Mit einer guten Handykamera kann man eine Digitalkamera bereits zum Teil ersetzen. Was zeichnet die beste Handykamera aus?

Die beste Handykamera – worauf kommt es wirklich an?

Smartphones werden von Jahr zu Jahr technisch immer stärker. Dabei stürzen sich die Hersteller momentan vor allem auf die Kameras und versuchen sich hier durch neue Features abheben zu können. Doch nicht nur die Kameraauflösung steigt stetig, Hersteller verbauen auch immer mehr Objektive in ihren Smartphones. Das ist nicht unbedingt der Fotoqualität zuträglich. Dual-Kamera, Triple-Kamera, Tiefensensor, Pixel-Binning und Blendenöffnungen – wie soll man hier noch durchsteigen? Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, wichtige Funktionen einer modernen Handykamera zu erkennen und erklärt Fachbegriffe sowie Besonderheiten, damit Sie für sich die beste Handykamera finden können.

Viele Megapixel verbessern nicht die Qualität

Die Qualität eines Fotos ist nicht einfach messbar und bleibt ein subjektiv geprägtes Thema. Um sich auf dem Papier abheben zu können, setzen Hersteller daher zunehmend auf mehr Pixel. Die Anzahl der Bildpunkte auf einem Foto erhöht sich von Smartphone-Generation zu Generation. Das Problem: Die reine Auflösung einer Kamera gibt keine Auskunft über die Bildqualität, die sie produziert. Ist etwa das Objektiv von minderwertiger Qualität oder die Blende zu klein, sind Fotos trotz hoher Auflösungen nicht besonders scharf und können in dunkleren Umgebungen schnell störendes Bildrauschen aufweisen.

Die Entwicklung der Smartphone-Kameras

 

Anhand unserer Daten können wir einen Trend klar feststellen: Die Hersteller erhöhen die Auflösungen, während sie die Blende nicht mehr vergrößern – dabei sorgen gerade größere Blenden (je größer die Blende, desto geringer ist die Zahl) für eine bessere Qualität vor allem im Dunkeln. Die Blende verbessert also effektiv die Bildqualität, eine höhere Auflösung hat auf die reine Qualität keinen Einfluss und kann Bildstörungen sogar verstärken.

Die Blende bestimmt die Stärke des Lichteinfalls auf den Bildsensor, der hinter der Blende liegt. Ist die Blende größer, also offener, kann mehr Licht auf den Sensor fallen. Das hat zur Folge, dass er in geringerer Zeit die für ein Foto notwendige Belichtung erreicht. Ist die Blende kleiner, benötigt der Sensor länger. Das führt zu zwei Problemen: Einerseits müssen Sie das Smartphone im Dunkeln länger still halten, was ohne ordentliche Stabilisation oder Stativ nur schwer möglich ist.

 

Jedes Zittern führt dabei zu Unschärfe. Andererseits versucht die Automatik in Ihrer Kamera-App, die Empfindlichkeit des Sensors zu erhöhen. Das hat allerdings zur Folge, dass sich Bildrauschen zu Ihren Aufnahmen gesellt. Wenn Sie scharfe Fotos mit wenig Bildrauschen auch im Schummerlicht knipsen möchten, sollte die Blende möglichst groß ausfallen.

 

Merke: Eine Blende von f/1,7 ist offener, also größer als eine Blende von f/2,0.

Die besten Smartphones mit lichtstarker Blende

  Blende Hauptkamera Unser Fazit Stärken Schwächen Bewertung Angebote
Honor Magic6 Pro

ab 918,00 €

Magic6 Pro

Sehr gut

1,4

1,4 Hig­hend in alter Hua­wei-​Manier

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0 Meinungen

11 Tests

Moto­rola Edge 50 Pro

ab 565,97 €

Edge 50 Pro

Gut

1,8

1,4 Design im Fokus mit Tech­nik zwi­schen Ober-​ und Mit­tel­klasse

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17 Meinungen

6 Tests

Honor 20 Pro

ab 449,99 €

20 Pro

Sehr gut

1,5

1,4 Klar umris­sene Ziel­gruppe

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47 Meinungen

19 Tests

Muss es unbedingt ein 1.000-Euro-Flaggschiff sein?

