Es gibt viele Wege, das eigene WLAN-Signal zu verstärken und das Heimnetzwerk zu verbessern.

WLAN-Signal verstärken – so einfach geht es

Das Internet ist so aktuell und allgegenwärtig wie nie zuvor. Immer mehr Menschen nutzen es Tag für Tag und besitzen mittlerweile sogar smarte Haushaltsgeräte, die ebenfalls permanent online sind. Gleichzeitig werden Internetanschlüsse immer günstiger. Die Folge: Immer mehr Haushalte besitzen Breitbandleitungen und schnelle DSL-Anschlüsse, die auch ausgereizt werden wollen. Damit die ganze Familie idealerweise auch auf mehreren Etagen frust- sowie störungsfrei das Maximum aus ihrer Leitung herauskitzeln kann, sind mitunter nur wenige Kniffe notwendig. In vielen Fällen müssen Sie nicht einmal ein neues Gerät kaufen.

Erste Anlaufstelle: Der Aufstellort des Routers

Es spielt zunächst keine Rolle, ob Sie einen handelsüblichen Provider-Router verwenden oder sich selbst einen WLAN-Router gekauft haben. Sie sollten immer darauf achten, dass Ihr Gerät auf einer möglichst freien und zugleich zentralen Position in einem Raum aufgestellt ist, in dem sich der Großteil Ihres digitalen Alltags abspielt. Sollten Sie also sowohl im Schlafzimmer als auch im Wohnzimmer eine DSL- oder Kabelbuchse besitzen, nutzen Sie besser die des Wohnzimmers. Ein Unterschied besteht dennoch: Provider-Geräte besitzen selten externe Antennen. Gerade, wenn Sie keinen optimalen Aufstellort zur Verfügung haben, sind externe Antennen allerdings ein gutes Mittel, um Ihr WLAN-Signal zu verbessern. Steht Ihr Router beispielsweise in einem Regal, dann können Sie die Antennen in den Raum zeigend ausrichten. Werfen Sie bei Interesse doch einen Blick auf unsere Top 3 der besten Router mit externen Antennen:

  1. Asus RT-AX88U
    Asus RT-AX88U
    • Sehr gut 1,5

Was sind mögliche Gründe für ein beeinträchtigtes WLAN-Signal?

Neben einem schlecht gewählten Aufstellort gibt es mehrere Gründe, die für einen verschlechterten WLAN-Empfang oder eine geringere Bandbreite sorgen können. Dabei gilt es, eine Faustregel zu beachten:

Je mehr aktive Endgeräte mit einem Netzwerk verbunden sind, desto stärker werden die jeweiligen Geräte in Ihrer maximalen Bandbreite "beschnitten", da diese auf alle aktiven Geräte verteilt werden muss.

Zunächst sollte sichergestellt sein, dass Ihr Router, die verwendeten Kabel sowie die Endgeräte genug Leistung besitzen oder übertragen können, um das Maximum aus Ihrer Leitung zu ziehen. Sollten Sie einen Router besitzen, der im modernen und stabilen AC-WLAN nach 802.11ac funken kann, müssen Ihre Smartphones, Notebooks und Tablets ebenfalls diesen Funkstandard unterstützen. Vor allem ältere Netzwerkkarten in Notebooks funken oft nur im WLAN nach 802.11n, was den Durchsatz auf maximal 600 MBit/s beschränkt. Zum Vergleich: Mit aktuellem AC-WLAN ist der maximale Durchsatz mit 1.300 MBit/s mehr als doppelt so hoch. Das bedeutet auch, dass mehr "Raum" auf die einzelnen Endgeräte verteilt werden kann. Vor allem bei einer Vielzahl von kabellosen WLAN-Verbindungen werden Leistungseinbrüche schnell spürbar, wenn Sie nicht über eine Hochleistungsleitung verfügen. Um eine Verteilung der verfügbaren Bandbreite zu optimieren, besitzen moderne Router oft spezielle Funktionen mit teilweise großer Wirkung.

Idealerweise besitzt Ihr Router folgende Eigenschaften:

MU-MIMO:
Hierbei handelt es sich um eine Funktion des Routers, die es ermöglicht, mehrere Datenströme je nach Bedarf an die Geräte zu senden. Wenn Sie also an einem Tablet hochauflösendes Videos streamen, während an einem Smartphone im Internet gesurft wird, werden dem Tablet mehr Datenströme zuteil. Die Folge: Der Datendurchsatz steigt und die Verzögerungen im WLAN-Netz werden verringert. Diese Funktion muss jedoch auch vom Endgerät unterstützt werden.

Beamforming:
Mittels Beamforming kann ein AC-Router die Position eines Empfängers im Raum ermitteln und das Funksignal in dessen Richtung ausrichten. Das hat zur Folge, dass die Signalreichweite erhöht wird.


