Das Wichtigste auf einen Blick:
- Arbeitserleichterung durch wenig Kraftaufwand
- Schneller Arbeitsfortschritt
- Oberflächenbearbeitung von unterschiedlichen Materialien (Holz, Metall, Kunststoff)
- Akkugeräte bieten mehr Flexibilität als kabelgebundene Modelle
- Elektroschleifer haben mehr Ausdauer
Welche Kriterien sind für Testmagazine bei Schleifgeräten entscheidend?
In den Tests stehen verständlicherweise die praktischen Prüfungen im Vordergrund: Sie möchten schließlich erfahren, wie der Schleifer auf verschiedenen Flächen, an Kanten und in Ecken funktioniert. Ebenso wichtig ist ein zügiger Arbeitsfortschritt. Eine einfache und benutzerfreundliche Bedienung wird ebenfalls positiv bewertet, denn niemand will unnötig lange in der Anleitung blättern. Zudem liegt den Testern das schnelle und unkomplizierte Wechseln der Schleifmittel am Herzen – idealerweise komplett ohne Werkzeug. So sparen Sie wertvolle Zeit, wenn große Flächen bearbeitet oder zwischen unterschiedlichen Körnungen des Schleifpapiers gewechselt werden muss.Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist das effektive Auffangen des entstehenden Schleifstaubs, da dieser gesundheitsschädlich sein kann (beispielsweise bei alten Lackschichten oder Schleifstaub von Eichen- und Buchenholz). Hersteller verwenden hierfür meist Filterkartuschen oder Staubfangbeutel, die jedoch in der Praxis oft nur unzureichend arbeiten. Zahlreiche Testergebnisse zeigen immer wieder, dass die meisten Geräte hier ihre Schwächen haben. Nur durch die Verbindung mit einer externen Staubabsaugung (wie etwa einem Werkstattsauger) lässt sich nahezu staubfreies Arbeiten gewährleisten. Leider sind passende Adapter hierfür meist nicht im Lieferumfang enthalten. Darüber hinaus empfiehlt sich – je nach Holzart und Material – das Tragen einer Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 oder FFP3 (siehe Abschnitt „Essenzielle Schutzmaßnahmen").
Welches Schleifgerät passt zu welcher Anwendung?
Für abgerundete Flächen eignet sich ideal ein Exzenterschleifer, wie hier der akkubetriebene AdvancedOrbit. (Bildquelle: bosch-do-it.de)
Wer schon einmal im Baumarkt war, kennt die verschiedenen Schleifertypen, die jeweils für spezielle Einsatzbereiche konzipiert sind. Eines haben alle gemeinsam: Sie dienen dazu, die Oberflächen unterschiedlicher Materialien zu glätten oder zu polieren. Die richtige Wahl des Schleifers ist entscheidend für ein zufriedenstellendes Schleifergebnis.
Große Flächen mit einem Deltaschleifer zu bearbeiten, kann unschöne Schleifrillen im Holz hinterlassen, die sich nur schwer beseitigen lassen. Für große, ebene Flächen sind daher eher ein Schwingschleifer oder ein Exzenterschleifer zu empfehlen. Muss viel Lack abgetragen werden, wie bei Türen oder Treppenstufen, erweist sich ein Bandschleifer als bessere Option. Trotz seines hohen Gewichts ermöglicht er auf ebenen Flächen ein schnelles und effizientes Abtragen.
Dank moderner Lithium-Ionen-Akkus gibt es zunehmend mehr Akkuschleifmaschinen. Aktuelle Modelle setzen dabei verstärkt auf bürstenlose Motoren (Brushless), die eine längere Akkulaufzeit, geringeren Verschleiß und eine höhere Lebensdauer bieten als herkömmliche Bürstenmotoren – und sich im mittleren und oberen Preissegment inzwischen als Standard etabliert haben. Da viele Hersteller komplette Akku-Systeme anbieten, lohnt sich die Anschaffung besonders, wenn Sie ein sogenanntes Solo-Gerät ohne Akku und Ladegerät wählen und bereits Akkus desselben Systems besitzen. Elektroschleifer sind meist günstiger, allerdings ist man durch das Kabel in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Wegen ihrer konstanten Leistung sind netzgebundene Schleifer hingegen besser für längere und anspruchsvollere Einsätze geeignet.
