Das Wichtigste auf einen Blick:
- Trotz kleiner Messungenauigkeiten in Tests mit guten Noten
- Preiswerter Einstieg ab etwa 20 Euro
- Komfortableres und angenehmeres Handling als Oberarm-Blutdruckmessgeräte
- Ab Mittelklasse meist mit Bluetooth zur Übermittlung der Daten an eine App ausgestattet
- Smartwatches und Wearables sind kein vollwertiger Ersatz
- Vor dem Kauf auf Prüfzeichen achten, z.B. ISO 81060-2
Blutdruckmessgeräte gehören inzwischen zur Standardausstattung in vielen Haushalten. Die eigenständige Überwachung des Blutdrucks ist heute einfach, präzise und kostengünstig möglich. Diese Kombination aus Vorteilen verschafft vor allem modernen Handgelenk-Blutdruckmessgeräten gegenüber klassischen Oberarmmodellen einen deutlichen Vorteil. Selbst das lange Zeit kritisierte Thema Messgenauigkeit hat sich laut Tests führender Verbraucherportale deutlich verbessert.
Sogar mit kleinen Messungenauigkeiten in Tests ganz vorne mit dabei
Auch bei Handgelenk-Geräten, die früher als eher ungenau eingestuft wurden, liegen die Abweichungen zwischen gemessenem und tatsächlichem Blutdruck inzwischen meist unter 5 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Nach den Kriterien der Stiftung Warentest gilt ein Gerät mit einer solchen Toleranz noch als gut – vor allem wenn man die vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten berücksichtigt. Die Preise beginnen bei etwa 20 Euro für einfache Modelle, während ausgereifte Geräte mit App-Anbindung und erweiterter Diagnostik auch 150 Euro oder mehr kosten können. Laut Tests finden sich im Handel heute viele technisch ausgereifte und benutzerfreundliche Heimgeräte. Bekannte Hersteller sind Beurer, Medisana, Panasonic oder boso; besonders Hartmann und Omron konnten mit ihren Handgelenk-Blutdruckmessern sogar Spitzenplatzierungen erzielen. Neben der Messgenauigkeit bewerten Verbrauchermagazine auch die Bedienfreundlichkeit und das Risiko von Bedienfehlern – speziell für ältere Nutzer oder Menschen, die mit der Technik wenig vertraut sind. Als besonders vorteilhaft gelten Modelle mit einem großen, gut ablesbaren Display, großen Tasten und klaren Rückmeldungen bei Fehlbedienungen.Bequemer als klassische Oberarm-Blutdruckmessgeräte
Vor allem ältere Menschen oder Blutdruckpatienten mit sensiblen Gefäßen profitieren von der Messung am Handgelenk. Im Gegensatz zur Oberarmmessung muss hier weder der Oberarm freigelegt noch eine große Manschette um den Arm gelegt werden, was viele als unangenehm empfinden. Stattdessen wird der Ärmel nur leicht hochgekrempelt, die Manschette um das Handgelenk angelegt – und der Rest erfolgt vollautomatisch: Aufpumpen, Messen und Anzeige der Werte im Display. Einige Geräte beginnen sogar schon während des Aufpumpens mit der Messung, um unangenehme Druckschübe zu vermeiden. Ausgereifte Modelle bieten zusätzliche Funktionen wie eine grafische Blutdruckklassifizierung nach WHO-Ampelskala, mehrere Speicherplätze zur Dokumentation des Blutdrucks, Manschettensitzkontrolle, Positionssensor und Arrhythmie-Erkennung – einige Geräte warnen dabei gezielt vor möglichem Vorhofflimmern (AFib), einem wichtigen Risikofaktor für Schlaganfall. Geräte mit einem sogenannten Gastmodus ermöglichen Messungen, deren Resultate nicht im internen Speicher abgespeichert werden.Bluetooth und App-Anbindung: Standard in der Mittel- und Oberklasse
Moderne Handgelenk-Blutdruckmessgeräte der Mittel- und Oberklasse verfügen heute standardmäßig über eine Bluetooth-Schnittstelle, über die Messwerte automatisch an eine Smartphone-App übertragen werden. Entsprechende Apps ermöglichen die langfristige Dokumentation von Blutdruckverläufen, die Berechnung von Wochendurchschnittswerten und – bei manchen Herstellern – die digitale Weitergabe der Werte an den behandelnden Arzt. Dies erleichtert die Therapiekontrolle bei Bluthochdruck erheblich. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die App mit Ihrem Smartphone-Betriebssystem (iOS oder Android) kompatibel ist.Smartwatches und Wearables: Ergänzung, kein Ersatz
