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Ratgeber

Ratgeber zu Seniorenhandys

Leicht zu bedienen und manchmal sogar Lebensretter

Doro handleeasy 330gsmÄltere Menschen haben andere, spezielle Ansprüche an ein Handy. Nicht das Design oder technische Highlights wie schnelles Internet stehen im Vordergrund, sondern einfach zu benutzende und deutlich beschriftete Produkte. Die Hersteller von Handys ignorieren diese Bedürfnisse leider vielfach noch, doch es gibt einige positive Ausnahmen: Entsprechende Unternehmen statten ihre Mobiltelefone mit großen Tasten, klar ablesbaren Displays und nützlichen Extras wie zum Beispiel GPS-Ortung aus. Doch das hat seinen Preis.

Günstig sind diese Senioren-Handys wahrlich nicht. Mit Preisen von meist erst ab 100 Euro zahlt man eine Menge Geld für ein Mobiltelefon, das im Grunde nicht viel mehr kann als Telefonieren und vielleicht noch SMS verfassen. Andererseits erhält man dafür ein Gerät, dass auf die Ergonomie von Menschen angepasst wurde, die mit Einschränkungen ihrer Motorik und Sehkraft im Alltag zurecht kommen müssen.

Große Tasten, kleine Displays
Emporia ElegancePflicht für solche Mobiltelefone ist ein besonders großes Tastenfeld mit spürbaren Abständen zwischen den einzelnen Tasten. Die Tasten müssen einen deutlich vernehmbaren Druckpunkt besitzen und dem Nutzer so das Feedback seiner Eingaben vermitteln. Während dies die meisten Anbieter noch ganz gut lösen, gibt es schon beim zweiten wichtigen Punkt Probleme: Durch das große Tastenfeld fällt die Größe des Displays meist sehr begrenzt aus. Um die Ablesbarkeit trotzdem zu gewährleisten, wird die Anzeige im Gegenzug vielfach extra groß gestaltet.

Doch je größer die angezeigten Ziffern, desto weniger passen auf den kleinen Bildschirm drauf. Dies führt dazu, dass bei den heutzutage doch meist recht langen Rufnummern nur ein Teil der Nummer angezeigt wird – ein echtes Hindernis vor allem dann, wenn man bei der Eingabe der Rufnummer unsicher ist: Waren die ersten Ziffern überhaupt korrekt? Daher kann es durchaus sinnvoll sein, zu Handys mit der Anzeige von zwei Zeilen zu greifen. Dann sind die Zeichen zwar kleiner dargestellt, aber Rufnummern passen komplett aufs Display. Doch was einem hier wichtiger ist, sollte man als potenzieller Käufer unbedingt persönlich ausprobieren.

Teils nur eingeschränkte SMS-Funktionen
Mit der verkürzten Bildschirmanzeige tritt ein weiteres Problem auf: Nicht jeder Senior möchte auf das Versenden von SMS verzichten. Leider ist das Tippen und vor allem Lesen von Kurznachrichten bei einer so eingeschränkten Anzeige kein Vergnügen. Wer SMS nutzen möchte, sollte in jedem Fall zu einem mehrzeiligen Display greifen und die kleinere Zeichenanzeige in Kauf nehmen. Im Besten Fall kann man die Schriftgröße fallartig einstellen.

Doro handleeasy 326gsmBei einigen Senioren-Handys ist zudem von Haus aus die SMS-Funktionalität stark eingeschränkt – so kann das Doro HandleEasy 326gsm keine Buchstaben darstellen, sein Nachfolger 326gsmi sehr wohl. Andere Modelle wiederum können zwar SMS lesen, aber nicht selbst verfassen. Wer SMS nutzen möchte, sollte also beim Kauf genau darauf achten, dass das ausgesuchte Modell auch tatsächlich das Schreiben und Lesen von Kurznachrichten anpreist. Zum Glück gehört dieses Phänomen aber Stand 2016 zunehmend der Vergangenheit an, SMS werden auch bei Seniorenmodellen zum Standard.

Praktisch: Kurzwahltasten
Fast alle Senioren-Handys bieten die Möglichkeit, spezielle Kurzwahltasten mit den Lieblingsnummern vorzuprogrammieren. Dabei sind meist zwischen drei und fünf Tasten direkt unter dem Display untergebracht, die auf einen Tastendruck hin die gewünschte Verbindung aufbauen – das spart Zeit und ist für viele Nutzer einfacher zu verstehen, als das Belegen des herkömmlichen Tastenfeldes mit solchen Kurzwahlen. Doch es gibt auch Telefone, die darauf verzichten; also Augen auf beim Kauf!

Senioren-Handys können Lebensretter sein
Immer mehr Mobiltelefone für die Senioren-Zielgruppe sind darüber hinaus mit einer Notruftaste ausgestattet. Diese kann in entsprechenden Situationen als echter Lebensretter fungieren: In der Regel löst ein Druck auf sie umgehend einen Anruf zu einer vorprogrammierten Nummer aus. Dies kann das Handy eines Verwandten sein, der Pflegedienst oder auch schlicht der Notruf. Manche Handys ermöglichen zugleich das Absetzen einer Notruf-SMS und das nacheinander erfolgende Anwählen von bis zu fünf Rufnummern, bis an einer das rettende Gespräch aufgebaut wird. Ist dies nicht der Fall, wird anschließend die 112 gewählt. Zudem besitzen einige wenige Modelle mittlerweile eine "Sturzerkennung" - fällt der Nutzer mit dem Telefon hin, muss nicht einmal mehr die Notruftaste gedrückt werden, der Notruf wird dann automatisch abgesetzt.

Auro comfort 1060Wer auf Nummer Sicher gehen will, greift zudem zu einem Handy mit integriertem GPS-Empfänger. Solche Senioren-Handys können in der abgeschickten Kurznachricht die Position des Verunglückten bis auf wenige Meter genau angeben. Dies erleichtert es Rettungsdiensten erheblich, schnelle Hilfe zukommen zu lassen. Raffiert wird es, wenn das Telefon nicht nur irgendwelche abstrakten GPS-Koordinaten sendet, sondern diese in eine konkrete Adresse wie "10 m östlich von Fahrgasse 5, 65549 Limburg" übersetzt. So können auch Laien sofort etwas mit dem Hilferuf anfangen.

Android-Smartphones als neue Alternative
Lange Zeit waren Smartphones aufgrund ihrer enormen Anzahl an Funktionen, ihrer komplexen und sehr punktgenauen Bedienung genau die Antithese für ein einfaches Senioren-Handy. Mittlerweile gibt es aber auch Android-Smartphones, die das Betriebssystem unter einer sehr einfach zu bedienenden Oberfläche verstecken, die besonders große Symbolflächen nutzt. Der große Vorteil dieser Geräte liegt ebenfalls bei ihrem integrierten GPS-Modul, das die Notfallortung direkt unterstützt. Außerdem wirken sie viel moderner als klassische Senioren-Handys, bieten zusätzlich Funktionen wie E-Mail und Internet und empfehlen sich somit auch für jüngere Nutzer mit motorischen oder sensorischen Einschränkungen. Auch hier ist das schwedische Unternehmen Doro marktführend tätig.