Kühl-Gefrier-Kombination und neues EU-Label (Bild: iStock / George Tsartsianidis)

Kühlschränke: Eine gute Energieeffizienz macht sich langfristig bezahlt

Wie so vieles sind auch Kühlschränke in der Anschaffung teurer geworden – die Preissteigerung liegt bei gut 10 Prozent. Insbesondere Geräte der besten Energieeffizienzklassen A und B sind rar und entsprechend teuer. Kühlschränke mit schwacher Energieeffizienz locken mit günstigeren Preisen, sind aber nicht nachhaltig. Und: Langfristig zahlen Sie auch noch drauf. Wir haben für jeden Kühlschranktyp anhand eines Anwenderfalls analysiert, welche Geräte sich lohnen.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll kaufen: So viel Kühlschrank brauchen Sie

Auf 100 Liter Nutzvolumen heruntergerechnet laufen Vollraumkühlschränke (Kühlschränke ohne Gefriermöglichkeit) am effizientesten, gefolgt von den amerikanischen Kühlriesen (Side-by-Side oder French-Door) und den Kühl-Gefrier-Kombinationen mit separatem Gefrierfach. Kühlschränke mit integriertem Eisfach verbrauchen bauartbedingt entschieden mehr Energie, wie die folgende Grafik veranschaulicht.

Durchschnittliche Stromkosten auf 100 Liter Nutzvolumen nach Kühlschrank-Typ aufgeschlüsselt

Allerdings: Das hohe Nutzvolumen eines amerikanischen Kühlschranks macht seinen Betrieb aufs Jahr gesehen trotzdem am teuersten. Nur für große Haushalte, die sehr viele Lebensmittel kühlen müssen, lohnt sich die Anschaffung; kleinere Haushalte mit geringerem Kühlbedarf fahren mit allen anderen Kühlschranktypen günstiger.

Durchschnittliche Anschaffungs- und Betriebskosten für alle Kühlschrank-Arten bei 10 Jahren Laufzeit

Singles und Paare kommen in der Regel mit 120 bis 140 Liter Kühlvolumen hin, je weiterer Person im Haushalt können Sie 60 Liter addieren. Wie viel Platz zusätzlich für Tiefkühlkost benötigt wird, hängt von Ihren Vorlieben ab. Bei großer Vorratshaltung empfehlen wir 100 Liter Gefriervolumen aufwärts. Besitzen Sie bereits einen separaten Gefrierschrank, können Sie viel Energie sparen, wenn Sie auf ein Eisfach im Kühlschrank verzichten.

Kühl-Gefrier-Kombinationen: für Familien eine gute Lösung

Extrem sparsam und daher umweltfreundlich, aber sehr teuer in der Anschaffung: Kombinationen der besten Energieeffizienzklassen A und B. Ein guter Kompromiss: Kühl-Gefrier-Geräte der Klassen C und D, die ebenfalls mit moderaten Verbräuchen überzeugen können. Nicht empfehlenswert unter Nachhaltigkeitsaspekten ist die Energieklasse E, ab Klasse F zahlen Sie kräftig drauf. Wir haben das für Sie einmal durchgerechnet (nicht in der Grafik: Klasse G, für die uns nicht genügend Daten vorliegen):

Anschaffungs- und Betriebskosten einer typischen Kühl-Gefrier-Kombination für eine Familie bei 10 Jahren Laufzeit

Für 4-köpfige Haushalte können wir u. a. die „sehr gut“ getestete Kombi RL38T775CS9/EG von Samsung sowie die bei der Kundschaft ausgesprochen beliebten KG39N2LCF von Siemens und RL36T600CSA/EG von Samsung empfehlen.

Die besten Kühl-Gefrier-Kombinationen

Vollraumkühlschränke: die energieeffiziente Alternative

Wenn Sie auf eine Gefriermöglichkeit im Kühlschrank verzichten können, ist der Griff zu einem sogenannten Vollraumkühlschrank eine gute Wahl. Selbst Kühlschrank-Modelle, die mit der schwächeren Energieklasse E ausgezeichnet sind, sind im Verbrauch vergleichsweise moderat und in der Anschaffung erschwinglich.

