Blaumeise auf Spaten

Gartengestaltung – Ideen und Tipps für einen pflegeleichten Wohlfühlort

Familie Müßiggang ist umgezogen. Neben ihrem persönlichen Traumhaus nennt sie nun auch einen großen Garten ihr Eigen. Voller Tatendrang stürzen sich die Familienmitglieder in die neue grüne Oase, stutzen hier Hecken und Blumenstauden, mähen dort den Rasen und zupfen Unkraut wie die Weltmeister. Doch schon nach wenigen Tagen geht ihnen die Puste aus, Rücken und Knie schmerzen. Sie sind sich einig: Das kann nicht täglich so weitergehen – ein pflegeleichter Garten muss her!

Aber klar, ganz ohne Pflege geht es nicht. Einen Garten(t)raum zu realisieren, der Ihnen neben der Arbeit auch noch die Zeit lässt, Ihre ganz persönlichen Gärtnererfolge mit Muße zu genießen, ist jedoch gar nicht so schwer. Wir möchten Ihnen mit vier einfachen Tipps zu Gartengestaltung und Pflanzenauswahl helfen, diesem Ziel ein Stück weit näherzukommen.

Die Planung: Struktur und Übersichtlichkeit

Gestaltungselemente wie Wege und kleine Aufenthaltsflächen geben Ihrem Garten Struktur und machen ihn übersichtlich und optisch attraktiv. Praktischer Nebeneffekt: Damit verkleinern Sie die pflegebedürftigen Bereiche, die Sie je nach dem individuellen Anspruch Ihrer Gartenpracht nach und nach zeitsparend bearbeiten können. Zuwegungen gewährleisten eine gute Erreichbarkeit von Blumen- und Kräuterbeeten sowie Pflanzinseln.

Die Beläge der Wege und Flächen können aus Kies, Split, Sand oder Mulch sein. Wenn Sie darunter ein wasserdurchlässiges Gartenvlies – auch Unkrautvlies oder Unkrautfolie genannt – verlegen, können Sie vermeiden, dass sich unliebsames Unkraut durch den Belag drückt. Alternativ können Sie auch festes Material wie Stein und Beton verwenden. Unkraut und Wurzeln in den Fugen verjagen Sie am besten mit einer Fugenbürste oder Sie verlegen beispielsweise Pflastersteinen gleich so, dass Sie die Fugen zementieren.

Die Auswahl der Pflanzen: Hecken, Stauden, Bodendecker

Bunte Margeriten Bunte Margeriten sind pflegeleicht und bereichern jeden Blumengarten. (Bildquelle: Claudia Gottschalk)

Jede Pflanze hat ganz eigene Ansprüche in Bezug auf den Standort, der von Faktoren wie Beschaffenheit des Bodens, Platzangebot, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit maßgeblich bestimmt wird. Wählen Sie heimische Pflanzen, die in der Regel nicht sehr anspruchsvoll sind. Sie halten auch mal eine längere Trockenzeit und sogar Frostperioden aus, wenn sie in Ihrem Garten das richtige Zuhause gefunden haben.

Achten Sie beim Kauf auf die Pflegehinweise des Fachmanns. Wenn Sie zum Beispiel eine Hecke wünschen, die möglichst schon im ersten Jahr schnell wachsen soll, können Sie davon ausgehen, dass Ihr natürlicher Sichtschutz auch in den Folgejahren mehr als einen Schnitt im Jahr benötigt. Möchten Sie die Heckenschere jedoch höchstens einmal im Jahr schwingen, entscheiden Sie sich für eine langsam wachsende Hecke. Dazu gehören zum Beispiel die Hainbuche und der Weißdorn, beide ungiftig, sowie der Liguster und die Eibe, die jedoch giftig sind. Denken Sie auch daran, dass Sie Pflanzen häufiger verjüngen müssen, desto enger Sie sie gepflanzt haben.

Zu den besten Heckenscheren

Auch heimische Blumenstauden, so genannte Dauerblüher, sind recht anspruchslos. Sie haben einen sehr langen Atem und können vom Frühjahr an bis hin zum ersten Frost blühen – ein herrlicher, dauerhafter Blickfang für Ihren Garten also. Bunte Margeriten, Prachtkerze und Katzenminze gehören dazu. Letztere schneiden Sie, sobald sie nicht mehr schön aussieht, einfach mit einer Gartenschere beherzt zurück, damit sie rund zwei Wochen später wieder ihre Blütenpracht entfaltet. Kombinieren Sie einfach verschiedene Arten mit ähnlichen Pflegemethoden, um den Zeitaufwand noch weiter zu minimieren.