Es liegt nah, Kameras in neuen Modellen mit höher auflösenden Sensoren und aktueller Technik aus dem Bereich der Digitalkameras auszustatten, sind die Pixel doch ein messbarer und gut vermarktbarer Wert. Doch allein eine hohe Auflösung sorgt beispielsweise nicht für knackscharfe Fotos. Dazu kommt die Tatsache, dass der Großteil der Nutzerinnen und Nutzer selbst die Fotos der besten Handykamera nur auf dem Smartphone-Display betrachtet.

Auch das Teilen und Bereitstellen der eigenen Fotos auf sozialen Netzwerken trifft am Ende zum größten Teil auf Nutzerinnen und Nutzer mobiler Endgeräte – also auf kleine Displays. Im Zuge dessen ist es gar nicht unbedingt notwendig, ein Top-Smartphone der Highend-Preisklasse zu kaufen, wenn Sie hübsche Fotos schießen wollen.

Gerade die Mittelklasse hat in den letzten Jahren gewaltig zugelegt und versucht immer mehr, sich qualitativ deutlich teureren Oberklasse-Smartphones anzunähern. Dual-Kameras, Triple-Kameras, hochauflösende Sensoren – all das finden Sie mittlerweile auch bei deutlich günstigeren Smartphones.

Smartphones zwischen 200 und 500 Euro

Unsere Preis-Tipps mit guten Kameras:

  Auflösung Hauptkamera Blende Hauptkamera Mehrfach-Kamera Auflösung Frontkamera Unser Fazit Stärken Schwächen Bewertung Angebote
Goo­gle Pixel 7a

ab 358,99 €

Pixel 7a

Gut

2,1

64 MP 1,85 vorhanden 13 MP Preis-​Leis­tungs-​Über­flie­ger mit vor­bild­li­cher Soft­ware

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2.641 Meinungen

20 Tests

Nothing phone (1)

ab 339,00 €

phone (1)

Gut

2,0

50 MP 1,88 vorhanden 16 MP Nicht(s) von schlech­ten Eltern – Preis-​Leis­tung und Design vom Feins­ten

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1.284 Meinungen

18 Tests

One­Plus Nord 2T 5G

ab 257,53 €

Nord 2T 5G

Gut

2,1

50 MP 1,8 vorhanden 32 MP Kleine Ver­bes­se­run­gen zum Vor­gän­ger und die­sel­ben Abstri­che

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6.932 Meinungen

11 Tests

Honor 90

ab 349,00 €

90

Gut

2,1

200 MP 1,9 vorhanden 50 MP Aus­ge­wo­gen aus­ge­stat­tet, aber auf Soft­ware-​Seite hinkt es hin­ter­her

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60 Meinungen

10 Tests

Was bringt mir eine extrem hohe Kameraauflösung?

Ein weiterer Trend und Grund für den sprunghaften Anstieg in der Kameraauflösung seit 2019 liegt in einer Technik, die sich Pixel-Binning nennt. Darunter versteht sich das Verfahren der Verbindung von vier Sensorpixeln zu einem großen. Größere Sensorpixel sind essenziell für eine hohe Bildqualität – vor allem in dunklerer Umgebung. Einige Hersteller setzen mit ihren Flaggschiffen jedoch auf besonders kleine Sensorpixel, die dann zu exorbitant hohen Auflösungen im 108 Megapixel-Bereich führen. Ist das Licht schlecht, verbindet eine intelligente Software jeweils vier zusammen liegende Pixel zu einem einzigen.

Die Folge: Die einzelnen Pixel werden größer, die Bildqualität im Dunkeln steigt. Am Ende liegt die tatsächliche Auflösung dann im gewohnten Bereich von beispielsweise 16 Megapixeln oder 27 Megapixeln bei den ganz teuren Flaggschiffen. Im Sonnenschein können Sie dann die Vorteile der hohen Auflösung genießen, vor allem ein starker Digitalzoom ist dann kein Problem.

Vor- und Nachteile sehr hochauflösender Handykameras

Stärken

Schwächen

Sie sollten beachten, dass ein 108-Megapixel-Foto entsprechend viel Platz auf dem Festspeicher Ihres Smartphones einnimmt. Für ein solches 108-Megapixel-Bild fallen 22,6 MB an – damit ist ein Gigabyte bereits bei rund 44 Fotos befüllt. Wenn Sie gerne viele Fotos machen, sollten Sie sich idealerweise eine Speicherkarte anschaffen, sofern Ihr Smartphone einen erweiterbaren Speicher besitzt.