Anschaffungs- und Betriebskosten eines Vollraumkühlschranks für eine Familie bei 10 Jahren Laufzeit

Eine von Stiftung Warentest „sehr gut“ getestete Option für Familien ist beispielsweise der Bauknecht KR 17G4 WS 2. Singles und Paare machen nichts falsch mit dem Testsieger VS 2195 von Bomann. Für sehr große Haushalte eignet sich unser Preis-Leistungs-Tipp Gorenje R6193LX.

Die besten Vollraumkühlschränke

Kühlschrank mit Eisfach: vor allem bei kleinen Haushalten beliebt

Wer wenig Platz hat und auf ein Gefrierfach nicht verzichten mag, muss höhere Energiekosten in Kauf nehmen. Geräte, die mit Energieklasse A oder B ausgezeichnet sind, gibt es bislang nicht. Die Klassen D und E sind diejenigen, in denen kleine Haushalte fündig werden und die auch bezahlbar sind. Für die schwächere Energieklasse F können wir aus Nachhaltigkeitssicht keine Empfehlung aussprechen. Auch hier liegen uns für die Effizienzklasse G nicht genügend Daten vor.

Anschaffungs- und Betriebskosten eines Kühlschranks mit Gefrierfach für einen 1- bis 2-Personenhaushalt bei 10 Jahren Laufzeit

Singles können zum Beko TSE1284N greifen, der sehr gut in Kundenrezensionen bewertet wird. Paare mit Einbauküche sind mit dem Bauknecht KSI 12GF2 gut bedient; bei den freistehenden Modellen kommt zum Beispiel der Liebherr T 1414 Comfort infrage.

Side-by-Side- und French-Door-Kühlschränke: optimal für sehr große Haushalte

WGs und Familien ab fünf Personen aufwärts – oder auch Restaurantküchen: Wer regelmäßig sehr viele Lebensmittel kühlt und ausreichend Stellfläche hat, kann sich bei den amerikanischen Kühlschrankriesen umsehen (bei uns als Side-by-Side- und French-Door-Kühlschränke gelistet). Die besten Energieklassen A bis C sind hier noch nicht besetzt, der Griff zu Klasse D rechnet sich jedoch.

Anschaffungs- und Betriebskosten eines amerikanischen Kühlschranks für einen sehr großen Haushalt bei 10 Jahren Laufzeit

Unser Preis-Tipp bei den Side-by-Side-Modellen ist der Hanseatic HSBS17990DI. Bei den French-Door-Modellen sticht der von ETM TESTMAGAZIN „sehr gut“ bewertete Hisense RQ758N4SAFE heraus.

Tipp: Wählen Sie vorzugsweise einen Kühlschrank mit NoFrost. Da sich bei diesem keine Eisschicht im Gefrierabteil bildet, die den Energieverbrauch ansteigen ließe, halten Sie Ihre Stromkosten in Schach. Weiterer Vorteil: Das jährliche Abtauen entfällt.

Gut beraten mit der Stiftung Warentest

• 35 Kühl-Gefrier-Kombinationen (9/2022): „Kalt erwischt“
• 19 Kühl-Gefrierkombinationen und 9 Amerikanische Kühlschränke (12/2021): „Coole Schränke“
• 20 Kühlschränke mit und ohne Gefrierfach (2/2020): „Die Großen sind cool“



* Berücksichtigt wurden alle seit 2018 bei Testberichte.de gelisteten Kühlschränke mit Online-Angebot. Basis für die Betriebskosten ist der durchschnittliche Strompreis je Kilowattstunde in Deutschland (43 Cent, Quelle: verivox.de, Stand: Dezember 2022)

von

Judith Oehlert

Fachredakteurin im Ressort Home & Life – bei Testberichte.de seit 2006.

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