Das richtige Headset kaufen
Die Wahl des richtigen Headsets mag noch schwieriger fallen, als den richtigen MP3-Player oder das passende Handy dafür zu finden. Denn hier gibt es nur wenige technische Eckdaten, die dem Käufer bei der Entscheidung helfen und die Klangqualität wird in der Regel sehr subjektiv beurteilt. Dennoch gibt es ein paar Punkte, die man beachten kann und sollte: Will man ein Headset für ein Handy oder ein DECT-Telefon? Möchte man mehrere Geräte koppeln können? Und ab welcher Preisklasse darf ordentliche Qualität erwartet werden?
Am günstigsten kommt es, wenn man zu kabelgebundenen Headsets greift. Hier gibt es bereits für Preise um die 10 Euro solide Headsets, die eine ordentliche Sprach- und Audioqualität versprechen. Da seit einiger Zeit alle entsprechenden Endgeräte auf die hochwertige 3,5mm-Klinke setzen, kann der Nutzer sein Headset zudem meist problemlos an allen seinen Endgeräten nutzen. Die meisten Headsets besitzen die obligatorische Rufannahme-/Auflegetaste und vielfach auch einen Lautstärkeregler.
Das war nicht immer so: Vor allem für ältere Handys werden vielfach noch Headsets mit proprietärem Stecker benötigt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Markenware von Originalherstellern genutzt wird – viele Händler verkaufen billige Imitate mit dem Hinweis „passend für (Hersteller)“, die aber trotz der Kabelverbindung erstaunlich schlecht klingen. Auch eine ausreichende Kabellänge ist von Bedeutung. Gut 1,5 Meter sollten es schon sein, damit das Abspielgerät auch mal im Rucksack oder der hinteren Hosentasche verschwinden kann.
Bluetooth-Headsets: Bequemer dank Multipoint und Autopairing
Komfortabler sind allerdings in jedem Fall Bluetooth-Headsets. Nicht nur, weil sie auf das lästige Kabel verzichten, sondern auch aufgrund ihrer zusätzlichen Funktionen. Denn viele moderne Bluetooth-Headsets sind Multipoint-fähig. Das heißt, sie können mit mehreren mobilen Endgeräten gekoppelt werden. So können mit einem Headset mit Multipoint-Unterstützung sowohl das Handy als auch der MP3-Player verbunden werden – und das parallel. Geht ein Anruf ein, wird dies während des Abspielens des MP3-Players signalisiert und bei Entgegennahme des Gesprächs automatisch der Kanal gewechselt. Viel bequemer geht es kaum?
Doch, das geht: Dank Autopairing können viele Bluetooth-Headsets darüber hinaus noch automatisch die anzuschließenden Geräte finden. Bei einfacheren Headsets muss das der Anwender selbst machen – er muss erst beide Geräte in den Suchmodus schicken, bis sie sich gegenseitig finden und eine Verbindung herstellen. Headsets mit Autopairing erledigen das beim Einschalten automatisch und melden sich von selbst bei den von ihnen gefundenen Bluetooth-Geräten an - sofern diese Fremdgeräte nicht aussperren.
Wichtig: Rauschunterdrückung und A2DP
Allerdings sollte man beim Preis nicht unbedingt geizen. Wer eine ordentliche Audioqualität will, muss bei Bluetooth-Headsets deutlich mehr investieren als bei ihren kabelgebundenen Verwandten. Unter 40 bis 50 Euro wird man nur in Ausnahmefällen eine gute Audioqualität erwarten dürfen. Bei preiswerteren Versionen wird man öfter erleben, dass man selbst zwar den Gesprächspartner halbwegs ordentlich versteht, dieser aber über Rauschen und Störgeräusche klagt. Deshalb empfiehlt es sich in jedem Fall ein Bluetooth-Headset mit Rauschunterdrückung zu wählen. Die technischen Umsetzungen derselben fallen allerdings auch sehr unterschiedlich aus – gerade hier sollte auf Testberichte geachtet werden!
Wer sich dagegen weniger Sorgen um Sprachverbindungen macht, sondern mit seinem Headset lieber Musik hören möchte, sollte auf das „A2DP-Profil“ achten. Dieses überträgt die Musik in Stereo-Qualität, was zwei Vorteile hat: Erstens ist das Klangempfinden schon auf einem Ohr deutlich positiver, zweitens kann man bei einigen Bluetooth-Headsets damit tatsächlich auf beiden Ohren hören – denn es gibt auch dezidierte Bluetooth-Musik-Headsets mit klassischem Kopf- oder Nackenbügel.
Bluetooth-Nachteil Reichweite
Leider hat auch die Bluetooth-Technologie ein paar gravierende Nachteile, über die man sich im Klaren sein sollte. Denn erstens ist die Reichweite von Bluetooth sehr gering: Nominell soll Bluetooth 10 Meter überbrücken können, tatsächlich ist die Reichweite viel geringer. Einige schlechtere Headsets zeigen bereits 40 bis 50 Zentimeter vom gekoppelten Gerät entfernt erstes Hintergrundrauschen und Aussetzer. Das ist ärgerlich und verhindert in solchen Fällen, dass man das Handy oder den MP3-Player einfach in der Tasche mit sich schleppt. Ausprobieren vor dem Kauf ist also unbedingt angeraten.
GAP-Headsets für Festnetztelefone
Übrigens muss man bei Festnetztelefonen nicht auf Headsets verzichten. Einige Modelle besitzen bereits Bluetooth-Unterstützung zu diesem Zweck, ansonsten kann man aber auch nach Headsets mit dem GAP-Profil Ausschau halten. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Funktechnologie, die der Kopplung an DECT-Schnurlostelefonen dient. Zwar kann das Headset damit nur mit DECT-Telefonen genutzt werden, dafür ist die Reichweite mit rund 50 Metern aber auch sehr hoch – so dass man sich am Arbeitsplatz oder zu Hause wirklich frei bewegen kann.