Die bes­ten Herde Test

Ein Herd kombiniert Kochfeld und Backofen in einem Gerät. Dabei haben Sie die Wahl zwischen Gas und Elektro sowie Einbau- oder freistehendem Modell.
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Ratgeber: Küchenherde

Induk­tion vs. Glas­ke­ra­mik­feld

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Sparen sehr viel Energie
  • Flexible Kochzonen und Boost-Funktion werden Standard
  • Nicht jedes Kochgeschirr eignet sich für Induktion
  • Glaskeramik weniger störanfällig

Induktionskochfelder sind heute keine Nischenprodukte mehr, sondern der neue Standard im Küchenbereich. Doch lohnt sich der Umstieg wirklich oder handelt es sich nur um geschicktes Marketing? Wodurch heben sich moderne Induktionskochfelder von den herkömmlichen Glaskeramikfeldern ab? Tatsächlich bringen beide Varianten unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich – das ist oft so im Leben.

Induktionskochen spart Energie – und zwar deutlich

Zuerst sollte ein verbreitetes Missverständnis korrigiert werden: Der Energievorteil von Induktionskochfeldern gegenüber Glaskeramikkochfeldern ist größer als häufig dargestellt. Aktuelle Messungen und Vergleichstests zeigen, dass Induktionskochfelder einen Wirkungsgrad von rund 80 bis 90 Prozent erreichen, während Glaskeramikkochfelder bei etwa 60 bis 70 Prozent liegen – ein Unterschied von bis zu 20 bis 30 Prozent. Das spiegelt sich auch im Jahresverbrauch wider: Laut Stiftung Warentest verbraucht ein Induktionskochfeld im Schnitt 290 bis 340 kWh pro Jahr, ein vergleichbares Glaskeramikfeld dagegen 360 bis 430 kWh. Bei aktuellen Strompreisen ergibt das eine reale jährliche Ersparnis von 25 bis über 50 Euro. Bei Induktionsherden wird nur das Kochgeschirr erhitzt – also Induktionskochtöpfe und induktionsgeeignete Pfannen –, wodurch Wärmeverluste an die Raumluft minimiert werden. Hinzu kommt die deutlich schnellere Aufheizzeit: 1,5 Liter Wasser sind auf Induktion in rund sechs Minuten heiß – auf Glaskeramik dauert es sieben bis zehn Minuten.

Der Komfort-Vorteil steht im Vordergrund

Der klare Pluspunkt von Induktionskochfeldern liegt in ihrer Funktionsweise. Wie erwähnt, wird nur das Kochgeschirr erhitzt, indem die magnetischen Felder mit dem ferromagnetischen Boden des Geschirrs reagieren. Dadurch lässt sich das Kochgeschirr schneller erhitzen und auch die Kochplatte selbst kühlt nach dem Kochen deutlich rascher ab, da sie lediglich indirekt durch den aufgeheizten Topfboden erwärmt wird. Zudem sorgt eine eingebaute Topferkennung dafür, dass sich das Magnetfeld automatisch abschaltet, sobald der Topf entfernt wird – und erst wieder aktiviert, wenn der Topf zurück auf das Kochfeld gestellt wird.

Moderne Induktionskochfelder bieten darüber hinaus zunehmend flexible Kochzonen (auch Flex-Induktion oder Freie-Platzwahl-Induction), bei denen Töpfe und Pfannen beliebig auf der gesamten Kochfläche platziert werden können. Einige Modelle verfügen außerdem über eine Boost-Funktion, die kurzfristig die gesamte verfügbare Leistung auf eine Kochstelle konzentriert und so die Aufheizzeit nochmals verkürzt. Auch eine kochfeldbasierte Haubensteuerung (z. B. Hob²Hood) ist inzwischen bei vielen Herstellern erhältlich: Das Kochfeld steuert dabei automatisch den Dunstabzug je nach Kochintensität.

