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Schwächen
Die klassische Magnetfestplatte hat als Systemlaufwerk ausgedient. In nahezu jedem aktuellen Computer werkelt heute eine SSD. Doch nicht jede SSD ist gleich schnell: Die Unterschiede zwischen den Schnittstellen sind erheblich – und wachsen mit jeder Technikgeneration.
Welche Typen von internen SSDs sind aktuell verbreitet?
- M.2-SSDs (PCIe 3.0, NVMe): Weiterhin in vielen älteren und günstigeren Systemen verbaut. Erreicht sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 3.500 MB/s. Für die meisten Alltagsaufgaben ausreichend schnell, wird aber in neueren Mainboards zunehmend von PCIe 4.0 verdrängt. PCIe 3.0 ist abwärtskompatibel: Neuere SSDs laufen auch in einem PCIe-3.0-Steckplatz, dann jedoch mit reduzierter Geschwindigkeit.
- M.2-SSDs (PCIe 4.0, NVMe): Seit einigen Jahren der verbreitete Standard in Mittel- und Oberklasse-Systemen. Sequenzielle Lesegeschwindigkeiten erreichen bis zu 7.500 MB/s. Für die Speichererweiterung der Sony PlayStation 5 ist mindestens eine PCIe-4.0-SSD Pflicht. Im Alltag ist der Unterschied zu PCIe 3.0 in den meisten Anwendungen kaum spürbar – außer bei großen Dateioperationen oder anspruchsvollen Kreativan wendungen.
- M.2-SSDs (PCIe 5.0, NVMe): Die aktuelle Leistungsspitze. Modelle wie die Samsung 9100 Pro (erschienen März 2025) oder die SanDisk WD_Black SN8100 erreichen sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 14.800 MB/s – fast doppelt so schnell wie PCIe-4.0-Spitzenmodelle. Benötigt ein Mainboard und einen Prozessor mit PCIe-5.0-Unterstützung (AMD Ryzen 7000 / AM5 oder Intel Core 12. Generation aufwärts). Im Alltag ist der Vorteil gegenüber PCIe 4.0 für die meisten Nutzer kaum wahrnehmbar; relevant vor allem für Videobearbeitung in 4K/8K und sehr große Datentransfers. PCIe-5.0-SSDs erzeugen deutlich mehr Abwärme und benötigen in der Regel einen Kühlkörper.
- SATA-SSDs (SATA III, 2,5-Zoll): Ältester und langsamster SSD-Typ. Die Schnittstelle ist auf rund 550 MB/s begrenzt, was alle aktuellen SATA-SSDs nahezu gleich schnell macht. Sinnvoll als günstige Aufrüstung älterer Systeme ohne M.2-Steckplatz, aber keine Wahl für Neuaufbauten.
Schnelle PCIe-4.0- und PCIe-5.0-SSDs erzeugen erhebliche Abwärme. Ein Kühlkörper verhindert thermisch bedingte Leistungsdrosselung und schützt die Lebensdauer. (Bildquelle: corsair.com)
Wie schlägt sich eMMC-Flashspeicher im Vergleich zu einer SSD?
Günstige Notebooks und Tablets unter 400 Euro setzen häufig auf eMMC-Speicher statt einer M.2- oder SATA-SSD. eMMC ist genauso erschütterungsresistent wie SSD-Speicher, aber deutlich langsamer – typische Lesegeschwindigkeiten liegen bei 300 bis 400 MB/s, also unterhalb selbst der langsamsten SATA-SSD. eMMC kommt auch in Smartphones und günstigen Tablets zum Einsatz und ist im Betrieb deutlich spürbar.Wie bewerten Fachmagazine interne SSDs in ihren Tests?
