Radios Radionutzung im Überblick
Radionutzung im Vergleich: Internetkonsum nimmt zu
Seit etwa der 1930er wird das Radio als Unterhaltungsmedium genutzt - 1932 (am 28. Oktober) ging der erste Radiosender in Deutschland mit einem Foxtrott auf Sendung. Seine hohe Anpassungsfähigkeit bewies das Gerät von Beginn an: Es diente ebenso als Propagandainstrument wie als Vermittler demokratischer Gedanken und musste sich erstmals durch den Fernseher gegen ein anderes Unterhaltungs- und Informationsmedium behaupten. Die Radiolandschaft ging weg von einer stringenten Programmreihenfolge und hin zu individuelleren Sendungen, um den Hörer an das Radio zu binden. Kein Wunder also, dass eine ähnliche Wandlung des Radios auch durch das Internet einhergeht. Die Analysen der agma (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e. V.) zeigen, dass nicht das Radio stirbt, sich aber sehr wohl die Empfangsarten und das genutzte Angebote verschoben haben.
In der ersten Grafik haben wir die Hörer-Nutzung in Deutschland (ab 14. Jahren) von klassischen Radio-Angeboten und Online-Angeboten für das Radio in den Jahren 2018 und 2020 gegenübergestellt. Die Daten (in Millionen) beruhen jeweils auf den Analysen der agma aus der ma 2018 Audio II und der ma 2020 Audio II.
Der Begriff "Radio Gesamt" umfasst laut agma alle klassischen Radiosender (ma 2018 Audio II) bzw. die Verwendung von mindestens einem klassischen Angebot, unabhängig davon, über welchen Empfangsweg es gesendet wurde (ma 2020 Audio II). Unter "Online Audio Gesamt (alle Angebote)" – in unserer Tabelle unter Online Audio Gesamt abgebildet – umfasst die agma in der ma 2018 Audio II jegliche Online-Audio-Angebote, sowohl Channels als auch Streamingdienste. In der my 2020 Audio II begreift "Online Audio Gesamt" die Verwendung von mindestens einem Angebot, das via Internet konsumiert wurde.
Unter dem Punkt Radio Gesamt zeigt sich ein deutlicher Rückgang zwischen den Jahren 2018 und 2020 innerhalb der Radionutzung. Während 2018 noch etwa 55 Millionen Menschen in Deutschland Radio über die klassischen Empfangswege konsumierten, verringerte sich diese bis 2020 auf rund 53 Millionen. Einen Anstieg gab es indessen bei der Nutzung von Online-Angeboten (Online-Radio-Sender, Podcasts, Music-on-Demand). Hier steigen die Zahlen von etwa 4,5 Millionen (2018) auf rund 7 Millionen (2020) an.
Der Trend hin zur Nutzung von Online-Angeboten zeigt sich ebenfalls in der täglichen Nutzung (Tagesreichweite) innerhalb der unterschiedlichen Altersgruppen. Eine Gegenüberstellung der Daten zwischen der ma 2020 Audio I und der ma 2020 Audio II zeichnet die zweite Tabelle ab.
In der Altersgruppe ab 50 Jahren stieg die Tagesreichweite von rund 1,9 (Audio 2020 I) auf etwas über 2 Millionen (Audio 2020 II) Nutzer. Bei den 20 bis 49-jährigen legte die Hörerschaft von rund 2,1 auf etwa 2,3 Millionen zu, während sie bei den 14 bis 29-jährigen von etwa 1,9 auf knapp 2,1 Millionen anstieg. Wenn auch klein, weist der Trend dennoch auf ein verändertes Hörverhalten der Nutzer hin. Um diesem gerecht zu werden, wandeln sich nicht nur die Radiosender, sondern auch die Radiogeräte. Mit welchen Funktionen und Techniken sich das Radio flexibel an die neuen Gegebenheiten anpasst, stellen wir Ihnen in den nächsten Kapiteln vor.
