Das Wichtigste auf einen Blick:
- Nahezu alle Wasserkocher mit guter Testnote beim Kochen
- Größte Unterschiede bei der Handhabung
- Schadstoffbelastung kein Thema
Nur Gaskocher kochen günstiger als Wasserkocher
Der Erfolg der Wasserkocher basiert zum einen auf der Zeitersparnis gegenüber dem Erhitzen auf einem Herd. Für einen Liter heißes Wasser benötigen Sie etwa drei Minuten, wobei die Unterschiede zwischen den Modellen nur Sekunden betragen. Zum anderen spielt, gerade im Kontext des Klimawandels, das Argument der Energieersparnis durch Wasserkocher eine immer größere Rolle. Einige Zahlen der Stiftung Warentest verdeutlichen dies: Für das Erhitzen von 2,5 Litern Wasser ist folgender Energieaufwand nötig (in Klammern die durchschnittliche Kochzeit):- Mikrowelle: 231 Wh (12:18 min)
- Herdplatte: 208 Wh (06:18 min)
- Glaskeramikkochfeld: 169 Wh (05:42 min)
- Gasherd: 270 WH (05:18 min)
- Induktionskochfeld: 123 Wh (04:36 min)
- Wasserkocher: 115 Wh (03:18 min)
Die Überlegenheit der Wasserkocher in puncto Energieverbrauch und Zeit ist klar ersichtlich. Auch bei den Kosten liegen sie vorne - mit Ausnahme der Gasherde. Dank günstigerer Gaspreise sind diese beim Literpreis mit 1,9 Cent günstiger als Wasserkocher mit 3,1 Cent. Als Negativpunkt erweist sich die Mikrowelle, die mit 6,2 Cent pro Liter am höchsten liegt (alle Angaben: Stiftung Warentest).
Die Stiftung Warentest prüft Wasserkocher gründlich, beispielsweise auch mithilfe einer Wärmebildkamera. (Bildquelle: test.de)
Jeder Cent zählt: Kostentipps der Stiftung Warentest
Im Jahresvergleich spart ein Wasserkocher im Vergleich zu anderen Methoden mindestens 30 Euro - kein dramatischer Betrag für sich allein betrachtet. Doch wenn man den Energieverbrauch aller Haushaltsgeräte zusammen betrachtet, gewinnt dieses Einsparpotenzial an Bedeutung. Sie möchten das Sparpotenzial noch weiter ausschöpfen? Die Stiftung Warentest gibt hilfreiche Hinweise, unter anderem:- Ziehen Sie den Stecker oder nehmen Sie den Wasserkocher von der Basisstation: Der Verzicht auf Stand-by-Funktionen spart jährlich etwa 1,20 Euro.
- Erwerben Sie einen Wasserkocher mit Temperaturregelung, wenn Sie oft empfindliche Tees wie Grün- oder Weißtee zubereiten, denen zu heißes Wasser den Geschmack verdirbt. Der Regler ermöglicht eine genaue Temperatureinstellung. Weitere Vorteile dieser Modelle: Bei weniger als 100 °C entsteht weniger Kalk, der die Heizleistung beeinträchtigen kann. Laut Stiftung Warentest sparen Sie so rund 2 Euro pro Jahr, wenn Sie täglich mindestens einen Liter grünen Tee trinken.
- Regelmäßiges Entkalken ist wichtig! Denn Kalk lagert sich auch unter dem Heizboden ab.
Wer schaut schon regelmäßig ins Innere seines Wasserkochers, um die Kalkmenge zu kontrollieren? Die Stiftung Warentest hat eine leicht zu merkende Faustregel: Nach ungefähr 100 Litern Wasser, also etwa drei- bis viermal im Jahr, ist eine Entkalkung empfehlenswert.
Als Mittel eignen sich gängige Hausmittel wie Essigessenz, Zitronensaftkonzentrat oder handelsübliche Entkalker aus Drogerien. - Und nicht zuletzt: Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität. Zwar verfügen alle Geräte über eine Abschaltautomatik, die nach dem Aufkochen abschaltet, doch manche Modelle verzögern diesen Vorgang bis zu 30 Sekunden – das entspricht etwa einem Sechstel der Gesamtkochzeit für einen Liter Wasser. In Umgebungen mit hohem Wasserverbrauch, wie Büros oder Wohngemeinschaften, summiert sich dieser unnötige Energieverbrauch im Laufe des Jahres zu einem beachtlichen Betrag.
Welche Qualitätsmerkmale unterscheiden Wasserkocher laut Stiftung Warentest?
Ein entscheidendes Kriterium bei der Bewertung der Wasserkocher ist deren Handhabung. Genau hier trennt sich für die Stiftung Warentest die Spreu vom Weizen, denn gerade bei der Bedienung gibt es erhebliche Unterschiede.
Testsieger 2013 mit nahezu perfekter Benutzerfreundlichkeit: Bosch TWK8611P Styline. (Bildquelle: bosch.de)
An erster Stelle steht dabei das Kalksieb, das in fast allen Modellen direkt am Ausguss angebracht ist. Da dieses Sieb oft verkalkt, lässt sich das Befüllen von Tassen oder Kannen erschweren. Haben Sie schon versucht, das Sieb zum Reinigen abzunehmen? Das gestaltet sich häufig als umständlich, besonders beim Wiedereinsetzen. Fällt es dabei in den Wasserkocher, muss die Hand in die oft zu kleine Deckelöffnung gesteckt werden – ein weiterer Ärgernis, auch bei der Reinigung.