Zu den besten Gartenscheren

Zu den bei Müßiggängern im Garten beliebten Pflanzen gehören auch die Bodendecker. Darunter versteht man Gewächse, die über eine bestimmte niedrige Wuchshöhe nicht hinauskommen. Immergrün, Storchschnabel, Kriechmispel & Co. breiten sich zumeist schnell aus, wachsen dicht und sind äußerst robust. Im Sommer wie im Winter grün, entfalten viele Arten darüber hinaus schon im beginnenden Frühjahr zahlreiche kleine, bunte Blüten. Mit zunehmender Verbreitung gelingt es ihnen sogar, dem Unkraut in Ihrem Beet den Garaus zu machen.

Der Rasen: Fläche für Spaß und Spiel

Fußball auf dem Rasen Auf einem gemähten Rasen lässt es sich gut spielen. (Bildquelle: Markus Spiske/Pexels)

Wenn Sie für Ihren Rasen nicht gerade den perfekten Golfplatz vor Augen haben, können Sie auch hier den Pflegeaufwand deutlich minimieren. Vermeiden Sie eine verwinkelte, kleinteilige Anlage und entscheiden Sie sich lieber für eine oder wenige klar abgegrenzte, geschlossene Flächen, damit Sie unkompliziert in Bahnen mähen können. Denn um das regelmäßige Rasenmähen kommen Sie kaum herum, wenn die Halme gleichmäßig wachsen und dauerhaft grün sein sollen.

Zu den besten Rasenmähern

Möchten Sie jedoch lieber im Liegestuhl relaxen, anstatt den Rasenmäher zu schieben, legen Sie sich doch einen Mähroboter zu! Er hält das Gras dauerhaft schön kurz und lässt dem Unkraut keine Chance. Bei den meisten motorisierten Gartenhelfern können Sie die Mähzeiten nach Ihren individuellen Wünschen programmieren. Sie können die Rasenfläche auch sauber mit Randsteinen einfassen, damit Ihr Roboter genau weiß, wo sein Arbeitsbereich aufhört. Die meisten Geräte verfügen über einen Kantenschnittmodus, so dass ein Nacharbeiten mit dem Rasentrimmer oder einer Akku-Grasschere nicht immer notwendig ist.

Zu den besten Mährobotern

Auch die Wahl des Rasensamens bestimmt den späteren Pflegeaufwand. Bevor Sie das Saatgut ausbringen, raten wir Ihnen, vorab möglichst alle Unkräuter sorgfältig aus der Erde zu entfernen, damit die unerwünschten Gräser Sie später nicht allzu sehr ärgern. Für ein schönes Rasenbild und ein dichtes Wachstum ist einmal im Jahr eine intensive Rasenpflege durch Vertikutieren und, wo nötig, eine Ausbesserung kahler Stellen empfehlenswert.

Zu den besten Vertikutierern

Grob gesagt, kommen für einen rein privat genutzten Garten drei beliebte Rasenarten in Frage: Zierrasen, Sport- und Spielrasen und Schattenrasen. Wägen Sie vor Ihrer Entscheidung die Vor- und Nachteile genau ab. So ist der Zierrasen aufgrund seiner außergewöhnlich hohen Rasendichte und des langsameren Wachstums zwar pflegeleichter als zum Beispiel der Sport- und Spielrasen, der schnell wächst und daher häufiger gemäht werden muss. Dafür ist er aber nicht so strapazierfähig und eignet sich besser für einen repräsentativen Vor- als für einen robusten Familiengarten. Ein Schattenrasen hingegen bewegt sich beim Pflegeaufwand zwischen diesen beiden Rasensorten. Auch er zeigt sich dicht und ist gut belastbar, legt im Schatten aber das schnellste Tempo beim Wachstum hin.

Übrigens: Eine Alternative zum Rasen ist die Wildwiese, deren Hauptcharakteristika hohe Gräser und bunte Wiesenblumen sind. Sie kommt lange Zeit auch ohne Mähen und Bewässerung aus. Düngen müssen Sie sie so gut wie gar nicht, von Vorteil ist viel Sonnenschein. Insekten lieben Blumenwiesen!

