Was zeichnet digitale Kompaktkameras aus?
Kompaktkameras werden von vielen Fotografen nicht ganz ernst genommen: Sie würden keine besondere Bildqualität liefern und die vielen automatischen Programme würden zufällig für gute oder schlechte Bilder sorgen, heißt es oft. Und doch sind diese Vorurteile nicht immer berechtigt. Die Bildqualität der Kompakten hat deutlich zugenommen. Auch die Ausstattung ist bei vielen Modellen hervorragend und bietet teilweise auch manuelle Einstellmöglichkeiten.
Was ist wichtiger: Megapixel oder Sensorgröße?
Kompaktkameras sind technisch schnell überholt. Jedes Jahr werden neue Modelle mit noch höherer Auflösung auf den Markt gebracht. Die Megapixel-Zahlen steigen ständig: Waren vor einigen Jahren 4 Megapixel noch überdurchschnittlich, sind es jetzt eher 10 Megapixel und mehr. Allerdings ist die Anzahl der Bildpunkte nicht immer entscheidend für die Bildqualität. Die Größe des Sensors sagt schon mehr über die von der Kamera erbrachte effektive Auflösung und Bildqualität aus. Eine durchschnittliche Sensorgröße ist beispielsweise 1/2,5 Zoll. Kompaktkameras, die größere Sensoren haben, beispielsweise 1/2,3 oder 1/1,7 Zoll sind besser. Denn wenn der Sensor größer ist, sind die Pixel, also die lichtempfindlichen Bildpunkte, größer oder mit mehr Abstand zwischen einander platziert. So treten weniger Bildstörungen auf, die Abbildung entspricht eher der abgelichteten Wirklichkeit. Farben werden besser dargestellt und die Auflösung ist höher. So kann es durchaus vorkommen, dass eine Kompaktkamera, die weniger Megapixel bietet als eine andere, trotzdem höher auflösen kann, wenn sie über den größeren Sensor verfügt.
Welche Ausstattung ist wichtig für die Bildqualität?
Das Objektiv:
Außer der Sensorgröße sind noch andere Faktoren maßgeblich für eine gute Bildqualität verantwortlich. So sollte das Objektiv eine gute Lichtstärke aufweisen. Da in Kompaktkameras Zoomobjektive eingebaut werden, ist die Lichtstärke meist schon aus diesem Grund geringer als bei Festbrennweiten. Eine typische und gute Lichtstärke von Kompaktkameras ist f/2,8. Man findet auch die Angabe F 1:2,8. Sind die angegebenen Werte höher als 3, dann ist das Objektiv zu lichtschwach und liefert weniger gute Bilder bei dunkler Umgebung. Darauf reagieren die Kameras mit einer Erhöhung der ISO-Zahl, was wiederum zu Bildrauschen führt. Am empfehlenswertesten sind Objektive, die eine Lichtstärke unter 2,8 bieten.
Der Bildstabilisator:
In Kompaktkameras werden verschiedene Formen von Bildstabilisatoren eingebaut. Sie sorgen dafür, dass die unmerklichen Bewegungen die beim Fotografieren aus der Hand entstehen kompensiert werden. Der Verwacklungsschutz kann aber auch bewegte Motive ''einfrieren'', die somit scharf abgebildet werden. Generell sind optische und mechanische Bildstabilisatoren besser als ein digitaler Verwacklungsschutz. Bei welcher Kamera der Schutz am wirksamsten ist, kann aber oft nur der Praxistest ans Licht bringen. Der optische Verwacklungsschutz besteht aus beweglichen Linsen, die eine Gegenbewegung zu der Verwacklung erzeugen und somit ausgleichen. Ähnlich sieht es beim mechanischen Bildstabilisator aus: Hier ist es der Sensor, der beweglich gelagert ist. Der digitale Verwacklungsschutz liegt ebenfalls in mehreren Varianten vor. So kann die Kamera mit einer Erhöhung der ISO-Zahl reagieren, was leider oft Bildrauschen hervorruft. Es gibt aber Kompakte, die zwei Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten schießen und diese dann überlagern, um sowohl gute Farben als auch Schärfe herzustellen. Der digitale Verwacklungsschutz wird laufend von den Herstellern verbessert und zeigt einiges Potential, ein höheres Niveau zu erreichen.
Der Weißabgleich / RGB-Filter / Dynamik Optimierer:
Kompaktkameras, die einen automatischen oder manuellen Weißabgleich aufweisen können, sind besonders gut. Sie können mit verschiedenen Lichtsituationen besser umgehen. So kann beispielsweise der farbliche Rotstich, der durch Glühbirnenlicht entsteht, ausgeschaltet werden. Auch ein integrierter RGB-Filter kann sehr nützlich sein. Mit ihm können gezielt die Farbanteile von Rot, Grün und Blau überprüft und verändert werden. Eine ähnliche Funktion hat das Histogramm. Es informiert über die Helligkeit eines Fotos. Der Dynamik Optimierer ist unter verschiedenen Bezeichnungen anzutreffen. Seine Funktion besteht darin, Aufnahmen zu verbessern, die sehr große Kontrastunterschiede aufweisen. So sollen Details in besonders dunklen und besonders hellen Bereichen in ein und derselben Aufnahmen sichtbar bleiben.