 Zur Speicherkarten-Bestenliste

Fotos im Dunkeln: Was macht eine gute Lowlight-Performance aus?

Einerseits sollte die beste Handykamera für dunkle Szenen eine möglichst große Blende besitzen, um Bildrauschen und Verwacklungen zu minimieren. Andererseits ist auch ein hochwertiger Bildsensor mit möglichst großen Sensorpixeln essenziell für eine hohe Lowlight-Performance in einer Handykamera. Da Smartphone-Sensoren mangels Platz in den kleinen Gehäusen jedoch technisch stark limitiert bleiben, gibt es nicht viel Raum zur Weiterentwicklung.

In diesem Zuge versuchen Hersteller an der Software zu schrauben. Denn auch eine gute Kamera-App mit ausgeklügelter Nachbearbeitung Ihrer Fotos kann einen großen Unterschied machen. Die meisten nativen Kamera-Apps sind allerdings sehr simpel in Ihrem Funktionsumfang.

Sollten Sie mit der Performance Ihrer Kamera unzufrieden sein, könnte der Griff zu einer Premium-Kamera-App etwas nachhelfen. Diese kosten meist nicht mehr als 5 Euro und bieten Ihnen im Gegenzug die volle manuelle Bedienung Ihrer Kamera – ganz, wie man es von einer guten Digitalkamera kennt. Anschließend können Sie Belichtungszeit, ISO-Wert (Sensorempfindlichkeit) und vieles mehr nach Belieben einstellen, um die Kamera optimal an die Lichtverhältnisse anzupassen. Das verbessert die Bildqualität mitunter deutlich.

Bessere Fotos im Dunkeln lassen sich schnell mit einer längeren Belichtungszeit erzielen. Sofern sich das Motiv nicht bewegt, ist hier jedoch meist ein Stativ notwendig, damit Sie das Foto nicht verwackeln. Andernfalls kann man das Smartphone auch an einen Gegenstand – etwa eine Flasche – anlehnen. Doch auch Bewegungen können dann wunderbar einfach für eindrucksvolle Effekte sorgen. Fahrende Autos auf einer nächtlichen Straße ziehen dann beispielsweise lange Leuchtspuren auf dem Foto nach sich. Bei solchen Kniffen zählt: Ein Stativ ist Pflicht!

Apple zeigt, wie wichtig eine gute Software für die Bildqualität ist

iPhone 14 Pro

Gut

1,6

Apple iPhone 14 Pro

23 Tests

120 Meinungen

Bei Apples iOS-eigener Kamera-App können Sie beispielsweise bis auf die Belichtung und einiger Filter keinerlei Einstellungen vornehmen – und trotzdem zählen die Fotos eines modernen iPhones mit zu den besten am Smartphone-Markt, obwohl Apple auf Kameras mit relativ niedrigen Auflösungen setzt. Auch hier zeigt sich: Die Auflösung ist nicht alles. Der Schlüssel zum Erfolg ist auch eine sehr effektive Nachbearbeitung der Fotos, die im Hintergrund während des Abspeicherns geschieht und allerhand Automatisierungen mit einbezieht. Das iPhone 14 Pro hat sogar einen eigenen Chip, der nur für die Berechnung von Parametern zur Verbesserung eines Fotos in Echtzeit herhält.

Zwei, drei oder vier Linsen – ist das notwendig?

Es ist noch nicht allzu lange her, da bestanden rückseitige Handykameras ausschließlich aus einem einzigen Objektiv. Einzelne Geräte brachen recht früh aus diesem Schema aus: LG hat mit seinem Optimus 3D beispielsweise eine zweite Linse integriert, um 3D-Videos für passende Abspielgeräte produzieren zu können. HTC hat dann im One M8 neben einer regulären Linse eine Sensorlinse verbaut, die nur dazu dient, Tiefeninformationen eines Fotos aufzunehmen, um den Fokus auch nach der Speicherung nachträglich ändern zu können – um zum Beispiel den Hintergrund schärfer zu stellen. Diese Technik findet sich auch heutzutage noch in sehr vielen Multikamera-Systemen.

