hjh Office Bürostühle Ergonomisch perfekt, aber an der Sicherheit gespart
Stärken
Schwächen
Schreibtischstühle von hjh Office im Testspiegel: Knackpunkt Gasfeder
Statt des Eigenlobs als „Marke für günstige, hochwertige Büromöbel" müsste die Selbstdarstellung von hjh Office auf seiner Webseite eigentlich mit einem Geständnis beginnen. Denn die beiden von Stiftung Warentest getesteten Bürostühle des Weilheimer Herstellers hatten im Test wenig Glück: Lavita, ein Bürostuhl für knapp 150 Euro, kam wegen Sicherheitsmängeln über ein „Ausreichend" nicht hinaus und der 280 Euro teure Porto Max High erwies sich sogar als „mangelhaft": Zu riskant war den Testern die Konstruktion der Gasfeder, also dem Bauteil für das bequeme Verstellen der Sitzhöhe. Die Problematik bestand darin, dass ihr eine scharfkantige Innenhalterung so zusetzen kann, dass sie Risse bekommt und schlimmstenfalls zerbirst. Das erinnert an frühere Warentests zu Bürostühlen, bei denen es sogar zu unfreiwilligen Absitzern infolge explodierender Gasfedern kam. Daraufhin sah man sich seitens des Gesetzgebers genötigt, eine neue Sicherheitsnorm zu erlassen, die gerundete Kanten zum Stand der Technik erhob. Schade, dass hjh Office diesen Sicherheitsstandard im Testlauf 2017 noch nicht kannte oder zumindest noch nicht umgesetzt hatte.
Ärgerlich, aber in der Konzentration „noch tolerierbar": Formaldehyd in Holzteilen
Auch den Testanforderungen im Urteil Schadstoffe widmen die Weilheimer offenbar nicht die nötige Aufmerksamkeit. Beim Port High Max hieß es in dieser Hinsicht „Befriedigend", der Lavita rutschte mit seinem „noch tolerierbaren" Schadstoffgehalt („test" in der Februar-Ausgabe 2017) noch eine Notenstufe darunter. Bei diesem Bürostuhl mit einem „Ausreichend" im Schadstofftest muss man sich Sorgen machen, in Kontakt mit ausdünstendem Formaldehyd zu geraten.
Offenbar ist das Problem Schadstoffe mit den einschlägigen DIN-Vorschriften zu Sicherheit, Anforderungen und Prüfverfahren bei Bürostühlen nicht aus der Welt geschafft. Blickt man gezielt auf die Preise der getesteten Drehstühle, lässt sich ein Muster erkennen: Gerade bei den günstigen Konkurrenzstühlen etwa von Duo Collection (Linz), Mayer (Spirit) oder Roller (Argus) fanden die Tester kritische Inhaltsstoffe, die Sie unbedingt meiden sollten. Offenbar hindert der Preiskampf die Billiganbieter an der Vorsorge bei der Produktion. Überhaupt sei für wenig Geld kein guter Schreibtischstuhl zu bekommen, bilanziert die Stiftung Warentest und kann das anhand von Testergebnissen auch aus früheren Jahren belegen.
Ergonomisch perfekt, aber riskant für die Gesundheit?
Muss also gewisse Risiken für seine Gesundheit hinnehmen, wer bei der Wahl seines Bürostuhls bewusst ganz unten in der Modellpalette von hjh Office sucht? Ein aktueller Test deutet darauf hin: Nach den Testergebnissen der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2017 hat die Mehrheit der getesteten Stühle zwischen 160 und 300 Euro ein Problem mit Schadstoffen. Meist handelt es sich um krebserregende PAK, Weichmacher, Flammschutzmittel oder Naphtalin in einer kritischen Konzentration im Kontaktbereich – etwa in Armlehnen, Bezügen oder Kunststoffteilen. Vorsicht also bei Spontankäufen.
Doch trotz scharf kalkulierter Preise müssen Kunden nicht darben. Immerhin einige Hersteller schaffen es offenbar mühelos, schadstoffarme Stühle für wenig Geld zu fertigen. Bei Stiftung Warentest entpuppt sich etwa der Topstar Open Point SY AL U2 als „sauber" (Schadstoff-Note: Gut), und auch mit dem Ikea-Bürostuhl Volmar machen Sie nichts falsch.
Chefsessel von hjh Office im Kundenvergleich: Bei der Ausstattung schauen Käufer genauer hin
Trotz der beiden Testversager ist das Sortiment von hjh Office bei den Kunden ein Erfolg. Denn selbst Echtleder-Chefsessel mit bewegungsfördernder Synchronmechanik sind verhältnismäßig günstig (z. B. Monza 20 für rund 330 Euro), und sogar filigrane Ausführungen (z. B. Parma 20) oder Ausnahme-Modelle mit höhenverstellbaren Armlehnen, Weitwinkel-Wippmechanik (z. B. Prado) oder Synchro-Relax-Mechanik (z. B. Fremondo 20) bringt hjh Office zu überraschend günstigen Preisen an die Käufer.
