Das Wichtigste auf einen Blick:
- Terroir beeinflusst den Geschmack stärker als die Bohnenart
- Robusta-Anteil in Espresso erzeugt bessere Crema
- Klimawandel bedroht vor allem Arabica-Anbauflächen
- Single Origin vs. Blend: Reinheit gegen Konstanz
Angesichts der zahlreichen Kaffeesorten im Handel könnte man meinen, es gäbe ebenso viele verschiedene Bohnenarten. Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall. Die vielfältigen Geschmacksnuancen resultieren vor allem aus der Zubereitungsart und insbesondere der Röstung der Bohnen. Wirtschaftlich bedeutsam sind im Wesentlichen zwei Hauptkaffeearten: Arabica und Robusta. Beide zusammen decken rund 96 bis 99 Prozent der weltweiten Kaffeeproduktion ab.
Arabica: Die aromatische Weltmarktführerin
Arabica stellt die wirtschaftlich wichtigste Kaffeeart dar. Etwa 60 bis 70 Prozent der globalen Produktion entfallen auf diese Pflanze. Ursprünglich aus Äthiopien stammend, wird Arabica heute in verschiedenen tropischen und subtropischen Regionen wie Südamerika sowie Zentral- und Ostafrika kultiviert. Sie wächst bevorzugt in höheren Lagen ab etwa 900 Metern und ist empfindlicher als Robusta, entwickelt dafür aber ein breiteres und komplexeres Aromenprofil – von fruchtig-floral bis schokoladig-nussig. Arabica enthält mit rund 1 bis 1,5 Prozent deutlich weniger Koffein als Robusta, weshalb seine belebende Wirkung milder ausfällt.
Robusta: Kräftig, robust und koffeinreich
Robusta gilt als die robustere der beiden Arten. Sie wächst in tieferen Lagen, verträgt höhere Temperaturen sowie größere Temperaturschwankungen und ist resistenter gegen Schädlinge. Robusta macht derzeit rund 30 bis 40 Prozent der Weltproduktion aus und wird vor allem in Westafrika, Indien sowie Südostasien – insbesondere Vietnam – angebaut. Geschmacklich wird Robusta oft als kräftig und erdig beschrieben; der höhere Koffeingehalt von bis zu 4,5 Prozent sorgt für eine ausgeprägte belebende Wirkung. Robusta-Bohnen sind kleiner und runder als Arabica-Bohnen und lassen sich optisch anhand ihres geraden Einschnitts erkennen, während Arabica einen gewellten Schnitt aufweist. In Espressomischungen sorgt Robusta zudem für eine stabile, cremige Crema.
Excelsa: Die seltene Rarität aus Zentralafrika
Eine in Deutschland sehr seltene Ausnahme bildet die Bohnenart Excelsa, die nur in wenigen Kaffee-Sorten erhältlich ist. Botanisch gesehen handelt es sich bei Excelsa (Coffea liberica var. dewevrei) um eine Varietät der Kaffeeart Liberica – im Handel und unter Kaffeeliebhabern wird sie jedoch nach wie vor häufig als eigene Sorte geführt. Die Excelsa-Pflanze wurde 1904 am Tschadsee in Zentralafrika entdeckt und wird heute vor allem im Tschad, aber auch zunehmend in Teilen Südostasiens wie Vietnam angebaut. Sie zeichnet sich durch einen besonders kräftigen Wuchs aus und gedeiht auch auf trockenen und kargen Böden. Ihr Anteil am Weltmarkt liegt bei etwa einem Prozent. Geschmacklich wird Excelsa oft als fruchtig-herb mit erdigen Untertönen beschrieben – komplex und für manche gewöhnungsbedürftig, jedoch ohne den für Robusta typischen muffigen Beigeschmack. In der Fachszene wächst das Interesse an Excelsa als klimaresistente Alternative, da die Pflanze mit Hitze und geringen Niederschlägen besser zurechtkommt als Arabica oder Robusta.
Tipp: Frisch mahlen für das beste Aroma
Das intensivste Aroma entfalten Sie, wenn Sie Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen zubereiten. Kaffeevollautomaten erledigen das Mahlen meist automatisch während der Zubereitung. Siebträgermaschinen und Filter-Kaffeemaschinen befüllen Sie dagegen im Normalfall mit bereits gemahlenem oder frisch gemahlenem Kaffeepulver. Welche Kaffeemühle sich für Ihre Bedürfnisse am besten eignet, erfahren Sie hier.





