Das Nokia 9 PureView hat eine eindrucksvolle Kamera, leider nur auf Papier. Die beste Handykamera hat es nämlich nicht. Nokia zeigt mit seinem 9 PureView, wie man ein Mehrfach-Kameramodul ad absurdum führen kann. Denn einen wirklich Mehrwert bietet diese Multikamera nicht. Testberichte und Kunden meinen, die Kamera sei noch stark verbesserungswürdig. (Bildquelle: amazon.de)

Die erste Dual-Kamera mit einer aktiv nutzbaren Zweitlinse brachte LG in seinem G5. Neben einer Weitwinkellinse hat LG hier ein Ultraweitwinkelobjektiv verbaut. Zwischen beiden Linsen kann man bewusst nach Belieben hin- und herschalten, um den Bildausschnitt zu erweitern – die erste echte Dual-Kamera.

Das Huawei P9 setzte derweil auf eine andere Technik: Das Zusatzobjektiv ist ein reiner monochromer Sensor, der ausschließlich Schwarzweiß-Informationen einfängt. Ansehnliche S/W-Fotografien sind damit durchaus umsetzbar. Zudem nutzt Huawei den Sensor auch, um die Fotos der Hauptlinse aufzuwerten.

Als Nächstes betrat Apple den Ring und warf mit seinem iPhone 7 Plus erstmals eine echte Telefotolinse als Zweitobjektiv ins Rennen. Mehr oder weniger verlustfreie Zooms sind damit ebenso möglich, wie eine ansehnliche Hintergrundunschärfe aufgrund der unterschiedlichen Brennweiten beider Objektive – diese nennt man auch Bokeh.

Mittlerweile gibt es Mehrfach-Systeme aller Hersteller in allen möglichen Ausführungen. Dabei sind auch Makrolinsen immer mehr ein Thema, die es Ihnen erlauben, besonders nah an ein Objekt heranzugehen. Sie sollten dabei beachten, dass es sich bei einer beworbenen Dual-Kamera, die lediglich einen Tiefensensor als Zweitlinse besitzt, nicht um eine Dual-Kamera im eigentlichen Sinne handelt. Zwar nutzen Hersteller diesen Begriff gerne zu Marketing-Zwecken, wirklich nutzen können Sie in einem solchen Fall jedoch nur ein Objektiv.

Daher sollten Sie darauf achten, welche Objektive im Smartphone Ihrer Wahl verbaut wurden. Ein System bestehend aus Weitwinkel und Tele erzeugt so gut wie immer ansehnlichere Portraits mit Bokeh als es ein System mit reinem Tiefensensor und nachträglicher Software-Unschärfe tut. Ob und welche Art von Kamera man benötigt, muss jeder für sich aufgrund seiner fotografischen Vorlieben entscheiden.

Premium-Fototechnik ist immer noch eine Seltenheit bei Smartphones

Als einer der wenigen Hersteller, fokussiert sich Sony mit seinen Xperia-Modellen etwas stärker auf die Kameratechnik als es Konkurrenten tun. Das ist auch nicht verwunderlich, zählt Sony mit seinen Spitzenkameras der Alpha-Serie zum unangefochtenen Platzhirsch unter den Systemkameras. Mit dem Sony Xperia 1 V liefert der Kamera-Hersteller ein Smartphone der Premium-Klasse, das einige Top-Features der eigenen Systemkameras verwendet. Die Vierfachkamera nutzt einen Autofokus, der sich in Echtzeit (Realtime-Eyetracking) auch in der Bewegung stets auf die Augen ausrichtet, was sowohl bei Menschen als auch bei Tieren funktioniert. Sogar besonders schnelle Serienbildaufnahmen (Burst-Modus) mit 20 Bildern/Sekunde sind möglich.

Das Sony Xperia 1 II dient als Remote Display für eine Kamera. Sie können Sony-Xperia-Modelle sogar als Remote Display für Ihre Sony-Alpha-Kameras verwenden. (Bildquelle: sony.de)

Sie können das Smartphone auch mit Ihrer Alpha-Kamera koppeln, um das Handy als externen Sucher zu verwenden. Für Fotograf:innen und Besitzer:innen einer Alpha-Systemkamera, die nach einem starken Smartphone mit Fotografiefokus suchen, ist das ein spannendes Ausstattungspaket. Sony zeigt damit wegweisend, in welche Richtung sich Handykameras entwickeln können, denn die Smartphone-Fotografie wird von Jahr zu Jahr wichtiger.

Xperia 1 V

Gut

2,0

Sony Xperia 1 V

13 Tests

17 Meinungen

von Julian Elison

Fachredakteur im Ressort Computer & Telekommunikation – bei Testberichte.de seit 2016.

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