Das richtige Gerät kaufen
Der Markt für Haus- und Bürotelefone ist ausgesprochen übersichtlich. Anders als bei Handys steht man beim Kauf eines herkömmlichen Telefons nicht vor einer unübersichtlichen Schwemme verschiedenster und doch irgendwie gleicher Modelle. Auch die technologische Entwicklung ist verhaltener: Ein gerade erworbenes Telefon wird kaum ein halbes Jahr später wieder veraltet sein. Doch gerade diese Langlebigkeit macht die Wahl nicht unbedingt einfacher: Festnetz- oder VoIP-Telefon? Schnurlos oder schnurgebunden? Und was ist ein Eco-Modus?
Der Hauptunterschied eines ISDN-Anschlusses zu einem Analoganschluss ist die Möglichkeit, zwei Leitungen parallel nutzen zu können. So kann mit einem ISDN-Anschluss zum Beispiel parallel telefoniert und im Internet gesurft werden. Außerdem können für einen Anschluss bis zu zehn MSNs (Multiple Subscriber Numbers) vergeben werden, die beliebig auf Geräte im Haushalt verteilt werden können. Ein weiterer Vorteil ist die höhere Sprachqualität per ISDN: Denn das Signal wird weitgehend verlustfrei übertragen und regeneriert. Bei der Analogtechnik dagegen wird das Signal lediglich verstärkt – und damit auch das Hintergrundrauschen und alle Störsignale.
Nachteilig ist dagegen, dass bei der ISDN-Technologie entweder das Telefon oder der NTBA extern mit Strom versorgt werden müssen – analogen Telefonen reicht der Anschluss an die Telefonbuchse. Dank moderner Technik ist man bei der Auswahl des zum Anschluss passenden Telefons aber nicht mehr ganz so eingeschränkt wie früher. Wer zum Beispiel ein Analogtelefon an einem ISDN-Anschluss betreiben möchte, kann einen a/b-Wandler (Terminaladapter) nutzen. Eine teurere, aber in Zeiten von DSL-Heimanschlüssen oftmals ohnehin sinnvolle Alternative sind kombinierte Internet-Router und Telefonanlagen wie zum Beispiel die FRITZ!Boxen von AVM. Denen ist es vielfach egal, welches Telefon man an sie anschließt, sie besitzen für beide Arten Anschlüsse und wandeln das Signal um.
VoIP als Alternative zum Festnetz
Daher sind heutzutage auch VoIP-Telefone (Voice over IP) im Privatbereich eigentlich weitgehend überflüssig geworden. Einfach das normale Analog- oder ISDN-Telefon an den entsprechend dazu befähigten Router angeschlossen und auf diesem eingestellt, ob Festnetz- oder VoIP-Gespräche geführt werden sollen. So einfach geht das heutzutage! Wer allerdings auf ein zusätzliches Gerät wie einen Router verzichten möchte, braucht dann eben ein spezielles VoIP-Telefon.
Mit der VoIP-Technologie kann anstatt über die Festnetzleitung via Internet telefoniert werden. Das hat vor allem einen Kostenvorteil: Viele VoIP-Anbieter bieten günstigere Gesprächspreise als die Festnetzanbieter. In Zeiten der DSL-Flatrate ist auch der dabei entstehende Datentransfer kein Problem mehr. Wer VoIP-Telefonie nutzt, muss allerdings häufig eine etwas schlechtere Sprachqualität in Kauf nehmen – vor allem, wenn die Bandbreite der DSL-Leitung stark ausgenutzt wird, hört man den Unterschied zur Festnetztelefonie deutlich.
Schnurlos oder schnurgebunden?
Und wo wir gerade bei der Sprachqualität sind: Wer diese besonders hoch schätzt, setzt auch heute noch bevorzugt auf ein schnurgebundenes Telefon. Der große Vorteil dieser Telefone ist und bleibt ihre hohe Sprachverständlichkeit. Dennoch setzt sich der Siegeszug der schnurlosen DECT-Telefone (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) unvermindert fort. Schließlich kann man sich dank der Funktechnik weitgehend frei im Haus bewegen und gleichzeitig telefonieren.
Vielleicht wird sich diese Entwicklung sogar noch beschleunigen, denn mit dem neuen DECT-Standard CAT-iq (Cordless Advanced Technology - Internet and Quality) soll eine deutlich höhere Sprachqualität erreicht werden, die einige Hersteller selbstbewusst als HD-Klang bewerben. Der Entwicklung ist eigentlich nur eine Hemmschwelle gesetzt: Die Funkstrahlung der DECT-Telefone. Diese liegt zwar im Mittelwert deutlich unter derjenigen von Handys – doch solange es keine abschließende Studie hierzu gibt, macht dies verständlicherweise nicht wenigen Kunden Sorgen.
Eco-Modus: Funkstrahlung minimieren
Nachdem die Hersteller dieses Thema lange Zeit bewusst ignoriert hatten, setzte vor einigen Jahren eine geradezu fieberhafte Entwicklungstätigkeit ein. Mittlerweile kann man bei allen namhaften Herstellern Telefone mit einem sogenannten „Eco-Modus“ erwerben. Dieser regelt die Funkleistung herab – allerdings sieht die Lösung bei nahezu jedem Hersteller unterschiedlich aus. Bei einigen funktioniert der Eco-Modus nur, wenn das Telefon in der Basisstation steht. Bei anderen auch außerhalb, aber in Abhängigkeit von der Entfernung zur Basisstation. Bei einigen Telefonen darf man mehrere Mobilteile nutzen, bei anderen nur genau eines.
Zu diesem Thema haben wir auch noch einen speziellen Ratgeber vorbereitet.