Die Bewässerung: Warum selbst Hand anlegen?

Beregnung eines Gartens Rasensprenger können eine sehr große Reichweite haben und damit den Garten gleichmäßig mit ausreichend Wasser versorgen. (Bildquelle: Peggy Choucair/Pixabay)

Trotz allem: Auch die pflegeleichteste Pflanze hat mal Durst, und Wassergaben fördern das Wachstum. Wenn Sie der Gießkanne und dem Gartenschlauch überdrüssig sind, können Sie die Bewässerung aber auch automatisieren. Planen Sie bei der Gestaltung Ihres Gartens doch gleich ein Bewässerungssystem mit ein. Schon einfache Bewässerungscomputer erlauben es, feste Bewässerungsintervalle für Rasensprenger zu bestimmen. Komplexere Geräte verfügen über Sensoren, die die Bodenfeuchte messen, und sich nur dann einschalten, wenn die Erde zu trocken ist. Smarte Computer können Sie sogar in Ihr Hausnetzwerk einbinden. Sie sind in der Lage, aktuelle Wetterdaten auszuwerten und halten bei sich ankündigendem Regen still.

Zu den besten Bewässerungssystemen

Das Miyo-Bewässerungssystem von Viratec zum Beispiel können Sie über eine einfach zu bedienende Smartphone-App steuern und überwachen. Die Daten hierfür liefern solarbetriebene Sensoren, die Sie in Ihrem Garten ebenso frei platzieren können wie die Ventile, die die Wasserzufuhr bestimmen. Die Sensoren messen am jeweiligen Standort die Umgebungsdaten wie Feuchtigkeit des Bodens sowie Helligkeit und Temperatur. Unter weiterer Berücksichtigung Ihrer persönlichen Einstellungen und der aktuellen Wettervorhersage werden die Pflanzen in Ihrem Garten also nur so viel bewässert, wie es der errechnete Bedarf vorgibt. Egal, für welche Lösung Sie sich entscheiden: Ihre Pflanzen sind dauerhaft gut versorgt und Sie können im Sommer beruhigt in den Urlaub fahren.

Miyo
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Viel Freude durch kleine Schritte

Einfache, durchdachte Gestaltungselemente, anspruchslose heimische Pflanzen und überschaubare Rasenflächen sind nur einige Zutaten für das Geheimrezept „Pflegeleichte Gartengestaltung“. Nicht weniger wichtig ist die zusätzliche Prise Regelmäßigkeit. Wenn es Ihnen gelingt, hier am Ball zu bleiben, werden Sie Ihr Arbeitspensum dauerhaft niedrig halten können und anhaltend lang viel Freude in Ihrem Garten haben.

Biene auf Blume (Bildquelle: Thomas Schiewer/Pixabay)

Wie locke ich Bienen in meinen Garten?

Es ist kein Geheimnis, dass der Bestand unserer Bienen bedroht ist. Gründe sind unter anderem, dass Parks, Grünflächen und private Gärten häufig so angelegt sind, dass sich die fleißigen Insekten keine natürlichen Lebensräume mehr erschließen können, also keine Nistplätze und schlichtweg keine Nahrung mehr finden. Dabei bedarf es lediglich einer guten Vielfalt an heimischen Pflanzen im Garten, die den Sammlern ausreichend Nektar und Pollen bieten. Zuchtpflanzen und Pflanzen mit gefüllten Blüten hingegen sind nicht die ideale Grundlage. Setzen Sie bei der Gartengestaltung auf Wildrosen und andere Wildblumen, bevorzugen Sie heimische Gemüse- und Kräuterpflanzen wie Lavendel und Thymian. Wenn Sie bei der Auswahl auch noch verschiedene Blühzeiten berücksichtigen, kann das Nahrungsangebot sogar ganzjährig vorhalten - ein Bienenparadies!

Tipp: Eine einfache und schöne Art, den Garten zu gestalten, sind Hochbeete. Sie können darin Blumen und Gemüse anpflanzen. Das Gärtnern in Hochbeeten ist rückenfreundlich, zudem geben Sie dem Garten damit Struktur. Hochbeete gibt es als Bausätze zu kaufen. Sie können ein Hochbeet aber auch ganz einfach selber bauen. Das gelingt sogar Anfängern mit wenig handwerklicher Erfahrung.