DFS (Dynamic Frequency Selection):
Jedem im WLAN befindlichen Endgerät wird seitens des Routers ein Funkkanal zugewiesen. Befinden sich zu viele Geräte im selben Kanal, stören diese sich untereinander und können sich ausbremsen. Das betrifft nicht nur Ihre eigenen Geräte, sondern auch Geräte im Umkreis – etwa von den Nachbarn. Mittels DFS kann der Router einen Kanal automatisch wechseln, sobald dieser durch ein anderes Gerät belegt wurde. Dadurch werden Störungen vermindert und die Qualität im Allgemeinen verbessert.

Ist die Signalqualität dennoch unzureichend, kann es sein, dass Ihr Router zu schwach für die Größe Ihres Wohnraums ist. Jeder Meter Entfernung und jede Wand, die ein WLAN-Signal durchdringen muss, mindern die Signalstärke am Endgerät deutlich. Oft ist bereits hinter zwei tragenden Wänden vorbei – an intensive Aktivitäten wie Videostreaming ist dann nicht mehr zu denken. In einem solchen Fall können Sie Ihr WLAN-Signal verstärken, indem Sie sich weitere Hardware besorgen.

WLAN-Repeater

Stärken
  1. sehr einfache Erweiterung
  2. benötigen lediglich freie Steckdose
  3. bereits für wenig Geld zu haben
  4. AC-fähige Repeater besonders stabil
Schwächen
  1. halbieren die verfügbare Bandbreite
  2. ohne Roaming verlustreicher Wechsel zwischen den Signalen

WLAN-Repeater können das WLAN-Signal verstärken. Einen WLAN-Repeater stecken Sie einfach in die Steckdose. (Bildquelle: amazon.de)

Als besonders einfache Methode, sein eigenes WLAN auch am anderen Ende der Wohnung zu verstärken, dienen WLAN-Repeater. Einen solchen müssen Sie lediglich in eine Steckdose stecken und mit Ihrem Router verbinden – dank WPS-Funktion geht das besonders schnell. Einfach die WPS-Taste am Repeater und anschließend am Router drücken oder im Router-Nutzermenü aktivieren und schon sind beide Geräte miteinander vernetzt. Da der WLAN-Repeater jedoch das an seiner Position verfügbare Signal in seiner dortigen Stärke aufgreift, um es erneut mit höherer Reichweite zu versenden, ist die Geschwindigkeit des Repeater-Signals deutlich verringert. Faustregel: um etwa 50 Prozent. Um ein Signal im ganzen Haus zu verstärken, ist ein Repeater also nicht immer eine optimale Methode. Für Wohnungen reicht dies jedoch aus, zumal Repeater nicht sehr kostspielig sind.

Einige gute und leistungsstarke WLAN-Repeater gibt es schon für unter 70 Euro:

Asus RP-AC55
RP-AC55
  • Gut 2,3
TP-Link RE450
RE450
  • Gut 1,9
4,6 von 5
(4.382)
3,8 von 5
(972)
4,0 von 5
(33.379)
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Powerline: Das Netzwerk aus der Steckdose

Stärken
  1. lange Distanzen ohne Kabel überbrückbar
  2. Durchschleif-Steckdosen oft integriert
  3. können als WLAN-Access-Point dienen
Schwächen
  1. Alter und Länge der Stromleitungen beeinträchtigen Leistung
  2. ausschließlich in Wanddosen nutzbar

Powerline-Adapter können das WLAN-Signal verstärken. Mittels Powerline dient die Stromleitung als Datenleitung. Oftmals kommen Powerline-Adapter im Set. (Bildquelle: amazon.de)

Eine weitaus zuverlässigere Methode, das eigene WLAN-Signal zu verstärken, liegt in der Verwendung einer Powerline-Lösung. Sie können Ihr Netzwerk nämlich auch über Ihre Stromleitungen erweitern und dieses von einer Steckdose zur nächsten schicken. Dazu benötigen Sie lediglich zwei Powerline-Adapter. Idealerweise liegt der Ursprung dieser Verbindung in LAN-Kabel-Nähe Ihres Routers, damit wenigstens diese Verbindung möglichst verlustfrei vonstattengeht. Am anderen Ende der Powerline-Verbindung kann ein Adapter dann als Access Point fungieren und dieses Signal per WLAN in die nähere Umgebung schicken. Doch auch eine Powerline-Verbindung ist keinesfalls verlustfrei. Die tatsächlichen Messwerte am anderen Ende weichen immens von den maximalen Herstellerangaben ab.

