Analoge Spiegelreflex-Kameras

(76)
Filtern nach

  • bis
    Los
  • Kleinbild-Kamera (1)

Ratgeber zu Analoge Spiegelreflex-Kameras

Einäugige oder zweiäugige Spiegelreflexkamera?

TLR Zweiäugige Lubitel 166+

Bei einer Spiegelreflexkamera wird das Bild mittels eines Spiegels auf eine Mattscheibe geworfen. Man unterscheidet in zwei verschiedene Typen.

Einäugige Spiegelreflexkameras

Die einäugige Spiegelreflexkamera (single lens reflex, SLR) verfügt in der Regel über einen klappbaren Spiegel sowie ein Dachkantenpentaprisma. Vor der Aufnahme wird das Bild mit Hilfe des Rückschwingspiegels auf eine Einstellscheibe projiziert und mittels Dachkantenpentaprisma seitenrichtig sowie aufrecht wiedergegeben. Erst, wenn man den Aufnahme-Knopf betätigt, wird der Spiegel nach oben oder zur Seite geklappt, und das Licht tritt direkt auf die Aufnahmefläche auf. Einäugige Spiegelreflexkameras haben den Vorteil, dass man das Objektiv wechseln kann. Somit ist man für jegliche Aufnahmesituation bestens gerüstet. Es gibt aber auch einige Nachteile. So verursacht der Spiegel einen größeren Abstand zwischen Objektiv und Aufnahmefläche. Daher muss bei kürzeren Brennweiten die sogenannte Retrofokus-Bauweise eingesetzt werden. Das verursacht jedoch Kosten.

SLR EOS 30: einäugige Spiegelreflexkamera von Canon

Außerdem können die zusätzlichen Linsen für mehr Abbildungsfehler sorgen. Ferner verursacht der Spiegel durch seine Bewegung Vibrationen und verhindert im Moment des Belichtens den Blick durch den Sucher. Typische Vertreter einäuiger Spiegelreflexkameras findet man bei Canon und Nikon, beide haben jedoch die Produktion analoger Spiegelreflexkameras eingestellt. Wer gern wieder der analogen Fotografie mit einer SLR frönen möchte, kann sich auf dem Trödelmarkt oder bei Ebay umsehen. Hier kann man bereits voll funktionsfähige Spiegelreflexkameras für 50 Euro erwerben.

Somikons DIY-Kamera Somikons DIY-Kamera

Zweiäugige Spiegelreflexkameras

Eine zweiäugigen Spiegelreflexkamera (twin lens reflex, TLR) arbeitet mit zwei Objektiven. Diese weisen die gleiche Brennweite auf. Während mit dem unteren Objektiv die Filmebene belichtet wird, projiziert die obere Optik über einen Spiegel ein allerdings seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Das Sucherobjektiv ist meist einfacher, jedoch häufig lichtstärker konstruiert, um das Bild besser scharf stellen zu können. Im Vergleich zur SLR hat dieser Kameratyp ein immer sichtbares Sucherbild und ein sehr leises Aufnahmegeräusch. Außerdem entfallen Vibrationen, die bei den Einäugigen durch die wegklappende Bewegung des Spiegels entstehen. Von Nachteil ist jedoch der Parallaxenfehler, der insbesondere bei Nahaufnahmen unangenehme Folgen haben kann. Die optischen Achsen beider Objektive sind gegeneinander verschoben. Der Fotograf sieht ein leicht anderes Bild als tatsächlich aufgenommen wird. Je näher er an sein Motiv herantritt, umso größer wird der Unterschied. In der Ferne ist der Parallaxenfehler kaum zu spüren. Typische Hersteller waren Rolleiflex und Mamiya. Während es mittlerweile keinen einzigen Hersteller für einäugige Spiegelreflexkameras gibt, so kann man vereinzelt sogar noch TLRs wie die hochpreisigere Lubitel 166+ von Lomography oder den preiswerten Selbstbausatz von Somikon erwerben.

