Stärken
Schwächen
Kurvenschnitte gelingen am besten mit einem schmalen Sägeblatt und ohne Pendelhub – die Königsdisziplin der Stichsäge. (Bild: amazon.de)
Die Stichsäge – auch Pendelhub-Stichsäge – ist eines der vielseitigsten Werkzeuge in der Heimwerkstatt. Je nach Sägeblatt können Sie Holz, Metall und Kunststoffe bearbeiten, gerade wie auch kurvige Schnitte ausführen und selbst in schwer zugängliche Bereiche sägen. Wer regelmäßig sägt, kommt an einer Stichsäge kaum vorbei.
Was testen Fachmagazine bei Stichsägen?
In Vergleichstests stehen vor allem saubere, präzise Schnitte im Vordergrund, ob gerade geführt am Anriss oder als Kurvenschnitt. Dabei zeigen sich teils erhebliche Unterschiede, die nicht zwangsläufig vom Preis abhängen: Auch Einsteigermodelle können im Test vollständig überzeugen.Stiftung Warentest prüfte zuletzt 2016 insgesamt 19 Stichsägen und stellte dabei sehr große Qualitätsunterschiede fest: Die Urteile reichten von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Zwei Profimodelle lagen an der Spitze, zwei günstigere Bügelgriff-Modelle überzeugten als Preis-Leistungs-Sieger. Sechs Geräte fielen mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“ durch – teils wegen schwacher Schnittleistung, teils wegen mangelhafter Haltbarkeit im Dauertest. Neuere Stichsägen-Tests der Stiftung Warentest liegen nicht vor. Für aktuelle Testergebnisse aus Fachmagazinen lohnt sich ein Blick in unsere Bestenliste: Das Fachmagazin selbst ist der Mann testete 2024 neun Akku-Stichsägen, Testsieger war die Einhell TP-JS 18/135 Li BL mit dem Urteil „sehr gut“.
Im DIY-Bereich schneiden Einhell, Ryobi und Bosch (grüne Heimwerkerlinie) regelmäßig gut ab. Im Profi-Segment liegen Makita, Festool, Metabo sowie AEG traditionell vorn.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Ein werkzeugloser Sägeblattwechsel ist heute Standard bei Modellen ab der mittleren Preisklasse. Hier genügt ein Hebeldruck. Bei sehr günstigen Geräten ist noch ein Inbusschlüssel oder Schraubendreher nötig, was im Alltag umständlich ist. Auch die Fußplatte sollte sich einfach und stufenlos verstellen lassen, um Gehrungsschnitte (schräge Schnitte) herstellen zu können. Profi-Modelle haben häufig einen massiven gegossenen Metallfuß, einfachere Geräte einen gebogenen Blechfuß – das ist für gelegentlichen Einsatz völlig ausreichend.Nützliche Extras im Überblick: Eine Auslaufbremse stoppt das Sägeblatt nach dem Loslassen des Schalters schnell. Das erhöht die Sicherheit und schont das Blatt. Eine Blasfunktion hält die Schnittlinie frei von Spänen und verbessert die Sicht. Eine Peilhilfe am Sägeschuh erleichtert das genaue Führen am Anriss. Eine LED-Beleuchtung hilft bei schlechten Lichtverhältnissen. Den Staubsaugeranschluss sollten Sie vor allem beim Sägen in Innenräumen nutzen. Die Drehzahlregulierung ermöglicht es, die Schnittgeschwindigkeit ans Material anzupassen. Das ist besonders wichtig bei Metall und Kunststoff. Ein Laser zur Schnittlinienführung ist praktisch, aber kein Muss, solange Blasfunktion und Peilhilfe vorhanden sind.
Netzbetrieb oder Akku?
