Stärken
Schwächen
Ölheizkessel haben seit den 70er-Jahren unter einem zunehmend schlechten Ruf gelitten. Doch dieses Bild muss bei modernen Anlagen revidiert werden: Sie sind an strenge Abgasnormen gebunden und deutlich sparsamer geworden. Insbesondere moderne Brennwertkessel punkten mit niedrigen laufenden Kosten und geringem Strombedarf. Hinsichtlich ihrer Emissionen liegen Ölkessel zwar noch auf dem letzten Platz unter den Heizsystemen, der Abstand zur Konkurrenz ist aber geringer geworden. Ein grundsätzliches Problem bleibt: Der ökologische Fußabdruck von Heizöl ist deutlich schlechter als der anderer Energieträger – anders als etwa bei Holzpellets wird beim Verbrennen nichts Gleichwertiges durch Wiederaufforstung gebunden.
Wichtig: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Ölheizungen
Seit dem 1. Januar 2024 gilt in Deutschland das novellierte Gebäudeenergiegesetz. Die wichtigsten Punkte für Ölheizungsbesitzer:innen:- Bestandsheizungen: Bestehende Ölheizungen können weiterhin betrieben und repariert werden. Eine generelle Austauschpflicht gibt es nicht.
- Neueinbau im Bestand: In Bestandsgebäuden dürfen Ölheizungen noch bis zur Bekanntgabe der kommunalen Wärmepläne eingebaut werden – spätestens bis Juni 2026 (Städte über 100.000 Einwohner) bzw. Juni 2028 (kleinere Gemeinden).
- Bio-Treppe: Wer zwischen 2024 und Mitte 2026/2028 eine neue Ölheizung einbaut, muss ab 2029 schrittweise wachsende Anteile erneuerbarer Brennstoffe nutzen – beginnend mit 10 Prozent im Jahr 2029.
- Ausstiegsdatum: Fossile Ölheizungen dürfen längstens bis zum 31. Dezember 2044 betrieben werden.
- Beratungspflicht: Wer aktuell eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen lässt, muss sich vorab verpflichtend über die Wirtschaftlichkeit und Alternativen beraten lassen.
Hat der Ölpreis nicht enorme Auswirkungen auf den Heizpreis?
Das ist grundsätzlich richtig. Der Ölpreis schwankt heftig. Bei modernen, sparsamen Heizkesseln lässt sich dieses Problem jedoch abmildern: Wer eine ausreichend große Lagermenge vorhält, kann Heizöl gezielt in Preistälern einkaufen. Hinzu kommt der stetig steigende CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe, der Heizöl langfristig teurer macht. Dass Ölheizkessel in der Anschaffung noch immer eine günstige Option unter den Heizsystemen darstellen, ändert nichts an der Tatsache, dass die langfristigen Betriebskosten durch CO₂-Abgaben und steigende Energiepreise unter Druck geraten.Welche Heizkessel gelten als besonders effektiv?
Ein Ölkessel kann auch mit Solaranlagen kombiniert werden. Hybridlösungen sind zukunftsfähiger als reine Ölheizungen. (Bild: buderus.de)
Wenn Sie trotz der regulatorischen Rahmenbedingungen in eine Ölheizung investieren möchten, empfiehlt sich ein Ölkessel mit modulierendem Ölbrenner. Anders als bei einstufigen Modellen reguliert ein modulierender Brenner den Ölverbrauch kontinuierlich; das spart spürbar Energie und Kosten. Eine per Permanentmagnetmotor betriebene Energiesparpumpe reduziert den Stromverbrauch zusätzlich erheblich. Die Mehrkosten gegenüber Einstiegsmodellen amortisieren sich durch die niedrigeren Betriebskosten oft schnell.
Zukunftsfähiger sind jedoch Hybridlösungen, bei denen ein Ölkessel mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie kombiniert wird. Solche Hybridheizungen erfüllen die GEG-Anforderungen leichter und lassen sich schrittweise auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energien umstellen. Unabhängig vom Heizsystem lohnt sich auch die Nutzung smarter Thermostate, deren Einsparpotenzial nach wie vor unterschätzt wird.





















