Das Wichtigste auf einen Blick:
- schützen das Holz vor Feuchtigkeit und heben die Maserung hervor
- farblose Öle besitzen keinen UV-Schutz
- bilden keinen Oberflächenfilm wie Lacke
- einfache Handhabung
- überschüssiges Öl immer wegwischen
- in der Regel für innen und außen geeignet
Geölte Flächen bieten durch ihren Abperleffekt zuverlässigen Schutz vor Feuchtigkeit. (Bildquelle: amazon.de)
Besitzen Sie Gartenmöbel aus robustem Hartholz wie Douglasie oder Akazie, sind Sie vermutlich bereits mit Holzölen in Berührung gekommen. Mit diesen Ölen versiegeln Sie die Holzoberfläche gegen Feuchtigkeit und bringen gleichzeitig die natürliche Farbe sowie Maserung des Holzes zur Geltung. Holzöle dringen tief ein und schützen das Material nachhaltig von innen heraus. Zudem bleiben geölte Flächen atmungsaktiv und lassen sich problemlos nachbehandeln. Allerdings bieten sie keinen Schutz gegen mechanische Beanspruchung. Ein UV-Schutz ist nur gewährleistet, wenn Sie pigmentiertes Öl verwenden.
Welche Anwendungen gibt es für Holzöle?
Holzöle eignen sich grundsätzlich sowohl für Innen- als auch Außenbereiche. Je nach Verwendungszweck – seien es Möbelstücke, Arbeitsplatten, Kinderspielzeug, Türen oder Fußböden – sollte das richtige Produkt gewählt werden, entweder reines Öl oder eine Kombination aus Öl und Wachs. Besonders im Außenbereich ist eine regelmäßige Anwendung unerlässlich, um das Holz sowohl gut zu schützen als auch ansehnlich zu erhalten. Wenn Sie beispielsweise ein Hochbeet selbst errichtet haben und das Holz nicht imprägniert ist, gilt es, es vor Witterungseinflüssen zu bewahren.Im Innenraum sind Möbel meist weniger beansprucht, da sie weder direkter Witterung noch Sonnenlicht ausgesetzt sind. Stark beanspruchte Flächen wie Holzböden benötigen jedoch eine regelmäßige Pflege und Auffrischung des Schutzfilms.
Unterschiede zwischen Holzölen und Hartwachsölen
Holzöle ziehen zwar schnell in das Holz ein, bieten jedoch keinen widerstandsfähigen Oberflächenschutz, sodass Kratzer sich leichter einschleichen können. Hartwachsöle vereinen das Eindringen ins Holz mit der Versiegelung durch eine dünne Wachsschicht. Diese Kombination sorgt für eine leicht glänzende, schützende Oberfläche, die sich ideal für intensiv genutzte Flächen wie Holzfußböden eignet.Worauf sollten Sie bei der Anwendung von Holzölen achten?
Tragen Sie das Öl am besten dünn mit einem Pinsel auf; bei größeren Flächen empfiehlt sich auch die Verwendung einer Rolle, um eine gleichmäßige Sättigung zu erzielen. Bei sehr saugfähigem Holz können Sie mehrere Schichten auftragen, bis keine weitere Ölaufnahme mehr erfolgt.Nach etwa 15 bis 20 Minuten sollten überschüssige Ölreste mit einem trockenen Tuch entfernt werden, da sie nach dem Trocknen sonst klebrige, unschöne Stellen hinterlassen könnten. Jeder Hersteller gibt genaue Angaben zur Trocknungszeit, die entsprechend den Witterungsbedingungen und der Belüftung eingehalten werden sollten, um optimale Resultate zu erzielen. Bedenken Sie, dass Öle generell recht lange zum Aushärten benötigen. Deshalb fügen viele Hersteller dem Öl Zusätze hinzu, die den Trocknungsprozess beschleunigen.
Brandgefahr: ölgetränkte Lappen und Tücher
Mit Holzöl (insbesondere Leinöl oder anderen trocknenden Ölen) getränkte Lappen und Tücher können sich durch die Oxidationswärme beim Trocknen selbst entzünden – auch ohne äußere Wärmequelle. Legen Sie gebrauchte Tücher daher niemals zusammengefaltet oder geknäuelt beiseite. Breiten Sie sie stattdessen einzeln und flach im Freien aus, bis sie vollständig getrocknet sind, oder entsorgen Sie sie sofort in einem mit Wasser gefüllten, dicht verschlossenen Behälter.Eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihre Gartenmöbel aus Holz mit Öl optimal auffrischen, finden Sie im Artikel "Holz ölen: Der richtige Frischekick für Gartenmöbel & Terrasse".
Woraus setzt sich Holzöl zusammen?