Akku-Stichsägen sind heute die dominierende Bauform. Sie bieten volle Bewegungsfreiheit – kein Kabel, das stört oder versehentlich durchgesägt werden kann. Moderne Geräte mit Brushless-Motoren erreichen die Leistung kabelgebundener Modelle und sind für die meisten Heimwerkeranwendungen vollkommen ausreichend. Ein weiterer Vorteil: Wer bereits andere Akku-Werkzeuge derselben Marke besitzt, kann den gleichen Akku weiterverwenden. Das spart Geld beim Systemaufbau. Kabelgebundene Stichsägen haben dagegen einen Vorteil bei langen, intensiven Sägesessions: Sie liefern dauerhaft konstante Leistung ohne Ladeunterbrechung.Pendelhub: Lohnt er sich?
Wer die Stichsäge nur selten benutzt, kommt mit einem einfachen Modell ohne Pendelhub aus. Für regelmäßigen Einsatz empfiehlt sich jedoch eine Pendelhub-Stichsäge – und da heute praktisch alle Modelle ab mittlerer Preisklasse über diese Funktion verfügen, ist sie ohnehin kaum noch wegzudenken.Beim Pendelhub bewegt sich das Sägeblatt nicht nur auf und ab, sondern schwingt bei der Aufwärtsbewegung zusätzlich nach vorn. Das Ergebnis: schnellerer Sägefortschritt, bessere Sicht auf die Schnittlinie (Späne werden nach unten abtransportiert) und weniger Hitzeentwicklung am Blatt. Nachteil: Das Schnittbild wird rauer und ausgefranster, besonders bei Weichholz wie Kiefer oder Tanne und bei beschichteten Platten wie Küchenarbeitsplatten. Für Kurvenschnitte und für Metallschnitte sollte der Pendelhub abgeschaltet werden. Einen Spanreißschutz, der vor dem Sägeblatt in den Fuß eingesetzt wird, minimiert das Ausfransen.
Kaufen Sie möglichst eine Stichsäge mit Pendelhubfunktion, denn sie lässt sich bei Bedarf einfach abschalten. Die Faustregel: Je härter und dicker das Material, desto höher die Pendelstufe. Je feiner und sauberer der Schnitt sein muss, desto niedriger – oder ganz aus.
| Vorteile Pendelhub | Nachteile Pendelhub |
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Eine klare Peilhilfe am Sägeschuh erleichtert es erheblich, dem Anriss präzise zu folgen. (Bild: bosch-do-it.de)
Das richtige Sägeblatt
Das Sägeblatt ist das entscheidende Werkzeug der Säge. Es bestimmt, welches Material Sie bearbeiten können, wie sauber der Schnitt wird und wie tief die Säge ins Material eindringen kann. Dabei spielen Zahnteilung (eng oder weit), Zahnausrichtung (nach oben oder unten) und Blattbreite eine wesentliche Rolle: Ein schmales Blatt führt sich leichter um Kurven, ein breites ist stabiler für gerade Schnitte. Ein dickeres Blatt bleibt länger scharf, benötigt aber mehr Kraft.Viele Sägeblätter für Stichsägen folgen dem weit verbreiteten T-Schaft-System, das von Bosch entwickelt wurde und heute bei den meisten Herstellern als Standard gilt. Ältere Geräte und einige Hersteller wie Fein verwenden den U-Schaft (auch Universalschaft). Prüfen Sie vor dem Kauf von Sägeblättern immer, welche Aufnahme Ihre Säge hat, denn die Schäfte sind nicht untereinander kompatibel. Herstellerangaben helfen bei der richtigen Auswahl.
Damit das Sägeblatt nicht vibriert oder bricht, haben viele Stichsägen eine Führungsrolle hinter dem Blatt, die es abstützt und für einen ruhigeren, saubereren Schnitt sorgt.
Tragen Sie beim Arbeiten mit der Stichsäge stets Schutzbrille, Gehörschutz und Arbeitshandschuhe. Greifen Sie nie in ein laufendes oder nachlaufendes Sägeblatt. Achten Sie darauf, dass das Netzkabel nicht in den Schnittbereich gerät. Klemmen Sie das Werkstück vor dem Sägen sicher fest.



