Meistens wird neues Kochgeschirr benötigt

Das ist zweifellos komfortabler, als bei einem Glaskeramikfeld jedes Mal den Regler bedienen zu müssen. Doch egal ob diese Funktion greift oder nicht: Solange kein Topf auf dem Kochfeld steht, bleibt es bei Induktion kalt. Das ist besonders für Haushalte mit Kindern von Vorteil, da so Verbrennungsgefahren durch spielerische Berührungen des Herdes reduziert werden. Allerdings bringt der Kauf eines Induktionskochfeldes meist die Notwendigkeit mit sich, auch neues Kochgeschirr anzuschaffen. Töpfe aus Kupfer, Glas, Aluminium oder nicht-magnetischem Edelstahl funktionieren ohne Adapterplatte nicht; diese leiten zwar die elektromagnetischen Impulse weiter, verursachen dabei aber Energieverluste. Am besten geeignet ist vollständig ferromagnetisches Kochgeschirr. Ein einfacher Test: Bleibt ein Magnet am Topfboden haften, ist das Geschirr für Induktion geeignet.

Glaskeramikfelder sind weniger störanfällig

Glaskeramikkochfelder lassen sich dagegen mit jeder Art von Kochgeschirr verwenden, solange der Topfboden glatt aufliegt. Zudem arbeiten sie wesentlich leiser – ein Kritikpunkt, der auch im Stiftung-Warentest-Test der Induktionskochfelder aus dem Oktober 2025 erneut auftauchte: Lauter Lüfter und Signaltöne wurden bei mehreren Geräten beanstandet. Die Elektronik bei Induktionskochfeldern ist komplexer und damit im Reparaturfall aufwändiger: Defekte erfordern häufig den Austausch ganzer Platinen, was kostspielig sein kann. Glaskeramikfelder hingegen gehen in der Regel nur gelegentlich durch Ausfall von einfachen Komponenten wie Schaltern oder Thermostaten kaputt.

Glaskeramik oder Ceran – wo genau liegt der Unterschied?

Ceran ist ein von der deutschen Firma Schott entwickelter Markenname. Dahinter steckt eine hoch hitzebeständige Glaskeramik, die Wärme gut verteilt. Im Alltag werden Ceran und Glaskeramik oft synonym verwendet, ähnlich wie Tempo bei Papiertaschentüchern oder UHU für Klebstoff. Glaskeramik generell kommt häufig bei Warmhalteplatten, Kochfeldern oder als scheibenartige Glasoberflächen in Backöfen zum Einsatz.


Backofen reinigen: Ein Überblick zu den verschiedenen Selbstreinigungstechniken

Die Reinigung des Backofens gilt als unangenehme Aufgabe, der viele moderne, meist höherpreisige Backöfen mit speziellen Reinigungssystemen entgegenwirken. Doch ganz ohne eigenen Aufwand kommt man bei keinem dieser Systeme aus.

Backöfen mit Emaillebeschichtung besitzen besonders glatte Innenwände, an denen Schmutz schwer haften bleibt. Diese Oberfläche ist jedoch empfindlich – ein aggressiver Schwamm oder Scheuermittel darf auf keinen Fall verwendet werden, da sie die Beschichtung beschädigen. Zu erkennen sind Backöfen mit solch glatter Emaille z. B. anhand von Bezeichnungen wie ActivEmail, PerfectClean, EcoEmail, GlanzEmail, SuperClean oder LongClean-Email.

Backöfen mit katalytischer Selbstreinigung verfügen ebenfalls über Emaille-Innenwände, die allerdings mit speziellen Partikeln angereichert sind. Diese zersetzen Verschmutzungen und wandeln sie in Kohlendioxid und Wasserdampf um – bereits während des Backvorgangs. Allerdings sind auch diese Oberflächen empfindlich und können bei falscher Pflege schnell beschädigt werden.