Holzöle basieren auf natürlichen oder modifizierten Ölen, die als Bindemittel fungieren und nach dem Trocknen in die Holzporen eingebettet bleiben. Häufig genutzte natürliche Öle sind Lein-, Soja- oder Sonnenblumenöl. Modifizierte Öle enthalten zusätzlich Kunst- oder Naturharze, die die Produkteigenschaften verbessern, beispielsweise die Eindringtiefe ins Holz erhöhen.Einige Holzöle enthalten Zusätze wie Trocknungsstoffe (Sikkative), um eine schnellere Aushärtung zu ermöglichen. Natürliche Öle benötigen oftmals lange, bis sie durch Reaktion mit Sauerstoff vollständig trocknen. Als Sikkative werden häufig Metallsalze organischer Säuren auf Basis von Kobalt, Mangan, Zirkonium oder Kalzium eingesetzt. Kobalt-Sikkative sind dabei wegen ihrer hohen Wirksamkeit weit verbreitet, tragen aber mehrere Gefahrenkennzeichnungen: Sie können allergische Hautreaktionen auslösen, gelten als reproduktionstoxisch (können vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das ungeborene Kind schädigen), und Kobaltstaub, der beim Schleifen behandelter Oberflächen entsteht, gilt als krebserzeugend. Viele Hersteller weichen daher zunehmend auf kobaltfreie Alternativen aus – insbesondere Mangan- oder Zirkonium-Trockner der neusten Generation, die als weniger bedenklich gelten. Wer besonders auf Sicherheit bedacht ist, sollte beim Kauf gezielt nach kobaltfreien Produkten fragen oder die Inhaltsstoffe prüfen.
Lösemittel wie Isoparaffine und Benzine kommen als Verdünner zum Einsatz, um die Verarbeitbarkeit der Holzöle zu verbessern. Diese verdampfen nach dem Auftragen und Aushärten, wobei flüchtige organische Verbindungen (VOC), darunter aromatische Kohlenwasserstoffe, freigesetzt werden können, welche gesundheitsschädlich sein können.
Pigmente sind optional enthalten und dienen zur Färbung des Holzes sowie bieten sie zusätzlichen UV-Schutz.
Bei Hartwachsölen sind zudem natürliche Wachse wie Carnaubawachs oder Bienenwachs enthalten, die der Oberfläche einen dezenten Glanz verleihen.
Sind Lösemittel in Holzölen enthalten?
Ja, die meisten Holzöle enthalten Lösemittel, die als Verdünner fungieren und ein einfacheres Auftragen gewährleisten. Diese verflüchtigen sich, sobald das Öl trocknet. Dabei variiert die Art der verwendeten Lösemittel. Viele lösemittelhaltige Produkte setzen flüchtige organische Verbindungen (VOC) frei, die in Innenräumen zu Beschwerden wie Müdigkeit und Kopfschmerzen führen können. Es gibt gesetzliche Grenzwerte, deren Einhaltung Pflicht ist. Allerdings berichteten die Tests der Zeitschrift Öko-Test immer wieder von Überschreitungen. Deshalb empfiehlt es sich, die Inhaltsstoffe gründlich zu prüfen.Alternativ gibt es wässrige Holzöle, die im Vergleich zu lösungsmittelhaltigen Varianten besonders für empfindliche Personen verträglicher sind. Reiner Leinöl-Firnis ist ein bekanntes, lösemittelfreies Produkt; viele Hersteller bieten inzwischen auch vegane Varianten ohne tierische Bestandteile an.
Das ECARF-Siegel für allergikerfreundliche Produkte. (Bildquelle: ecarf.org)
Welche Qualitätssiegel gibt es bei Holzöl-Produkten?
ECARF: Dieses Siegel wird ausschließlich an Produkte vergeben, die allergikerfreundliche Formulierungen nutzen und somit ein geringes Risiko bergen, Allergien auszulösen. Die Anforderungen und Grenzwerte werden regelmäßig überarbeitet und an den neuesten wissenschaftlichen Stand angepasst.Geeignet für Kinderspielzeug: Die Prüfnormen DIN 71-3 und DIN 53160 bescheinigen, dass ein Produkt auch für die Verwendung bei Kinderspielzeug geeignet ist. Dabei müssen Sicherheitskriterien erfüllt sein, zudem muss das Produkt sowohl speichel- als auch schweißecht sein. Für diese Zertifizierung existiert kein einheitliches Siegel. Auf vielen Produkten finden sich jedoch entsprechende Prüfzeichen in Kombination mit Symbolen wie einer Spielzeugeisenbahn, einem Teddybären oder einer Spielzeugente.
Der Blaue Engel: Dieses Zeichen weist darauf hin, dass das Produkt einen niedrigen Schadstoffgehalt hat, lösemittelarm ist und gesundheitlich unbedenklich.
Der Blaue Engel symbolisiert gesundheitlich unbedenkliche Produkte. (Bildquelle: blauer-engel.de)


























