Das Wichtigste auf einen Blick:
- Akku-Modelle: für präzise Zuschnittarbeiten
- Netzbetriebene Geräte: für anspruchsvolle Trennarbeiten
- Wichtige Kaufkriterien: Wiederanlaufschutz, Vibrationsdämpfung, Sanftanlauf, Überlastungsschutz, Automatik-Stopp, Rückschlagschutz
- Auf sicheres Arbeiten achten - einges gesetzlich geregelt
Der Name Winkelschleifer leitet sich von der Art seines Antriebs ab; in Deutschland ist zudem der Begriff „Flex" als Synonym weit verbreitet. Hauptsächlich kommen diese Geräte zum Schneiden harter Materialien wie Metall, Fliesen und Stein zum Einsatz. Mit der jeweils passenden Scheibe lassen sich zudem Polierarbeiten erledigen, Schweißnähte glätten oder Rost entfernen. Die meisten Modelle verfügen über einen zusätzlichen Handgriff, der meist abnehmbar ist und dadurch sowohl für Rechts- als auch Linkshänder eine optimale Griffposition ermöglicht. Seltener sind Varianten ganz ohne Zusatzgriff, welche durch ihre kompakte Bauweise besonders handlich sind; ihr Scheibendurchmesser erreicht dabei meist bis zu 76 Millimeter.
Wegen des intensiven Funkenflugs ist das Tragen von Schutzkleidung unerlässlich. (Bildquelle: amazon.de)
Welcher Winkelschleifer eignet sich für welche Aufgaben?
- Kompakte, handliche Einhandschleifer mit Akku: optimal geeignet für präzise Zuschnittarbeiten an Fliesen, Rohren und ähnlichem
- Große, netzbetriebene Winkelschleifer: ideal für anspruchsvolle Trennarbeiten in Metall, Stein oder Mauerwerk sowie zum Schleifen und Schruppen von metallischen Oberflächen
Welche Merkmale sollte ein Winkelschleifer mitbringen?
Für anspruchsvolle Arbeiten empfiehlt sich ein Modell mit abnehmbarem Zusatzhandgriff, dadurch lässt sich das Gerät je nach Einsatz sicher und komfortabel greifen. Die Griffzonen sollten rutschfest und ergonomisch geformt sein, damit der Winkelschleifer gut in der Hand liegt und präzise geführt werden kann. Ein drehbarer Zusatzgriff erhöht den Bedienkomfort zusätzlich. Eine Drehzahlvorwahl ist besonders praktisch, wenn man verschiedene Materialien bearbeitet und unterschiedliche Aufsätze nutzt, wie zum Beispiel (Diamant-)Trennscheiben, Schrupp- und Fächerscheiben, Schleifteller oder Drahtbürsten.Üblicherweise erreichen Winkelschleifer Drehzahlen bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute. Die gängigen Scheibendurchmesser liegen zwischen 115 und 230 Millimetern.
Wichtig für die Anwendersicherheit sind Funktionen wie Wiederanlaufschutz (seit 2015 nach der Betriebssicherheitsverordnung für neu beschaffte Winkelschleifer gesetzlich verpflichtend), Vibrationsdämpfung, Sanftanlauf, Überlastungsschutz, Automatik-Stopp und Rückschlagschutz (auch „KickBack Control"). Letzterer erkennt, wenn sich eine Scheibe verkantet oder einklemmt, und schaltet den Motor innerhalb eines Sekundenbruchteils ab – dies gilt bei professionellen Anwendern und vielen Baustellen inzwischen als Mindestanforderung. Premium-Modelle bieten zusätzlich eine Drop Control-Funktion, die das Gerät automatisch abschaltet, sobald es auf den Boden fällt. Auch eine konstante Drehzahlregelung unterstützt ein gleichmäßiges Arbeitsergebnis. Gerade beim Schleifen von Stein entsteht viel Staub, weshalb eine integrierte Staubabsaugung von Vorteil sein kann.
