Das Wichtigste auf einen Blick:
- Schlagmahlwerk: günstig, schnell, aber ungleichmäßig – für Espresso ungeeignet
- Scheibenmahlwerk: schonender, keramische Scheiben reduzieren Lärm und Erwärmung
- Kegelmahlwerk: leiser, gleichmäßiges Mahlbild, beliebtester Typ – in billigen Modellen aber manchmal Erwärmungsproblem
- Walzenmahlwerk: höchste Schonung, selten und teuer
- Mahlgrad: grob für French Press, fein für Espresso, mittel für Filterkaffee
- Lautstärke ist ein Testkriterium: über 70 dB gibt Punktabzug
Kaffeebohnen wollen vor dem Brühen frisch gemahlen werden. Dann geben sie ihr Bestes. (Bild: delonghi.com)
Am Kaffee scheiden sich die Geister: Espresso, Filterkaffee oder French Press? Kaffeebohnen aus Kenia oder Brasilien? Mit Milchschaum oder ohne? Ein grundlegender Streitpunkt unter Kaffee-Gourmets ist die Auswahl der richtigen Kaffeemühle. Gut, dass es drei klar voneinander abgrenzbare Bautypen gibt. Das erleichtert die Antwort auf die entscheidende Frage: Welche Kaffeemühle ist die richtige für mich?
Kaffeemühle oder Kaffeepulver: eine Frage des Geschmacks
Warum überhaupt selbst mahlen? Die Antwort ist einfach: Guter Kaffee lebt davon, dass möglichst viel von den Geschmacksstoffen im heißen Wasser landet. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Die Aromen, vormals fest in den Kaffeebohnen eingeschlossen, verflüchtigen sich nach dem Mahlen schnell. Die beste Verpackung für Kaffee ist immer noch die Bohne selbst und nicht das beschichtete Tütchen. Selbst luftdichtes Umfüllen verhindert den schleichenden Aromaverlust nicht.Die Mühe lohnt sich also und das Mahlen selbst dauert nicht sonderlich lange. Denn als Alternative zu Handmühlen stehen heute zahlreiche elektrische Kaffeemühlen parat, die diesen Job auf hohem Niveau übernehmen.
Herzstück der Maschine: das Mahlwerk
Bequemer und schonender als eine handgetriebene Mühle ist eine elektrische Mühle, so viel steht fest. Aber die elektrischen Mühlen unterscheiden sich stark voneinander. Herzstück jeder Kaffeemühle ist das Mahlwerk. Es gibt drei Typen, die sich in Qualität und Preis deutlich unterscheiden.Der einfachste Typ: Kaffeemühlen mit Schlagwerk
Simple Technik mit wenig Variationsmöglichkeiten: Propeller-Mahlwerk. (Bild: bosch-home.com)
Das Schlagmahlwerk, auch Propellermahlwerk genannt, wird in preiswerten Modellen eingesetzt. Zwei rotierende Messer zerkleinern die Kaffeebohnen. Diese Methode hat einen entscheidenden Nachteil: Die entstehende Wärme kann dazu führen, dass der Kaffee nachröstet und einen bitteren Beigeschmack erhält. Außerdem erzeugt das Schlagmahlwerk einen ungleichmäßigen Mahlgrad. Espresso-Fans sollten diese Mühlen meiden, da das Pulver sein volles Aroma nicht entfalten kann. Auch eine gezielte Mahlgradeinstellung ist bei den meisten Modellen nicht möglich: Je länger gemahlen wird, desto feiner das Pulver.
Schonender und besser: Kaffeemühlen mit Scheibenmahlwerk
Blick ins Innere eines Scheibenmahlwerks. (Bild: delonghi.com)
Schonender werden die Bohnen mit einem Scheibenmahlwerk verarbeitet. Zwei aufeinanderliegende, konkav geformte Scheiben, meist aus Keramik, zerkleinern die Bohnen. Das geht schnell, aber auch hier kann bei großen Mengen ein Nachrösten auftreten. Scheibenmahlwerke sind daher eher für kleinere Mengen geeignet.
Bestehen die Scheiben aus Keramik statt aus Stahl, arbeitet die Mühle deutlich leiser. In Tests spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle: Kaffeemühlen, die lauter als 70 Dezibel sind, werden in der Testnote abgestraft.
Von Natur aus leiser: Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk
Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk – der beliebteste Bautyp. (Bild: gastroback.de)
Das Kegelmahlwerk – eigentlich eine Unterart des Scheibenmahlwerks – hat eine größere Mahlfläche und benötigt weniger Umdrehungen. Dadurch entsteht keine nennenswerte Erwärmung, das Aroma bleibt erhalten. Zusätzlich arbeiten Mühlen mit Kegelmahlwerk leiser und erzeugen ein gleichmäßigeres Kaffeepulver.