Das reicht völlig aus, um Kunden nicht zu verprellen, die dann doch etwas zu meckern haben. Etwa eine nur mittelmäßige Haltbarkeit mancher Stuhlsäulen, nachlassende Polsterstabilität oder die fragwürdigen Vorzüge eines „Einhebel-Systems", das nach der ersten Anwendung sogleich die Biege macht. Trotz aller Kritik wirkt das Meinungsbild rund um die Chefsessel-Preiswunder frisch, lobend und mehrheitlich optimistisch, was die Haltbarkeitsprognosen betrifft.
Am meisten Punkte aber kassiert die Ergonomie – und die Linienführung gilt teils als so vornehm, dass Schwächen nicht weiter auffallen. Zu den aus Käufersicht wohl besten Schreibtischstühlen von hjh Office dürfte der Ergohuman gehören – ein Hybridwesen aus ergonomischem Bürostuhl und Chefsessel-Oberklasse, für den Sie rund 640 Euro beiseitelegen müssen. Viele Einstellmöglichkeiten inklusive variabler Kopfstütze und Armlehnen, verstellbarer Sitztiefe und beweglicher Lendenwirbelstütze – damit kann der Drehstuhl wirklich auf sich aufmerksam machen. Allerdings müssen Ihnen das Gefühl für die frei bewegliche Arm- und Kopfstütze, das Meshgewebe und der nicht allzu übertrieben straffe Lehnen-Gegendruck gefallen. Deshalb sollten Sie das Modell nicht blind kaufen.
Apropos Vielsitzer: Welche Bürostühle von hjh Office sind aus ergonomischer Sicht empfehlenswert?
Die Frage könnte auch so lauten: Welche sind die rückenfreundlichsten , flexibelsten und bequemsten Bürostühle von hjh Office? Am besten malen Bürostühle mit verstellbarer Sitztiefe (Schiebesitz), Wölbung im Lendenbereich (sogenannte Lordosen- oder Lendenwirbelstütze ), Synchronmechanik oder beweglicher bzw. neigbarer Sitzfläche das Bild von Top-Stühlen, auf denen Vielsitzer lange Zeit gut sitzen können.
Gehobene hjh-Office-Modelle besitzen eine Gewichtsautomatik oder in mehreren Dimensionen verstellbare Armlehnen („4D"), Chefsessel zum Teil eine bewegungsfördernde Knie-Wippmechanik. Die interessantesten Hjh-Office-Modelle haben wir für Sie in einer kleinen Auswahlliste eingepunktet.
- Vapor Lux: flexible Lordosenstütze, Punktsynchronmechanik, verstellbare Sitztiefe, Armlehnen-Höhe und Lehnen-Neigung
- Porto Max High: flexible Lordosenstütze, Synchronmechanik, höhenverstellbare Armlehnen
- Porto Base: flexible Lordosenstütze, Synchronmechanik, dreifach verstellbare Armlehnen
- Venus Base: flexible Lordosenstütze, großer Öffnungswinkel zwischen Sitz- und Rückenneigung, Synchronmechanik, verstellbare Armlehnen und Kopfstütze
- Porto Pro: einstellbare Lordosenstütze, Synchronmechanik, verstellbare Sitztiefe und Armlehnen
- Porto Base: einstellbare Lordosenstütze, Synchronmechanik, dreifach verstellbare Armlehnen
- Venus One: flexible Lordosenstütze, Punkt-Synchronmechanik, großer Öffnungswinkel zwischen Sitz- und Rückenneigung, vertikal und horizontal verstellbare Armlehnen
- Ergohuman: Lordosenstütze, Punkt-Synchronmechanik, Sitzfläche höhen- und tiefenverstellbar, vertikal und radial verstellbare Armlehnen, Kopfstütze in Höhe und Neigung verstellbar
- Dynafit: anatomische Lendenwirbelstütze, einstellbare Sitztiefe, Rückenlehnen-Neigung, Kopfstütze und Armlehnen
- Genidia Smart: mehrstufig verstellbare Sitzneigung und Armlehnen, Schiebesitz, Synchronmechanik, verstellbare Lordosenstütze, bewegungsfördernde Rückenlehne
- Genidia Pro: Lordosenstütze und Rückenlehne höhenverstellbar, Sitztiefe, -höhe und -neigung verstellbar, „4D"-Armlehnen, Synchronmechanik, Gewichtseinstellung
- Ergo Line II: Synchronmechanik, Gewichtsautomatik, Sitzhöhen- und Sitztiefenverstellung, höhenverstellbare Armlehnen, Lordosenstütze
- Prado: Knie-Wippmechanik, Rückenlehne mit integrierter Kopfstütze, Sitzhöhenverstellung






















