Das Wichtigste auf einen Blick:
- Digital schlägt analog: Bluetooth und WLAN liefern rauschfreien Klang
- Codec ist entscheidend: aptX HD und LDAC klingen besser als SBC
- WLAN ermöglicht Multiroom – via AirPlay 2 oder Google Cast
- Flexibelste Wahl: Boxen mit mehreren Streaming-Standards kombinieren
Drahtlose Lautsprecher erfüllen ihren Zweck, indem sie Audio-Signale kabellos empfangen. Manche Boxen nutzen zur Übertragung ein analoges Signal, andere setzen auf digitale Technologien. Dabei liefern digitale Funklautsprecher – typischerweise mit Bluetooth oder WLAN – in der Regel einen klaren Klang ohne das bei analogen Übertragungen häufig auftretende Grundrauschen.
Der Nubert nuZeo 4 verbindet kabellose Flexibilität via X-Connect mit audiophilem Klang bis 32 Hz – ideal für anspruchsvolle Musik- und Heimkinofans. (Bildquelle: amazon.de)
Drahtlos per Bluetooth
Bluetooth-Boxen sind bereits zu günstigen Preisen erhältlich. Praktischerweise sind passende Bluetooth-Module inzwischen in vielen Geräten wie Desktop-PCs, Notebooks, Tablets, Smartphones und weiteren Mobilgeräten integriert. Nach dem einmaligen Kopplungsvorgang, dem sogenannten „Pairing“, erkennt das sendende Gerät den Lautsprecher als externes Ausgabegerät. Sobald man ihn auswählt, erhält die Box alle Audiosignale, meist bis zu einer Entfernung von etwa zehn Metern, bei neueren Modellen mit Bluetooth 5.x sogar weiter.Die meisten Bluetooth-Modelle nutzen den lizenzfreien SBC-Codec für die Übertragung – hierbei werden Audiodateien verlustbehaftet komprimiert. Eine bessere Klangqualität bietet AAC, das vor allem bei Apple-Geräten weit verbreitet ist. Für anspruchsvollere Hörer gibt es Geräte mit modernen High-Quality-Codecs: aptX HD überträgt verlustarm mit bis zu 576 kbps und unterstützt 24-Bit-Audio, LDAC von Sony – in allen Android-Geräten ab Version 8.0 integriert – erreicht sogar bis zu 990 kbps. Noch flexibler ist aptX Adaptive, der aktuelle Spitzen-Codec von Qualcomm: Er passt die Bitrate dynamisch an die Verbindungsqualität an, unterstützt bis zu 24-Bit/96-kHz-Audio und optimiert sich je nach Anwendungsfall zwischen hoher Klangtreue und niedriger Verzögerung. Die höchste Stufe von aptX Adaptive ist aptX Lossless, die eine verlustfreie Übertragung in CD-Qualität (16-Bit/44,1 kHz) ermöglicht – allerdings nur, wenn Sender und Empfänger den Codec unterstützen und die Verbindung stabil ist. Wichtig zu wissen: iPhones unterstützen nur SBC und AAC, während aptX und LDAC exklusiv für Android-Geräte verfügbar sind.
Bluetooth-Funklautsprecher mit aptX: Der Edifier R1380DB streamt kabellos vom Smartphone und bietet zusätzlich optischen, koaxialen und Cinch-Eingang. (Bildquelle: amazon.de)
Multiroom-Systeme über WLAN
Bluetooth unterstützt normalerweise nur die Verbindung mit einem Lautsprecher gleichzeitig, und auch die Reichweite ist begrenzt. Leistungsfähiger sind hier WLAN-Lautsprecher, die ins Heimnetzwerk eingebunden werden. Sie bieten eine höhere Klangqualität, größere Reichweite und vor allem die Möglichkeit, mehrere Lautsprecher in verschiedenen Räumen gleichzeitig zu betreiben (Multiroom).WLAN-Lautsprecher nutzen verschiedene Streaming-Standards. AirPlay 2 von Apple ist die Weiterentwicklung des ursprünglichen AirPlay und erlaubt das synchrone Multiroom-Streaming auf mehrere Geräte gleichzeitig. Da es sich um einen proprietären Apple-Standard handelt, benötigt man auf Senderseite ein Apple-Gerät (iPhone, iPad oder Mac mit iTunes/Apple Music). AirPlay 2 wird inzwischen von vielen Herstellern unterstützt, darunter Sonos, Bose, Yamaha, Denon und weitere. Google Cast (auch als Chromecast bekannt) ist eine plattformübergreifende Alternative: Es ist kompatibel mit iOS und Android, streamt die Inhalte direkt vom Server zum Lautsprecher – wodurch das Quellgerät entlastet wird – und unterstützt Hi-Res-Audio bis 96/24. Wer weder Apple noch Google bevorzugt, findet mit UPnP/DLNA einen offenen Standard, der die Musikwiedergabe von verschiedenen Servern im lokalen Netzwerk ermöglicht – etwa von Computern, NAS-Systemen oder Smartphones. Besonders flexibel sind Lautsprecher, die mehrere dieser Standards gleichzeitig unterstützen; so verbindet der WiiM Pro beispielsweise AirPlay 2, Chromecast und DLNA in einem Gerät. Proprietäre Systeme wie Sonos bieten ebenfalls ein ausgereiftes Multiroom-Erlebnis, halten den Nutzer jedoch stärker an die Hardware eines einzelnen Herstellers gebunden.






