Vor- und Nachteile
Im Gegensatz zu einer Nassrasur, die das Haar knapp über der Hautoberfläche abschneidet, zupft ein Epiliergerät das Haar an der Wurzel aus. Das Ergebnis ist um einiges gründlicher als eine Rasur – die Haut fühlt sich spürbar glatter an – sowie nachhaltiger. Da die Wurzeln unbeschädigt bleiben, wachen die Haare zwar nach, jedoch erst nach etwa zwei bis vier Wochen. Zudem sind die nachwachsenden Haare feiner und die Haut weniger stoppelig. Auf Dauer angewendet, verringert sich durch das Epilieren sogar der Haarwuchs.
Außerdem besteht bei einem Epiliergerät im Gegensatz zu einer Nassrasur nicht die Gefahr einer Schnittverletzung. Bei einer sachgemäßen Anwendung – Gerät im rechten Winkel zur Haut angelegen, Haut mit den Fingern straffen, langsame, kreisende Bewegungen – ist das Verletzungsrisiko durch die rotierenden Pinzetten/Metallscheiben (eingeklemmte Haut) insgesamt gering. Trotzdem kommt es vor, dass Haare einwachsen und sich entzünden, besonders an empfindlichen Körperstellen.
Der größte Nachteil der Epilation ist in erster Linie natürlich die von vielen als sehr schmerzhaft empfundene Prozedur des Auszupfens selbst. Epilierer werden daher hauptsächlich für die Beinrasur empfohlen. Im Gesicht, unter den Achseln oder im Bereich der Bikinizone beziehungsweise für eine Intimrasur eignen sich die Geräte nur, wenn das Schmerzempfinden gegen null tendiert. Tendenziell bevorzugen die meisten Frauen/Männer für diese Körperregionen eher die klassische Nassrasur.
Ein weiterer Nachteil ist die unvermeidliche Reizung sowie Rötung der Haut, die jedoch nach einigen Stunden von selbst wieder abklingen. Sie tritt insbesondere bei blasser Haut (also zum Beispiel im Winter) oder bei heller Haut auf. Ist die Haut sehr empfindlich, kann es sogar generell ratsam sein, einen Lady Shaver zur Hand zu nehmen und auf das Epilieren ganz zu verzichten. Lady Shaver sind elektrische Rasierapparate, die das Haar mit rotierenden Klingen abschneiden und nicht auszupfen. Sie sind in der Regel gründlicher als eine Nassrasur, jedoch nicht so effizient wie eine Epilation.
Das Epilieren ist zeitaufwendig, da immer nur eine relativ kleine Hautfläche behandelt wird, und erfordert außerdem eine gewisse Vorbereitung. So sollte die Haut zum Beispiel einige Stunden vor der Epilation nicht mehr eingecremt werden. Einige Experten raten sogar zu einem Vollbad, damit die Haut weicher wird und sich die Haare leichter entfernen lassen.
Das Gros der Epilierer ist ziemlich laut – als wollten die Geräte beweisen, dass sie ihrer Arbeit besonders gründlich nachgehen. Es empfiehlt sich also vor dem Kauf ein Lärmtest. Aus dem Grad an Aufmerksamkeit, den das Gerät dabei im Geschäft erregt, lässt sich hochrechnen, wie schnell der Epilierer während der gut 20 bis 30 Minuten dauernden Enthaarung auf die Nerven gehen wird.