Sowohl über die Stromleitungen zurückgelegte Entfernung in der Wohnung als auch das Alter der Leitungen können die Bandbreite am anderen Ende massiv beeinträchtigen. Powerline-Adapter mit durchgeschliffener Steckdose blockieren im Betrieb nicht die Steckdose, zumal Sie Powerline-Adapter ausschließlich in Wanddosen verwenden können. Einen Repeater können Sie hingegen auch in einer Verteilerdose oder Steckleiste nutzen.

Die besten Powerline-Adapter mit der höchsten Geschwindigkeit

  1. Devolo Magic 2 LAN Starter Kit
    2,4 GB/s
    Devolo Magic 2 LAN Starter Kit
    • Sehr gut 1,0
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Die ultimative Vernetzung – das Mesh-System

Stärken
  1. in Komplett-Sets erhältlich
  2. sehr einfache Handhabung
  3. kann ganze Häuser zuverlässig versorgen
  4. optisch schick
Schwächen
  1. relativ teuer
  2. meist geringer Funktionsumfang
  3. besitzen meist kein Modem
 

Mesh-Systeme können das WLAN-Signal gut verstärken. Ein Vorteil des Mesh-Routers ist der Fokus auf Design und Optik. Solche Geräte fügen sich meist besser in die Inneneinrichtung ein als herkömmliche Router. (Bildquelle: amazon.de)

Eine weitere Möglichkeit, die komplette Wohnung auch über mehrere Etagen mit einem starken Signal zu bestücken, erfordert die recht hohe Investition in ein Mesh-System. Das bedeutet: Ein Router dient als Hauptquelle und kann ganz einfach – meist automatisch – mit weiteren Sendern (genannt: Satelliten) verbunden werden. Solche Systeme sind oftmals in Sets aus zwei, drei oder mehr Komponenten bestehend erhältlich und dienen als Komplettpaket für das ganze Haus. Die einzelnen Satelliten verbinden sich selbstständig zu einem großen Netzwerk und es spielt keine Rolle mehr, wo Sie sich gerade im Wohnraum befinden. Denn per WLAN-Roaming wechselt beispielsweise Ihr Smartphone automatisch zu dem Satelliten, der das derzeit stärkste Signal bietet – ohne, dass Sie etwas davon spüren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Mesh-Router optisch meist sehr schick daherkommen und teilweise echte Designerstücke sind. Da solche Systeme auf Simplizität ausgelegt sind, kommen sie für Netzwerkprofis selten infrage. Sie sind meist schwach ausgestattet und bieten nur wenige Sonderfunktionen, sondern sind ausschließlich auf das Prinzip „einstecken und loslegen“ ausgelegt.

So gut wie immer kommen Mesh-Router ohne Modem und dienen als reine WLAN-Router. Das bedeutet: Sie benötigen ein separates Kabel- beziehungsweise DSL-Modem für den Betrieb. Alternativ kann auch Ihr alter Modemrouter herhalten, sofern sich dieser in den sogenannten Bridge-Mode versetzen lässt, wodurch WLAN und Routing deaktiviert werden und lediglich das Modem aktiv bleibt.

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Die alte FRITZ!Box nicht einstauben lassen!

Sofern Sie noch über eine ältere AVM FRITZ!Box verfügen, sollten Sie diese nicht einstauben lassen. Sobald diese mit der Software-Version FRITZ!OS 7 nachgerüstet wurde, kann jede beliebige FRITZ!Box als WLAN-Repeater herhalten. So können Sie im Notfall auch mit bereits vorhandenen Geräten Ihr WLAN-Signal verstärken, ohne zusätzlich in weitere Hardware investieren zu müssen. Sogar die Telefoniefunktionen werden dann an die Repeater-Box weitergegeben. Dazu loggen Sie sich in der Benutzeroberfläche Ihrer alten FRITZ!Box ein und folgen diesen einfachen Schritten:

1. Heimnetz → Mesh → Mesh-Einstellungen: Unter „Mesh Betriebsart“ aktivieren Sie den Punkt „Mesh Repeater“.

2. Aktivieren Sie die Option „Diese FRITZ!Box ist Netzwerkgerät (IP-Client) im Heimnetz eines anderen Routers“.

3. "Heimnetz-Zugang": Aktivieren Sie die Option „per WLAN“.

4. Setzen Sie beim Punkt „WLAN-Funknetz auswählen“ den Haken neben dem Funknetz Ihrer aktuellen Haupt-FRITZ!Box. Anschließend geben Sie Ihr Passwort ein.

5. Unter „Einstellungen aus dem Mesh automatisch übernehmen“ aktivieren Sie die folgenden Optionen: „Einstellungsübernahme aktiv“ und „Verwendung des Telefonbuchs des Mesh Master“.

6. Klicken Sie auf „Übernehmen“.

7. Fügen Sie den soeben eingerichteten Repeater dem Mesh-Netzwerk Ihrer Haupt-FRITZ!Box zu.