| Schleiftyp | Eigenschaften |
|---|---|
| Handschleifer |
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| Deltaschleifer |
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| Multischleifer |
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| Schwingschleifer |
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| Exzenterschleifer |
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| Bandschleifer |
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| Winkelschleifer |
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| Trockenbauschleifer (Langhals-Schleifer) |
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Essenzielle Schutzmaßnahmen beim Schleifen
- wenn möglich draußen arbeiten
- in Innenräumen unbedingt geeignete Staubabsaugung verwenden
- beim Schleifen von Weichholz (z. B. Kiefer, Fichte) eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 tragen
- beim Schleifen von Hartholz (z. B. Eiche, Buche, Tropenholz) sowie beim Abtragen unbekannter Lackschichten unbedingt eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP3 tragen – Hartholzstaub gilt als krebserregend (Nasenschleimhautkrebs)
- Schutzbrille tragen, um Augen vor aufwirbelndem Schleifstaub und Splittern zu schützen
- bei längeren Arbeiten ist das Tragen von Gehörschutz ratsam
Regelmäßiges Entleeren der Staubfangkartusche sorgt für staubarmes Arbeiten. (Bildquelle: bosch-do-it.de)
Korrektes Schleifen am Beispiel Holz
Holz lässt sich sowohl von Hand als auch mit Schleifmaschinen bearbeiten. Der Vorteil der Geräte liegt darin, dass sie weniger Kraft erfordern und schneller zu Ergebnissen führen. Dennoch kann es manchmal sinnvoller sein, feine Nacharbeiten von Hand durchzuführen, besonders wenn nur wenig Material entfernt werden soll oder die Oberfläche zu klein ist für den Einsatz einer Maschine.Achten Sie auf die Qualität des Schleifmittels. Für Schleifmaschinen werden die Papiere meist mit einer Klettrückseite versehen, was das schnelle und einfache Wechseln ermöglicht. Für harte Holzarten empfiehlt sich Korund, ein synthetisches Korn, das deutlich härter ist und langsamer verschleißt als natürliche Stoffe wie Quarz. Bei weicheren Holzarten wie Kiefer oder Fichte ist hingegen ein natürliches Schleifmittel oft besser geeignet. Die Körnung des Schleifmittels bestimmt, wie viel Material abgetragen wird. Beginnen Sie bei Holzoberflächen mit einem Schleifpapier der Körnung 80. Für Lackschichten kann auch eine Körnung von 40 oder 60 notwendig sein, wobei sich Fehler dabei nur schwer wieder korrigieren lassen. Für feinere Arbeiten ist eine 80er-Körnung empfehlenswert.
Schleifen Sie stets in Faserrichtung beziehungsweise längs zur Holzmaserung. Querschleifen kann unschöne Kratzer verursachen, die schwer zu entfernen sind. Je nach Zwischenergebnis wählen Sie ein immer feineres Schleifpapier. Nach jedem Schleifgang sollten Sie den Staub entfernen und die Oberfläche mit der Hand abtasten, um Unebenheiten zu entdecken.
Tipp: Wenn Sie die Holzoberfläche nach dem Schleifen mit einem feuchten Tuch abwischen, richten sich die Holzfasern auf, die noch nicht vollständig abgeschliffen sind.
Für den finalen Schliff empfiehlt sich ein sehr feines Schleifmittel. Dieser Aufwand zahlt sich aus – besonders wenn Sie die Holzoberfläche nach dem Schleifen nur beizen oder ölen möchten.
Schleiftechnik im Überblick:
- Grobschliff (immer längs zur Faser, Schleifmittel mit Körnung 40 bis 60)
- Schleifstaub entfernen; Oberfläche anfeuchten und trocknen lassen
- Mittelschliff (wieder längs zur Faser; mittlere Körnung zwischen 80 und 120)
- Staub mit feuchtem Tuch entfernen und trocknen lassen
- Feinschliff (längs zur Faser, feine Körnung von 180 bis 240 verwenden)






















































