Stärken
Schwächen
Die Pressschnecke zerdrückt das Pressgut und presst es durch ein Sieb: langsam, schonend und ohne nennenswerte Wärmeentwicklung. (Bild: philips.de)
Saftpressen werden nicht ohne Grund auch als Slow Juicer oder Kaltpress-Entsafter bezeichnet. Die niedrige Drehzahl von typischerweise 40 bis 80 Umdrehungen pro Minute ist ihr wichtigstes Merkmal – und der entscheidende Unterschied zu Zentrifugal-Entsaftern. Das Pressen dauert länger, liefert dafür aber Saft mit geringerer Oxidation und besserem Nährstofferhalt.
Was kann ein Slow Juicer – und was nicht?
Der größte Vorzug eines Slow Juicers liegt im schonenden Herstellungsprozess. Durch das langsame Pressen erwärmt sich das Pressgut kaum und der Kontakt mit Sauerstoff bleibt gering. Beides bremst die Oxidation, also den Prozess, der Saft schnell bräunlich und nährstoffärmer werden lässt. Hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Enzyme und Antioxidantien bleiben besser erhalten als bei Zentrifugalentsaftern, bei denen die schnelle Rotation deutlich mehr Wärme und Sauerstoffeintrag erzeugt.Ein weiterer Vorteil: Der Saft wird homogener. Die bei Zentrifugen häufig zu beobachtende Schichtentrennung in einen klaren und einen fruchtfleischhaltigen Teil bleibt aus, der Saft schäumt deutlich weniger. Dadurch ist er auch länger haltbar: im Kühlschrank bis zu 48 Stunden, ohne wesentliche Qualitätseinbußen.
Slow Juicer sind zudem deutlich leiser als Zentrifugen. Wer morgens früh entsaften möchte, weckt damit keine Mitbewohner auf.
Besonders überlegen sind Slow Juicer bei hartem Gemüse, Blattgemüse, Kräutern und Gräsern wie Weizengras oder Spinat. Das sind Zutaten, die eine Zentrifuge kaum oder gar nicht verarbeiten kann. Für klassische Zitrusfrüchte wie Orangen oder Zitronen ist hingegen eine einfache Zitruspresse völlig ausreichend; dort wäre der Einsatz eines Slow Juicers überdimensioniert.
Hochwertige Slow Juicer liefern mehrere Siebeinsätze mit. Je nach Einsatz erhalten Sie feinen Saft, cremige Smoothies oder gefrorene Sorbets. (Bild: Hersteller)
Welche Bauformen gibt es?
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Bauform. Vertikale Slow Juicer sind kompakt und platzsparend, eignen sich gut als Einsteigermodell und verarbeiten die meisten Obst- und Gemüsesorten zuverlässig. Horizontale Modelle – auch Masticating Juicer genannt – erzielen bei Blattgemüse und Gräsern in der Regel eine bessere Saftausbeute und sind deshalb die bevorzugte Wahl für Grünsaft-Fans. Manche Hersteller wie Kuvings bieten inzwischen Modelle mit großen Einfüllöffnungen an, sodass ganzes Obst und Gemüse ohne Vorschneiden verarbeitet werden kann. Das ist ein erheblicher Komfortgewinn.Für wen lohnt sich der Kauf?
Slow Juicer kosten in der Regel zwischen 100 und 500 Euro, Einsteigermodelle sind mittlerweile auch darunter erhältlich. Zum Vergleich: Zentrifugal-Entsafter gibt es schon ab rund 40 Euro. Die höhere Investition lohnt sich, wenn das Gerät regelmäßig zum Einsatz kommt, das heißt mindestens mehrmals pro Woche. Wer nur gelegentlich Saft presst oder es zunächst ausprobieren möchte, fährt mit einer günstigeren Zentrifuge besser.Einen Nachteil sollten Kaufinteressierte nicht unterschätzen: die Reinigung. Slow Juicer bestehen aus mehreren Einzelteilen – Pressschnecke, Sieb, Saftbehälter und mehr – die nach jeder Nutzung gründlich gespült werden müssen. Angetrocknete Reste sind schwer zu entfernen. Wer das scheut, sollte gezielt auf Modelle mit spülmaschinenfesten Teilen oder einer Selbstreinigungsfunktion achten. Auch der schmale Einfüllschacht vieler Modelle erfordert Vorbereitung: Obst und Gemüse müssen in kleine Stücke geschnitten werden, bevor sie verarbeitet werden können.
Im Fachmagazin-Vergleich (u.a. ETM Testmagazin) überzeugten zuletzt Modelle von Panasonic und Kuvings mit sehr guter Saftausbeute und einfacher Handhabung. Ein aktueller Slow-Juicer-Test der Stiftung Warentest liegt seit mehreren Jahren nicht vor.



