Entscheidend für jeden SSD-Test sind sequenzielle und zufällige Lese- sowie Schreibgeschwindigkeiten. Fachmagazine wie heise online, ComputerBase und PC Games Hardware messen beide Szenarien: Sequenzielle Geschwindigkeit ist relevant für große Dateien wie Videos oder Spiele-Downloads. Die zufällige Lese- und Schreibrate (gemessen in IOPS) ist entscheidend für das Startverhalten des Betriebssystems und die Reaktionsfähigkeit von Anwendungen – also das, was Nutzer im Alltag direkt wahrnehmen.Ein häufiger Befund der Fachmagazine: Der Sprung von SATA auf PCIe 3.0 ist im Alltag deutlich spürbar. Der Schritt von PCIe 3.0 auf PCIe 4.0 bringt in typischen Nutzungsszenarien kaum wahrnehmbare Unterschiede. Der Wechsel auf PCIe 5.0 ist für die überwiegende Mehrheit der Nutzer aktuell nicht praxisrelevant – der spürbare Vorteil beschränkt sich auf hochspezialisierte Workloads wie 4K/8K-Videoschnitt oder professionelle Datenverarbeitung.
Ein weiteres zentrales Testkriterium ist die Lebensdauer, die Hersteller als TBW-Wert (Terabytes Written) angeben. Ein ausführlicher Langzeittest von heise online zeigte, dass SSDs in der Praxis deutlich länger halten als von Herstellern angegeben.
M.2-SSDs sind deutlich kleiner als 2,5-Zoll-SATA-Modelle – ideal für kompakte Systeme und Notebooks. (Bildquelle: crucial.com)
SSD oder HDD: Was unterscheidet die beiden Speichertypen?
HDD-Festplatten speichern Daten auf einem rotierenden Magnetdatenträger. Das macht sie vergleichsweise langsam, anfällig für Erschütterungen und hörbar im Betrieb. SSDs hingegen speichern Daten rein elektronisch auf Flashspeicher-Chips – ohne bewegliche Teile, ohne Betriebsgeräusche und mit erheblich höherer Datentransfergeschwindigkeit. Bei einem Sturz oder starker Erschütterung bleiben die Daten auf einer SSD unbeschädigt, was besonders für den Notebook-Einsatz relevant ist. Zudem verbrauchen SSDs weniger Strom, was die Akkulaufzeit mobiler Geräte verlängert.SSD und HDD im Mischbetrieb: Eine sinnvolle Kombination
Viele Desktop-PCs werden mit einer SSD als Systemlaufwerk und einer oder mehreren HDDs als Datenspeicher kombiniert. Das ist weiterhin eine sinnvolle Strategie: Das Betriebssystem und häufig genutzte Anwendungen profitieren von der Schnelligkeit der SSD, während große Mengen an Fotos, Videos oder Archivdaten günstig auf einer HDD gespeichert werden. HDDs sind pro Terabyte nach wie vor deutlich günstiger als SSDs und bieten bei Kapazitäten ab 4 TB oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Für reine Notebook-Nutzer ist dieser Mischbetrieb praktisch nicht möglich – hier ist eine ausreichend große SSD von Anfang an die richtige Wahl.Kaufempfehlung: Welche SSD ist die richtige?
Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer ist eine M.2-SSD mit PCIe 4.0 die sinnvollste Wahl: schnell genug für alle Alltagsaufgaben, gut verfügbar und zu einem attraktiven Preis erhältlich. PCIe-5.0-SSDs lohnen sich aktuell nur für professionelle Anwender mit hohem Datendurchsatz. Wer ein älteres System mit SATA-Anschluss aufrüstet, macht mit einer aktuellen 2,5-Zoll-SATA-SSD einen spürbaren Sprung gegenüber einer Magnetfestplatte – auch wenn der absolute Geschwindigkeitsgewinn kleiner ausfällt als bei M.2-Modellen. Kapazitäten von 1 TB gelten heute als sinnvolles Minimum für Systemlaufwerke.Aktuelle Tests und Vergleiche interner SSDs finden Sie auf Testberichte.de.

