Stärken
Schwächen
M.2-SSDs sind heute der Standard für Systemlaufwerke in Notebooks und Desktop-PCs. Die Technologie entwickelt sich weiter: Mit PCIe 5.0 steht die nächste Geschwindigkeitsgeneration bereits im Regal. Ein Überblick über aktuelle Standards, Bauformen und Kaufkriterien.
Begriffserklärungen
M.2: Bauform für flache Steckkarten-SSDs. Ehemals NGFF (Next Generation Form Factor).NVMe: Nonvolatile Memory Express. Software-Schnittstelle für den Betrieb von SSDs über PCIe-Schnittstellen. Deutlich schneller als das ältere AHCI-Protokoll (für SATA).
PCI-Express / PCIe: Verbindungsstandard zwischen Peripheriegeräten und dem Prozessor. Höhere Generationen erlauben mehr Datendurchsatz.
TBW: Total Bytes Written (oft: Terabytes Written). Flash-Speicher ist nur begrenzt beschreibbar. Der TBW-Wert gibt an, wie viele Daten bis zum Ausfall von Speicherelementen auf die SSD geschrieben werden können.
Wie testen Fachmagazine M.2-SSDs?
Im Mittelpunkt jedes M.2-SSD-Tests stehen Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Fachmagazine nutzen dafür sowohl synthetische Benchmark-Tools als auch praxisnahe Transfers. Da das Kopieren vieler kleiner Dateien eine andere Herausforderung darstellt als das sequenzielle Lesen großer Dateien, werden beide Szenarien getrennt bewertet. Besonders relevant ist auch das Verhalten bei Dauerlast: Wenn die SSD unter Last überhitzt, drosselt der Controller die Geschwindigkeit. Kühlkörper können das verhindern und werden entsprechend mitbewertet.
Eine handelsübliche M.2-PCIe-4.0-SSD. Aktuelle Topmodelle nutzen bereits PCIe 5.0. (Bildquelle: amazon.de)
Die Langlebigkeit lässt sich im Rahmen normaler Tests nicht messen. Herangezogen werden stattdessen der TBW-Wert, der verwendete Speichertyp (TLC oder QLC) und die Garantiedauer. Marken-SSDs bieten in der Regel fünf Jahre Garantie – die erlischt jedoch, wenn der TBW-Wert vorzeitig erreicht wird.
Für das Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Preis pro Gigabyte das entscheidende Kriterium.
Aktuelle PCIe-Generationen: Was steckt dahinter?
Die PCIe-Generation bestimmt maßgeblich die Maximalgeschwindigkeit einer M.2-SSD:- PCIe 3.0: Älterer Standard mit bis zu 3.500 MB/s lesend. Noch in günstigen Einstiegsmodellen und älteren Systemen verbreitet, aber für Neuanschaffungen nicht mehr empfehlenswert.
- PCIe 4.0: Aktuell gut etablierter Standard mit bis zu 7.500 MB/s lesend. Pflicht für die Speichererweiterung der PlayStation 5. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; empfehlenswert für die meisten Käufer.
- PCIe 5.0: Aktuelle Leistungsspitze mit bis zu 14.800 MB/s lesend. Modelle wie Samsung 9100 Pro oder WD_Black SN850X 2.0 sind seit 2025 verfügbar. Erzeugt erheblich mehr Abwärme – Kühlkörper ist Pflicht. Erfordert ein kompatibles Mainboard (AMD AM5 oder Intel 12. Generation aufwärts). Im Alltag für die meisten Nutzer kein wahrnehmbarer Vorteil gegenüber PCIe 4.0.
Welche Bauformen gibt es?
- M.2-2280: Standardformfaktor, 22 mm breit, 80 mm lang. Passt in nahezu alle Desktop-PCs und die meisten Notebooks.
- M.2-2230: Kürzere Bauform (30 mm lang). Wird zunehmend in kompakten Notebooks, Tablets und dem Steam Deck verbaut.
- M.2-2242, M.2-2260: Exotischere Formfaktoren, hauptsächlich bei OEM-Geräten. Im freien Handel selten.
- M.2-22110: Sehr seltene Langversion (110 mm), nur für bestimmte Desktop-Systeme.
M.2-SSDs gibt es in verschiedenen Längen. Für Desktop-PCs und Notebooks ist M.2-2280 der Standardformfaktor. (Bildquelle: amazon.de)
Worauf beim Kauf achten?
Die richtige Speicherkapazität hängt vom Einsatzzweck ab:- Betriebssystem und Anwendungen: 512 GB sind heute ein sinnvolles Minimum; 1 TB empfehlenswert für etwas Puffer.
- Spielesammlung: Mindestens 1 TB, besser 2 TB. Einzelne aktuelle Titel belegen über 100 GB Speicherplatz.
- Foto- und Videoarchive: Ab 2 TB aufwärts. Für professionelle Videoproduktion eher 4 TB und mehr.
Der primäre M.2-Steckplatz ist auf den meisten Mainboards nahe dem CPU-Sockel zu finden und direkt an den Prozessor angebunden. (Bildquelle: msi.com)

