Das Wichtigste auf einen Blick:
- Geprüfte Markenmodelle (EN 13138, GS, TÜV) sind sicher und erschwinglich
- Schwimmscheiben aus Schaumstoff erst ab etwa einem Jahr
- Mehr Bewegungsfreiheit mit Schwimmkissen oder Schwimmgürteln
- Etwas teurer, aber praktisch: Schwimmanzüge mit eingenähten Auftriebsmitteln
- Schwimmbretter für Kinder, die schon etwas schwimmen können
- Vorsicht bei Schwimmsitzen - hier droht Kippgefahr
Vorbildlich: Die Zoggs Schwimmflügel verfügen über doppelte Luftkammern mit separaten Sicherheitsventilen. (Bildquelle: amazon.de)
Schwimmhilfen für Kinder sind ein Thema, das Eltern, Schwimmlehrer und Sicherheitsexperten unterschiedlich beurteilen. Unbestritten ist: Sie können Kindern die Angst vor dem Wasser nehmen und beim Schwimmenlernen eine wichtige Sicherheitsfunktion übernehmen. Kritiker bemängeln, dass manche Modelle den natürlichen Bewegungsablauf stören und das Wahrnehmen des Wasserauftriebs erschweren. Einig sind sich Fachleute dagegen darin: Kinder sollten so früh wie möglich schwimmen lernen – möglichst bis zum Ende der Grundschulzeit. Welche Schwimmhilfe sich für welches Alter und welchen Zweck eignet, erklären wir im folgenden Kaufratgeber.
Schwimmflügel: Auf Luftkammern, Ventile und Schadstoffe achten
Selbst korrekt sitzende Schwimmflügel schränken die Bewegungsfreiheit der Arme deutlich ein. Achten Sie beim Kauf auf flach konturierte Unterarmzwickel sowie auf mehrere Luftkammern mit separaten Sicherheitsventilen – so bleibt das Kind auch bei Ausfall einer Kammer über Wasser. Die Flügel sollten möglichst senkrecht am Arm sitzen, fest, aber nicht zu hart aufgeblasen. Wichtig sind außerdem GS- und TÜV-Siegel sowie die Kennzeichnung nach EN 13138.Ein Hinweis aus dem aktuellen Stiftung-Warentest (test 4/2024): Bei zwei der zwölf getesteten Schwimmhilfen wurden bedenkliche Schadstoffe nachgewiesen – darunter Chrom VI und gesundheitsgefährdende Weichmacher (Phthalate). Das zeigt: Auch bei Schwimmflügeln lohnt sich der Kauf von geprüften Markenmodellen – günstige No-Name-Produkte können ein Risiko darstellen.
Als Alternative zu aufblasbaren Flügeln bieten sich Schwimmscheiben aus Schaumstoff an. Sie müssen nicht aufgeblasen werden, auf jeden Arm kommen je nach Gewicht des Kindes mehrere Scheiben. Mit wachsenden Schwimmfortschritten lassen sich die Scheiben einzeln entfernen. Schwimmscheiben eignen sich ab etwa einem Jahr.
Kein Aufblasen, kein Ausfall von Luftkammern: Die Schwimmscheiben von Fashy bestehen aus Schaumstoff und werden einfach aufeinander gesteckt. (Bildquelle: amazon.de)
Schwimmkissen und Schwimmgürtel: Mehr Bewegungsfreiheit für Arme und Beine
Viele Experten empfehlen Schwimmkissen oder Schwimmgürtel als besonders lernförderliche Schwimmhilfen: Sie lassen Arme und Beine völlig frei und ermöglichen einen naturnaheren Bewegungsablauf. Bei Schwimmkissen wird der Auftrieb über die Luftmenge reguliert, bei Schwimmgürteln meistens über Schaumstoff- oder Styroporelemente. Vorsicht: Bei unsachgemäßer Anlage können beide Varianten unter der Achselhöhle hochrutschen und die Atmung behindern. Für Kleinkinder unter zwei Jahren sind sie weniger geeignet, da Oberkörper und Kopf ins Wasser geraten können.Schwimmwesten und Bojen-Schwimmanzüge: Sicher, aber etwas einschränkend
Schwimmwesten (nicht zu verwechseln mit Rettungswesten) halten den Kopf zuverlässig über Wasser und stehen für Kinder ab zwei Jahren zur Verfügung – in aufblasbarer Form oder mit fest integrierten Auftriebsmitteln. Sie bieten mehr Sicherheit als Schwimmflügel, schränken aber die Bewegungsfreiheit stärker ein. Wichtig: Die Weste muss passgenau sitzen, damit sie bei Bewegungen nicht über das Gesicht rutscht.Bewährt haben sich auch Bojen-Schwimmanzüge mit eingenähten Auftriebsmitteln – bei Kindern beliebt durch ihr drolliges Aussehen. In Kombination mit Schwimmflügeln bieten sie ein hohes Maß an Sicherheit. Die Auftriebselemente lassen sich schrittweise herausnehmen, viele Modelle schützen zusätzlich vor UV-Strahlen. Schwimmanzüge sind etwas teurer als andere Schwimmhilfen.
