Stärken
Schwächen
Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras bieten gegenüber Kompaktkameras einen entscheidenden Vorteil: Das Objektiv lässt sich je nach Aufnahmesituation wechseln. Für Nahaufnahmen empfiehlt sich ein Makroobjektiv, weit entfernte Motive holt ein Teleobjektiv ins Bild und weite Landschaften lassen sich mit einem Weitwinkelobjektiv einfangen. Bei der Wahl der richtigen Brennweite spielt auch die Größe des Kamerasensors eine wichtige Rolle: Sie bestimmt direkt den Bildausschnitt.
Kameraanschluss: Welches Objektiv passt zu welcher Kamera?
Jeder Kamerahersteller setzt auf eigene Objektivanschlüsse (Bajonette). Wer ein Objektiv eines Drittanbieters kauft, der Gläser für verschiedene Kameramarken anbietet, muss daher auf die Kompatibilität achten. Ein Fujifilm-Objektiv passt nicht an eine Canon-Kamera. Und auch innerhalb einer Marke gibt es Unterschiede: Canon nutzt für seine spiegellosen Systemkameras das RF-Bajonett, während ältere Spiegelreflexkameras mit dem EF-Anschluss ausgestattet sind. Beide Systeme sind nicht direkt kompatibel. Adapter können in solchen Fällen helfen, sind aber nicht für alle Funktionen zuverlässig geeignet.
Das Tamron 16-300mm F/3.5-6.3 Di II VC PZD ist ein flexibel einsetzbares Superzoom-Objektiv für APS-C-Kameras. (Bild: amazon.de)
Sensorformat und Objektiv: was zusammenpassen muss
Jedes Objektiv ist für eine bestimmte Sensorgröße ausgelegt – und das wirkt sich direkt auf Bildqualität und Gewicht aus: Je größer der Sensor, desto größer und schwerer fallen in der Regel die passenden Objektive aus.Objektive für Vollformatsensoren lassen sich meist auch an Kameras mit dem kleineren APS-C-Format nutzen; vorausgesetzt, der Bajonettanschluss stimmt oder ein Adapter kommt zum Einsatz. Der umgekehrte Weg funktioniert nicht ohne Einschränkungen: APS-C-Objektive an einer Vollformatkamera erzeugen dunkle Ecken im Bild, weil sie den größeren Sensor nicht vollständig ausleuchten.
Das Micro-Four-Thirds-Format (MFT) ist noch einmal kleiner als APS-C. Es wird aktuell von OM System (ehemals Olympus) und Panasonic gemeinsam gepflegt. Der besondere Vorteil: Da beide Hersteller denselben offenen Standard nutzen, lassen sich Objektive von OM System und Panasonic wechselseitig an den Kameras des jeweils anderen einsetzen. Insgesamt stehen MFT-Nutzerinnen und -Nutzern heute über 100 native Objektive zur Auswahl, von kompakten Weitwinkelprimes bis zu langen Telezooms.
Crop-Faktor: warum 50 mm nicht immer 50 mm bedeuten
Die angegebene Brennweite eines Objektivs bestimmt nicht allein, wie groß der Bildausschnitt ausfällt – entscheidend ist immer die Kombination aus Brennweite und Sensorgröße. Der sogenannte Crop-Faktor gibt an, um welchen Wert die effektive Brennweite gegenüber einem Vollformatsensor verlängert wird.Für APS-C-Sensoren beträgt dieser Faktor typischerweise 1,5 (bei Canon-APS-C: 1,6), für MFT-Sensoren 2. Ein 50-mm-Objektiv liefert an einer MFT-Kamera also denselben Bildausschnitt wie ein 100-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera. Das ist beim Kauf besonders bei Tele- und Weitwinkelobjektiven zu beachten: Was an einer Vollformatkamera eine moderate Weitwinkelbrennweite ist, kann am MFT-Sensor bereits wie ein Normalobjektiv wirken.

























