Bei wasserkochern mit Temperaturvorwahl ist es nicht selten nötig, die Bedienungsanleitung zu konsultieren, da die Symbole auf den Tasten oft unverständlich sind.
Fazit: Ein Wasserkocher kann im Alltag zur Herausforderung werden. Laut Stiftung Warentest 2013 schnitt etwa ein Drittel der getesteten Modelle bei der Handhabung schlechter als "Befriedigend" ab. Daher unser Empfehlung: Lesen Sie vor dem Kauf unbedingt Testberichte und Kundenrezensionen in den einschlägigen Shops – so vermeiden Sie Überraschungen und lernen mögliche Schwächen kennen.
Gibt es eine Schadstoffproblematik bei Kunststoffmodellen?
Edelstahlwasserkocher und Wasserkocher aus Glas liegen seit einiger Zeit im Trend, obwohl sie in der Regel teurer sind als Modelle aus Kunststoff. Das liegt an der weit verbreiteten Sorge, dass sich beim Erhitzen Schadstoffe aus dem Material lösen könnten – eine Befürchtung, die laut Stiftung Warentest völlig unbegründet ist. Eventuelle Rückstände sind so gering, dass keine Gesundheitsgefahr besteht. Auch andere Experten, etwa von Öko-Test, bestätigen diese beruhigende Aussage.
Kunststoff-Wasserkocher wie der Cloer 4111 erhalten von der Stiftung Warentest ein "Gut". (Bildquelle: cloer.de)
Auch ein unangenehmer Plastik-Geruch in den ersten Nutzungen, über den immer wieder berichtet wird, ist eher störend als gesundheitsschädlich. Wenn Sie sich für einen Wasserkocher aus Kunststoff entscheiden, müssen Sie deshalb keine Bedenken haben.
Diese Punkte bewertet die Stiftung Warentest bei Wasserkochern
Kochleistung und „Umwelt & Gesundheit“: Im Mittelpunkt der Tests steht natürlich die Kochleistung, also wie schnell das Wasser erhitzt wird – wobei die Unterschiede vor allem für sehr ungeduldige Nutzer relevant sind. Ärgerlich ist es, wenn ein Gerät nach Erreichen des Siedepunkts nicht sofort abschaltet, da unnötig Energie verschwendet wird.Gewünschte Zusatzfunktionen wie eine Temperaturwahl werden ebenfalls ausführlich geprüft, da diese Geräte meist teurer sind. Im Test von 2006 machten diese Kriterien noch 50 Prozent der Gesamtnote aus, 2013 waren es nur noch 40 Prozent. Ursache ist eine neue Kategorie namens „Umwelt & Gesundheit“, in die auch Energieverbrauch, Schadstofffreiheit sowie Lärmemissionen eingegliedert wurden. Letzteres ist kein unwichtiges Kriterium, denn Lärm wird zunehmend als Störfaktor im Haushalt empfunden – wie beispielsweise auch beim Staubsauger.
Handhabung: Dieser Bereich hat weiterhin einen Anteil von 40 Prozent an der Gesamtbewertung. Bewertet werden Gebrauchsanleitung, Reinigungs- und Entkalkungsfreundlichkeit, Spritzschutz beim Ausgießen sowie Stabilität und Rutschfestigkeit – zentrale Eigenschaften für ein Gerät, das häufig und täglich zum Einsatz kommt. Außerdem gibt der Test Aufschluss darüber, wie leicht das Gerät zu bedienen ist, etwa auch für ältere Menschen, und wie gut es sich reinigen lässt. Sicherheitsaspekte sind ebenfalls Teil der Bewertung.
Neben der elektrischen Sicherheit nach gesetzlichen Normen spielt hier insbesondere die Temperatur der Außenwand eine große Rolle. Das ist besonders für Haushalte mit Kindern wichtig, denn einige Edelstahlmodelle werden an der Außenhülle so heiß, dass Verbrennungsgefahr besteht – Werte über 90 °C wurden bereits gemessen.
Neuere Tests von 2021 und älter: Wie andere Fachmagazine Wasserkocher beurteilen
Ein aktueller Wasserkocher-Test von Stiftung Warentest steht derzeit aus, das letzte umfangreiche Urteil stammt aus 2013. Viele damals getestete Geräte sind noch erhältlich, doch wer Informationen zu neueren Modellen sucht, muss auf andere Fachmagazine ausweichen. Glücklicherweise gibt es einige aktuelle Einzel- und Vergleichstests von anderen Anbietern. Nachfolgend eine Übersicht der jüngsten Vergleichstests:| Magazin mit Link zum Test | Anzahl getesteter Wasserkocher |
|---|---|
| Technik zu Hause.de 4/2017 | 9 |
| ETM Testmagazin 10/2017 | 23 |
| ÖKO-Test 12/2019 | 15 |
| ETM Testmagazin | 21 |
Die alternativen Magazine bewerten nach ähnlichen Qualitätskriterien wie Stiftung Warentest und testen nach vergleichbaren Vorgaben. Für Verbraucher bedeutet das: Die Testergebnisse dieser Magazine sind eine zuverlässige Quelle für Informationen zu aktuellen Wasserkochern. Besonders empfehlenswert sind die Tests von Haus & Garten Test und ETM Testmagazin.