Autor: Marie

Produktwissen und weitere Tests zu Spiegelreflexkameras, analog

Professionell COLOR FOTO 1/2005 - Mitten im digitalen Zeitalter überrascht Nikon mit einer neuen analogen Profi-SLR der F-Serie. Die neue F6 bietet modernste Autofokus- und Blitztechnik, die bisher den digitalen Topmodellen vorbehalten war.

Benachrichtigung Wir benachrichtigen Sie kostenlos bei neuen Tests zum Thema analoge Spiegelreflexkameras.

analoge Spiegelreflexapparate

Analoge Spiegelreflexkameras werden nach und nach durch ihre digitalen Gegenstücke verdrängt, wenngleich Negativfilme dem digitalen Sensor noch immer teilweise überlegen sind. Großer Vorteil einer Spiegelreflexkamera ist ihre Fähigkeit zum Einsatz von Wechselobjektiven. Der verwendete Bajonettanschlusstyp entscheidet hierbei darüber, welche Objektive welcher Hersteller genutzt werden können. Obwohl die digitalen Spiegelreflexkameras stark auf dem Vormarsch sind, hält sich in diesem Bereich der professionellen Fotografie nach wie vor vereinzelt auch ihr analoges Gegenstück am Markt. Dies liegt zum großen Teil darin begründet, dass ein Negativfilm noch immer oftmals hinsichtlich Auflösung, Schärfe, Feinkörnung oder Kontrastumfang einem digitalen Sensor überlegen ist. Vor allem das gefürchtete Bildrauschen, welches typisch für besonders hoch auflösende Digitalkameras ist, tritt in dieser Form bei der analogen Spiegelreflexkamera nicht auf. Allerdings wird dieser Unterschied in der Tat immer geringer, weshalb die Tage der analogen Spiegelreflexkamera wohl trotzdem gezählt sein dürften. Der große Vorteil einer anlogen Spiegelreflexkamera gegenüber der Kleinbildkamera wiederum ist die Flexibilität in der Objektivauswahl. Es kann zwischen Weitwinkel-, Tele- und Makroobjektiven gewählt werden, zudem gibt es Objektive für spezielle Bildeffekte wie das sogenannte Fisheye-Objektiv mit einem Blickwinkel von 180°. Der Objektivwechsel gestaltet sich durch den allgemein gebräuchlichen Bajonett-Verschluss schnell und einfach. Je nach Hersteller können diese Verschlüsse allerdings variieren, so dass nur Objektive bestimmter Hersteller genutzt werden können. Bei den analogen Spiegelreflex-Kameras wird zudem zwischen den so genannten einäugigen (Single Lens Reflex, SLR) und den zweiäugigen (Twin Lens Reflex, TLR) Modellen unterschieden. Am häufigsten in Gebrauch sind SLRs, bei denen sich Sucher- und Aufnahmebild durch ein spezielles Linsen-Spiegel-System entsprechen. Bei den TLRs dagegen werden Sucher- und Aufnahmebild durch zwei einzelne Objektivsysteme erzeugt. Da hier das Sucherbild aber technisch bedingt seitenverkehrt angezeigt wird, sind die TLRs fast vollkommen vom Markt verschwunden. Spiegelreflexkameras bieten fast durchgehend eine umfassende Ausstattung mit allerlei Automatiken und Programmen, die je nach Modell auch auf manuelle Bedienung umstellbar sind. HighEnd-Modelle besitzen eine automatische Scharfeinstellung (AF), eine Programmhalbautomatik bezüglich Blende und Verschlusszeit, eine manuelle Belichtungseinstellung und verschiedene Motivprogramme. Zu den gebräuchlichsten Motivprogrammen gehören solche für Landschaftsaufnahmen, Porträts, Nahaufnahmen und schnelle Bewegungen wie bei sportlichen Aktivitäten oder allgemein Situationen mit einer hohen Bewegungsdynamik.