Eine praktische Spindelarretierung erleichtert den Scheibenwechsel. Zwar ist ein komplett werkzeugloses Wechseln bei den meisten Modellen nicht möglich, da zum Festziehen meist ein im Lieferumfang enthaltener Schlüssel erforderlich ist. Einige Hersteller bieten jedoch Systeme wie Fein mit „QuickIN" oder Bosch mit „X-Lock" an, bei denen das Austauschen der Scheiben schneller und ohne Werkzeug funktioniert.
Akku-Winkelschleifer oder stromgebundene Geräte – was ist besser?
Generell verfügen kabelgebundene Winkelschleifer über mehr Leistung als Akku-Varianten. Dank kontinuierlicher Fortschritte in der Akku-Technologie sind diese jedoch mittlerweile sehr leistungsstark und punkten besonders mit ihrem komfortablen, kabellosen Arbeiten ohne Einschränkungen. Viele namhafte Hersteller bieten heute herstellerübergreifende Akku-Plattformen an, sodass ein Akku für unterschiedliche Geräte genutzt werden kann.Worauf sollte man beim Umgang mit einem Winkelschleifer achten?
- Tragen Sie stets funkenfeste Arbeitskleidung, passende Schuhe, Handschuhe, eine Schutzbrille (oder Gesichtsschutz gemäß DIN EN 166), Atemschutz und Gehörschutz!
- Bevor Sie die Scheibe wechseln: Ziehen Sie den Netzstecker oder entnehmen Sie den Akku!
- Verwenden Sie stets die vom Hersteller vorgesehene Scheibenart
- Halten Sie das Werkzeug immer mit beiden Händen, auch wenn nur ein Griff vorhanden ist, das gewährleistet eine sichere Führung
- Erst wenn Scheibe, Zusatzgriff und Schutzhaube sicher montiert sind: Stecker einstecken bzw. Akku einsetzen und Gerät einschalten
- Werkstücke müssen fest eingespannt oder gesichert sein, damit sie nicht verrutschen
- Warten Sie, bis die Maschine auf voller Drehzahl ist, bevor Sie mit dem Schneiden beginnen
- Führen Sie den Winkelschleifer nach getaner Arbeit langsam aus dem Werkstück heraus, schalten das Gerät aus und lassen es auslaufen
- Das Ablegen des Winkelschleifers mit noch nachlaufender Scheibe ohne geeignete Ablagevorrichtung ist verboten – die noch rotierende Scheibe kann das Gerät unkontrolliert wegschleudern
- Netzstecker ziehen oder Akku entfernen
Bild 2 verdeutlicht die korrekte, beidhändige Handhabung eines Winkelschleifers! Bild 1 illustriert hingegen ein falsches Halten. (Bildquelle: bghm.de)
Tipp: Eine Trennscheibe ist nicht zum Schleifen geeignet, da sie durch ihre dünne Bauweise brechen könnte. Für Schleifarbeiten kommen spezielle Schleifscheiben zum Einsatz. Achten Sie stets darauf, die richtigen Scheiben für Ihre Anwendung zu verwenden! Schleifscheiben haben außerdem ein Verfallsdatum (aufgedruckt oder auf dem Metallring im Zentrum). Abgelaufene Scheiben dürfen nicht mehr verwendet werden, da sie durch Alterung brüchig werden können.
Kann ich jede Scheibe in jeden Winkelschleifer einlegen?
Nein. Die passende Scheibengröße lässt sich meist aus dem Modellnamen ableiten, beispielsweise beim Bosch GWS 9-115 Professional, oder findet sich in der Bedienungsanleitung beziehungsweise auf dem Typenschild. Diese Angaben legen die maximal zulässige Größe der Trenn- oder Schleifscheibe fest. Zudem ist darauf zu achten, dass die Scheibe für eine gleiche oder höhere Drehzahl ausgelegt ist als der Winkelschleifer sie erreicht.Achten Sie unbedingt auf die auf der Scheibe angegebene Drehzahl!
Ist die maximal zulässige Drehzahl der Trenn-, Schrupp- oder Schleifscheibe niedriger als die Ihres Winkelschleifers, besteht die Gefahr, dass sich die Scheibe löst und zu einem gefährlichen Geschoss wird.Bei Diamanttrennscheiben ist zudem auf die vorgeschriebene Drehrichtung zu achten!
