Allerdings gilt: In Heimgeräten sind die Kegelmahlwerke oft kleiner und die Motoren schwächer. Bei hohem Drehmoment kann dadurch doch eine gewisse Erwärmung entstehen. Wer regelmäßig mahlt und Qualität schätzt, sollte ein Modell mit kräftigerem Motor wählen.
High-End – selten und teuer: Kaffeemühlen mit Walzenmahlwerk
Am schonendsten verläuft das Mahlen mit einem Walzenmahlwerk (auch Langsammahlwerk). Zwei langsam rotierende Walzen verarbeiten die Bohnen nahezu hitzeneutral; das Aroma bleibt vollständig erhalten. Aufgrund dieser Eigenschaften sind solche Mühlen sehr teuer und im Haushaltsbereich selten.Wie stelle ich den Mahlgrad ein?
Üppige 40 Mahlgrade – gut gerüstet für jede Kaffee-Zubereitungsart. (Bild: graef.de)
Neben dem Mahlwerk ist der Mahlgrad das zentrale Kaufkriterium. Für verschiedene Kaffeegetränke braucht man unterschiedlich feines Pulver:
French Press: grob gemahlen, wegen des langen Kontakts mit dem Wasser. Je feiner das Pulver, desto größer die Gefahr, dass der Kaffee bei langer Zugdauer bitter wird. Espressomaschinen: fein bis sehr fein, der hohe Druck verlangt ein dichtes Pulver, damit die kurze Extraktionszeit ausreicht. Für Filterkaffeemaschinen empfiehlt sich ein mittlerer Mahlgrad – nicht zu grob, nicht zu fein.
Welche weiteren Annehmlichkeiten bieten Kaffeemühlen?
Praktisch ist eine Mengendosierung, damit nur so viel Kaffee gemahlen wird, wie gerade benötigt wird. Einige Geräte haben einen Timer für die gewünschte Pulvermenge. Viele Mühlen sind mit einem Auffangbehälter ausgestattet; einfachere Modelle müssen beim Mahlvorgang auf ein Gefäß gestellt oder gekippt werden. Für Menschen mit einer Espressomaschine besonders praktisch: Mühlen, die direkt in den Siebträger mahlen.Was sagt die Stiftung Warentest – und wer liegt aktuell vorn?
Um den Testsieg zu erringen, müssen Kaffeemühlen in den Disziplinen Mahlen, Handhabung, Haltbarkeit, Geräusch und Sicherheit überzeugen. Die Redaktion mahlt Espresso, Filterkaffee und French Press nach Anleitung und mit optimierten Einstellungen. Auch Mahldauer und Totraum (die Menge Kaffeepulver, die in der Mühle verbleibt) fließen in die Bewertung ein. Tipp: Testergebnisse zeigen, dass individuelle Einstellungen die Ergebnisse deutlich verbessern können. Seien Sie mutig und probieren Sie aus!Im Kaffeemühlen-Test der Stiftung Warentest (veröffentlicht November 2024, von skandinavischen Partnern durchgeführt) gewann die Fellow Opus Conical Burr Grinder. Die Testsieger-Mühle erzeugt ein sehr gleichmäßiges Mahlbild für alle Grobheitsgrade, gehört aber gleichzeitig zu den langsamsten im Test (1 Minute 40 Sekunden bis 3 Minuten 23 Sekunden je nach Einstellung). Platz 2 belegte die KitchenAid 5KCG8433, Platz 3 die Wilfa CGWS-130B.
Für alle, die ein bewährtes und günstigeres Einstiegsmodell suchen: Die Graef CM 800 war im deutschen Stiftung-Warentest-Test 2019 Testsieger bei den Mühlen mit Mahlwerk. Sie ist noch immer erhältlich. Die Mühle gehört allerdings zu den lauteren Modellen.
Die Stiftung Warentest untersucht bei Kaffeemühlen auch deren Haltbarkeit. Im Dauertest muss jedes Modell 220 Mal je 35 Gramm Espressopulver mahlen – mit 15 Minuten Pause zwischen den Mahlvorgängen. Danach wird verglichen, ob das ursprüngliche Ergebnis durch individuelle Einstellungen noch erreicht werden kann.
Wichtig: Bei Mühlen mit Mahlwerk fällt das Haltbarkeitsergebnis sehr unterschiedlich aus, und zwar von „gut“ bis „mangelhaft“. Einfache Schlagmesser-Modelle schnitten in diesem Punkt überraschend gut ab.

















































