Miele Akku-Staubsauger Akku-Staubsauger von Miele – obere Preisklasse, aber nicht immer oberes Leistungsniveau
Stärken
Schwächen
Miele ist – für viele überraschend – erst relativ spät, nämlich 2019, auf den Zug „Akkustaubsauger" aufgesprungen. Der deutsche Premium-Hersteller hätte also beinahe den Anschluss an den Akku-Boom verpasst, der, vorrangig ausgelöst durch Dyson, schon ein paar Jahre zuvor eingesetzt war und mittlerweile den Markt für Staubsauger kräftig durcheinandergewirbelt hat.
Der vergleichsweise späte Launch der ersten Modellreihe mag allerdings auch Kalkül gewesen sein. Denn die erste Generation unter den Akku-Staubsaugern konnte sich in puncto Saugkraft bei weitem nicht mit den klassischen Netzstaubsaugern messen. Die Technik war noch nicht so weit, als dass Miele seinen exzellenten Ruf als Premium-Marke für Staubsauger aufs Spiel setzen wollte.
Modellserie HX1 – Auftakt zur Aufholjagd auf Dyson & Co
Die erste Modellserie von 2019, der HX1, war (und ist es bis heute) daher auch gleichzeitig ein Signal an die Konkurrenz, dass Miele seinen guten Namen fortan selbstbewusst mit ins Rennen schickt. Angesiedelt im mittleren bis oberen Preissegment, ist der HX1 ein klares Statement für Qualität, hohen Bedienkomfort sowie für eine starke Saugleistung. Im Gegensatz zu vielen Akkusaugern aus dem unteren Preissegment, stellt der HX1 an sich den Anspruch, nicht nur als Zweitsauger für zwischendurch zu dienen, sondern auch einen Bodenstaubsauger ersetzen zu können.
Besonderheiten der HX1-Serie: flexibel montierbarer Motor
Augenfälligstes Merkmal der HX1-Serie ist die flexibel positionierbare Motoreinheit. Wenn Sie die Position oben am Stiel bevorzugen, fällt das Staubsaugen unter Möbeln wesentlich leichter. Und auch beim Saugen über Kopf, etwa um Spinnweben zu entfernen, ist diese Vorgehensweise empfehlenswert.
Bringen Sie dagegen die Motoreinheit unten am Stiel, direkt über der Bodendüse an, verändert sich dadurch der Schwerpunkt, mit der Folge, dass sich das Gerät bequemer über den Boden schieben lässt und stehend in eine Parkposition gebracht werden kann – ideal für die kleinen Pausen oder Unterbrechungen, die beim Staubsaugen meist unausweichlich sind.
Selbstverständlich lässt sich die Motoreinheit aber auch komplett abnehmen und als Handstaubsauger nutzen, um höher gelegene Stellen wie Möbel oder Regale gezielt abzusaugen (3-in-1-Konstruktion, mittlerweile fast Standard bei Akkustaubsaugern).
Komfort gepaart mit Nachhaltigkeit: ein weiteres Kennzeichen des Akkusaugers von Miele
Zu den weiteren Besonderheiten des HX1 zählt ferner der Akku. Als einer der ersten Hersteller setzt Miele auf einen Wechselakku. Das hat zwei Vorteile.
Zum einen können Sie dadurch die Laufzeit verdoppeln, sprich: Der HX1 eignet sich in diesem Fall nicht nur für Bodenflächen bis ca. 100-125 qm, sondern auch für wesentlich größere. Insgesamt stehen fast zwei Stunden Akku-Laufzeit zur Verfügung.
Gleichzeitig stellt ein Wechselakku einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit dar. Bei einem Staubsauger mit festeingebautem Akku müssen Sie das Gerät entsorgen, wenn der Akku ausfällt. Nicht so bei Miele – ein neuer Akku löst das Problem. Übrigens: Der Akku-Wechsel kommt ohne Zuhilfenahme von Werkzeug aus.
Der HX1 im Test: hohe Ansprüche nicht (ganz) erfüllt
Die Messlatte für Staubsauger setzt in Deutschland eindeutig die Stiftung Warentest – kein Fachmagazin, kein Institut nimmt die Testgeräte härter ran. Im Test von 2020 schneidet der Miele Triflex HX1 mit der Gesamtnote 2,9, im Test aus dem nachfolgenden Jahr die Pro-Version mit 2,7 ab. Diese Noten belegen zwar, dass der HX1 seine selbstgesetzten hohen Ansprüche nicht erfüllen kann – die namhafte Konkurrenz von v.a. Dyson, Bosch und Vorwerk ist ihm eine Nasenlänge voraus, insbesondere bei der Saugkraft.
Doch diese Benotung muss im Kontext des Testumfelds gesehen werden. Der Dyson V11 Absolute, Testsieger im Test von 2020, ist mit 2,4 nur eine halbe Note besser, der Vorwerk Kobold VT 30 0, Sieger im Test von 2021, 0,7 Notenpunkte. Anders gesagt: Auch wenn der Miele HX1 für die Stiftung Warentest nicht zu den Stars unter den Akku-Staubsaugern zählt, grenzt er sich doch deutlich von den klar schwächeren Modellen am Markt ab, gehört also unterm Strich immer noch zu den empfehlenswerten Akkustaubsaugern am Markt – und dies trifft vor allem dann zu, wenn Sie ein Akku-Modell als Ersatz für einen Netzstaubsauger suchen.
Leistungsboost bei der Saugkraft: das Nachfolgemodell HX2
Als hätte Miele sich diese Kritik an der Saugkraft des HX1 zu Herzen genommen, liefert der Hersteller seit Anfang 2022 das Nachfolgemodell HX2 aus – und zwar mit einem markanten Versprechen. Um bis zu 60% stärker sollen die Saugleistungen des Akkustaubsaugers im Vergleich zum Vorgänger sein. Die Stiftung Warentest hat bislang diese Ankündigung noch nicht geprüft, und auch vergleichbar gewichtige Tests liegen noch nicht vor. Bis es so weit ist, müssen sich also Miele-Fans (oder solche, die es werden wollen) noch etwas gedulden.
Weitere Unterschiede zur HX1-Serie, die augenfällig bzw. relevant sein könnten, sind dagegen nicht auszumachen. Nach wie vorher punkten die Geräte der HX2-Serie mit dem flexibel versetzbaren Motor und dem Wechselakku.
Typisch Miele: Konzentration auf überschaubares Angebot an Produktvarianten
Während Sie sich im Angebot an Produkten und Produktvarianten bei etlichen Herstellern kaum zurechtfinden können, erleichtert Ihnen Miele die Auswahl des passenden Modells. Und wie schon beim HX1 teilt sich die HX2-Serie in eine Handvoll Produktvarianten auf, die sich aber hauptsächlich in der Anzahl bzw. Art der Düsen voneinander unterscheiden. Herauszuheben ist dabei insbesondere die Version „Cat & Dog", die, wie der Name schon sagt, mit zusätzlichen motorisierten Düsen für die effektive Beseitigung von Tierhaaren ausgestattet ist. Aber auch Hausstauballergiker:innen können buchstäblich aufatmen: Die HX2-Serie verfügt einheitlich über einen HEPA-Filter, was bei der HX1-Serie nicht der Fall ist.
