Schwimmhilfen müssen die europäische Norm EN 13138 erfüllen. Auch bei Bojen-Schwimmanzügen muss das Prüfinstitut für die Zulassung als Schwimmhilfe genannt sein. (Bildquelle: amazon.de)
Schwimmbretter: Geeignet für Kinder mit ersten Schwimmkenntnissen
Schwimmbretter eignen sich für Kinder, die sich bereits ein paar Schwimmzüge zutrauen. Sie werden mit den Armen festgehalten und helfen beim Einüben der Beinbewegungen. Alternativ kann man sich auflegen und Arme und Beine frei bewegen. Die meisten Bretter bestehen aus Kunststoff; für gesundheitsbewusste Eltern gibt es auch Modelle aus Holz oder Kork – sinnvoll, da in Plastik-Schwimmhilfen immer wieder bedenkliche Phthalat-Weichmacher nachgewiesen werden. Achtung: Kinder können vom Brett abrutschen – stets nur unter Aufsicht einsetzen.Schwimmsitze: Nur zum Plantschen, nicht als Schwimmhilfe
Beim Bema Schwimmsitz halten mehrere Luftkammern das Kind auch bei Ausfall einer Kammer über Wasser. Er eignet sich jedoch nur zum Plantschen, nicht als Schwimmhilfe. (Bildquelle: amazon.de)
Schwimmsitze für Babys und Kleinkinder eignen sich ausschließlich zum Plantschen – nicht als Schwimmhilfe. Bei Wellengang kippen sie leicht um; im schlimmsten Fall können sich Kinder dann nicht selbständig befreien. Der gleichzeitige Einsatz von Schwimmflügeln ist daher ratsam. Ebenfalls zum Plantschen und nicht zum Schwimmenlernen gedacht sind Schwimmreifen sowie aufblasbare Luftmatratzen und Pool-Tiere – alles nur unter Aufsicht.
Schwimmhilfen im Test: Was Stiftung Warentest aktuell empfiehlt
Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 4/2024 insgesamt zwölf Schwimmlernhilfen getestet – acht Schwimmflügel, drei Schwimmgürtel und ein Schwimmkissen. Geprüft wurden Funktion und Sicherheit (55 %), Handhabung (40 %) sowie Schadstoffe (5 %). Alle getesteten Produkte trugen die aktuelle Norm EN 13138-1:2021. Das Gesamtergebnis fiel überwiegend positiv aus: Mehrere Modelle wurden als gut eingestuft. Besonders empfehlenswert: die Flipper SwimSafe-Schwimmflügel (Testsieger), die durch PE-Schaumkern und phthalatfreie Materialien überzeugten. Positiv abgeschnitten haben auch Modelle von Bema und die Schlori-Schwimmkissen. Schlechter bewertet wurden günstige No-Name-Produkte, bei denen das Labor Schadstoffe fand.Schwimmhilfen-Klassen nach EN 13138:
Schwimmhilfen sind in Klassen eingeteilt. Die Klasse muss – ebenso wie das empfohlene Körpergewicht des Kindes – auf der Verpackung stehen.A: Schwimmsitze (passive Benutzer)
B: Schwimmflügel, -gürtel, -kissen und -westen (aktive Benutzer, am Körper getragen)
C: Schwimmbretter (aktive Benutzer, zum Halten)
Kinder sollten nur unter ständiger Aufsicht baden – sei das Gewässer noch so flach. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung EN 13138. Schwimmflügel, -gürtel und -westen sind kein Wasserspielzeug, sondern persönliche Schutzausrüstungen, die Kindern beim Schwimmenlernen helfen sollen. – Stiftung Warentest






















