnehmen. (Bildquelle: amazon.de)


