DAB+: Radios sind heutzutage digital
DAB+ (Digital Audio Broadcasting) bringt einige Vorteile gegenüber dem alten UKW-Empfang. So empfangen DAB+-Radios beispielsweise wesentlich mehr Radioprogramme als UKW-Empfänger - die Senderanzahl ist jedoch je nach Bundesland unterschiedlich. Zudem ist die Senderwiedergabe rauschfrei, was beim UKW- (oder FM-) Radio nicht immer der Fall ist.
Dem derzeitigen Telekommunikationsgesetz entsprechend müssen Display-Geräte für den Haushalt und in Autos seit dem 21. Dezember 2020 den DAB+-Empfang nutzen. Geräte ohne Display können hingegen weiterhin mit reinem UKW verkauft werden. Ob sich der Kauf lohnt, ist allerdings fraglich. Norwegen beispielsweise setzt seit 2017 fast ausschließlich auf digitale Senderübertragung - die Schweiz soll UKW in den nächsten paar Jahren abstellen. Und obwohl der Abschalttermin für UKW in Deutschland weiterhin nicht sicher ist, geht der Trend durch das Telekommunikationsgesetz eindeutig hin zum digitalen Radioempfang. Zukunftssicherer sind Sie somit, wenn Sie ein DAB+-Radio kaufen.
Das Gute ist, dass sich die Hersteller längst auf den neuen Senderempfang eingestellt und ihre Geräte dementsprechend angepasst haben. Unabhängig also, ob Internetradio oder einfaches Baustellenradio wie beispielsweise das Makita DMR115: Sie finden kein Display-Radio, das DAB+ nicht unterstützt.
Eine noch größere Auswahl an Modellen: unsere DAB-Radio-Liste.
Internetradio: in 80 Sendern um die Welt
Einen noch größeren Inhaltsumfang als DAB+-Radios bieten Internet- oder auch Webradios. Mit den Geräten greifen Nutzer nicht nur auf Radioprogramme aus aller Welt zu, sondern hören sich zudem Podcasts aus dem Internet an. Dabei können Sie in einigen Fällen nicht nur nach bestimmten Sendern, sondern auch gezielt nach bestimmten Musikrichtungen suchen. Die Kopplung mit dem Heimnetzwerk gelingt in der Regel ganz ohne Kabel.
Wie beliebt die zusätzliche Empfangsquelle per Internet für Radionutzer ist, zeigt die Media-Analyse der agma. Diese trägt jedes Jahr die Daten zur Audionutzung zusammen, wertet sie aus und fasst die wichtigsten Kerndaten in einer PDF zusammen. Die Analyse der Daten aus der ma 2020 Audio II zeigt, dass Hörer in einem Alter zwischen 30 und 59 Jahren immerhin gut 98 Minuten in der Woche online Radio konsumieren. Der Hörerkreis beläuft sich dabei auf 25,4 Prozent und liegt damit nur etwa zehn Prozentpunkte hinter den Nutzern zwischen 14 und 29 Jahren, welche die größte Zielgruppe darstellen.
Überlegen Sie sich ein Internetradio zu kaufen, sollten Sie ein wenig mehr Geld einplanen. Wie bei allen Radios sind Klangqualität und Funktionsumfang preisabhängig. Zu den praktischen Zusätzen zählen Funktionen wie eine Bluetooth-Verbindung oder aber USB-Anschlüsse.
Mehr Internetradios im Vergleich finden Sie in dieser Liste.
Bluetooth, CD-Player, Aufladefunktion: Ausstattung ist alles
Ein großer Pluspunkt der Radios liegt in ihrer Funktionsvielfalt. Hierzu gehören nicht nur Erweiterungen wie die bereits erwähnte Bluetooth-Verbindung oder der USB-Anschluss: der Zugriff auf Streaming-Dienste wie Spotify oder Napster, umfangreiche Weckfunktionen oder die Nutzung als Powerbank für mobile Geräte (bspw. Smartphone) zählen ebenso dazu. Die Bedienung des DigitRadio 3 Voice von Technisat gelingt sogar ganz ohne Netzverbindung per Spracheingabe. Wer allerdings auf viele Funktionen, Empfangsmöglichkeiten und Anschlüsse zugreifen will, muss für sein Radio entsprechend mehr ausgeben.







