Seit einigen Jahren bieten Smartwatches und spezialisierte Armbänder ebenfalls Blutdruckfunktionen an. Wichtig zu wissen: Die meisten Smartwatches schätzen den Blutdruck algorithmisch über optische Sensoren (PPG) und sind nicht als Medizinprodukt zugelassen. Ihre Ergebnisse eignen sich allenfalls als grobe Orientierung und erfordern regelmäßige Kalibrierung mit einem klassischen Gerät. Einige spezialisierte Produkte – etwa mit integrierter Miniaturmanschette – sind hingegen als Medizinprodukt zertifiziert. Für eine medizinisch verlässliche Blutdruckkontrolle bleibt ein klinisch validiertes Manschettengerät am Oberarm oder Handgelenk weiterhin die empfohlene Wahl.Höheres Risiko für Bedienfehler
Grundlegend gilt: Die Blutdruckmessung liefert nur dann verlässliche Werte, wenn die Manschette auf Herzhöhe positioniert ist. Die Messhöhe beeinflusst also maßgeblich das Messergebnis. Während dies bei Oberarmgeräten durch das Messprinzip ohnehin sichergestellt ist, erfordert die Handgelenksmessung einen sorgfältigen Umgang: Der Arm muss während der Messung richtig hochgehalten werden. Bereits ein Zentimeter Unterschied in der Höhe entspricht ungefähr einer Druckabweichung von 0,75 mmHg. Wird das Handgelenk beispielsweise auf Bauchnabelhöhe gehalten, kann dies eine Abweichung von etwa 20 mmHg bedeuten. Bei korrekter Handhabung ändert dies jedoch nichts am grundsätzlich besseren Tragekomfort von Handgelenkmessgeräten gegenüber Oberarmmodellen. Empfehlenswert ist zudem, immer am gleichen Handgelenk zu messen, da der Blutdruck zwischen beiden Armen um bis zu 10 mmHg variieren kann.
Bei Gefäßveränderungen mit Einschränkungen
Handgelenk-Blutdruckmessgeräte sind vor allem für Nutzer geeignet, die ihren Arm während der Messung auf der richtigen Höhe halten können. Bei Gefäßveränderungen im Bereich des Handgelenks, die bei älteren Menschen häufig auftreten, raten viele Ärzte zu Geräten mit Oberarmmanschette. Außerdem sollte beim Erwerb auf einen gut lesbaren LCD-Bildschirm geachtet werden. Sehr hilfreich sind Modelle, die Messergebnisse auch gut verständlich vorlesen können.Vor dem Kauf auf klinische Validierung und Prüfzeichen achten
Da die Messergebnisse stark von der richtigen Anwendung abhängig sind, empfiehlt es sich, vor dem Kauf Bewertungen zur Messgenauigkeit in Testmagazinen genau zu prüfen. Zusätzlich sollte das Gerät folgende Qualitätsnachweise erfüllen:- Klinisch validiert nach ISO 81060-2: Dies ist der seit 2018 gültige internationale Konsensstandard für Blutdruckmessgeräte, gemeinsam erarbeitet von ESH, AAMI und ISO. Er stellt sicher, dass das Gerät unter realen Bedingungen an ausreichend Probanden getestet wurde.
- Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga (DHL): Das DHL-Siegel gilt als besonders anspruchsvoller nationaler Qualitätsnachweis und wird nur bei nachgewiesener klinischer Validierung mit mindestens 96 Probanden vergeben.
- CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt: Seit Mai 2021 gilt die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR, EU 2017/745), die strengere Anforderungen an die Konformitätsnachweise von Heimblutdruckmessgeräten stellt. Achten Sie darauf, dass das CE-Zeichen explizit als Medizinprodukt ausgewiesen ist.
- STRIDE BP-Datenbank: Die internationale Non-Profit-Organisation STRIDE BP führt eine öffentlich zugängliche Liste klinisch validierter Blutdruckmessgeräte, die als neutrale Referenz beim Kauf empfohlen wird.




