Die pyrolytische Selbstreinigung funktioniert anders: Hier wird ein spezielles Reinigungsprogramm gestartet, bei dem der Backofen auf etwa 500 Grad erhitzt wird. So verbrennen die Schmutzreste zu Asche und können anschließend leicht entfernt werden. Dieser Vorgang nimmt je nach Verschmutzungsgrad etwa zwei bis drei Stunden in Anspruch. Allerdings verursacht dieses Verfahren zusätzlichen Stromverbrauch, was sich negativ auf die Energieeffizienz auswirkt. Zudem sind Geräte mit pyrolytischer Reinigung in der Regel teurer in der Anschaffung.

Eine inzwischen weit verbreitete vierte Methode ist die hydrolytische Reinigung (auch Dampfreinigung oder je nach Hersteller AquaClean, EasyClean oder activeClean genannt). Dabei gibt man nach dem Backen eine kleine Menge Wasser – teils mit einem Tropfen Spülmittel – in den Garraum oder auf das Backblech und startet das Programm. Der Ofen erhitzt sich auf ca. 50 bis 70 Grad, der entstehende Wasserdampf weicht Fett- und Speisereste in rund 30 Minuten auf, die anschließend einfach abgewischt werden können. Die hydrolytische Reinigung ist besonders energieschonend und umweltfreundlich, eignet sich jedoch nur für leichtere bis mittlere Verschmutzungen – bei starken Verkrustungen stößt sie an ihre Grenzen.

von Janko Weßlowsky

Redaktionsleiter – bei Testberichte.de seit 2007.

Bau­ar­ten und Typen

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Freistehende Herde sind flexibel aufstellbar
  • Herd-Sets sind Kombinationsgeräte für Küchenzeilen und Einbauküchen
  • Einbauherde brauchen kompatible Kochfelder, um als Einheit zu funktionieren

Kleine Geschichte der Küchenherde

Herde als Kochstellen der Menschen haben eine Geschichte, die mehrere zehntausend Jahre zurückreicht. Im Begriff steckt das Wort „Erde“ und tatsächlich waren die ersten Herde nichts anderes, als Feuerstellen in der Erde bzw. in Erdmulden, mit denen einfachste Speisen erhitzt wurden. Über viele Etappen wurden diese Kochstellen im Laufe der Jahrtausende immer weiterentwickelt. Im 18. Jahrhundert schließlich wurden die ersten komplett geschlossenen Kochherde entwickelt, die, meist ummauert, sowohl über einen geschlossenen Garraum, also einen Backofen, als auch darüber über eiserne Herdplatten verfügten, auf die Kessel oder Töpfe gestellt werden konnten. Die Hitze wurde durch Befeuerung mit Holz oder auch Steinkohle erzeugt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen die aus Metall gebauten Gasherde auf, deren Einsatz aber wegen der notwendigen Gasnetze auf städtische Gebiete beschränkt blieb. Schließlich wurde auf der Weltausstellung in Chicago im Jahr 1893 der erste Elektroherd vorgestellt. In Deutschland haben die Elektroherde nach dem Zweiten Weltkrieg die Märkte erobert und nach und nach die Gasherde verdrängt. Gasherde haben aber auch heute noch ihre Anhänger, doch kommen immer weniger neue Produkte in den Handel.

Freistehender Elektroherd mit Backofen und Glaskeramik-Kochfeld Beispiel für einen freistehenden Elektroherd: Bosch HKR39C250(Bildquelle: https://www.bosch-home.com/de)

Was versteht man heute unter einem Herd?

Der Begriff wird mitunter für unterschiedliche Gerätetypen benutzt. So stößt man im Internet etwa auf den Begriff „Mikrowellenherd“, wenn es um kompakte Mikrowellengeräte geht. Die wiederum auch als Mikrowellenofen bezeichnet werden, weil sie einen geschlossenen Garraum haben.

Als Herd wird fachlich und im Handel indes ein Kombinationsgerät bezeichnet, das aus einem Kochfeld und einem Backofen besteht. Dabei bilden beide Geräte sowohl in der Anschlusstechnik als auch in der Steuerungs- und Bedientechnik eine funktionale Einheit. Auch die Bedienelemente des Kochfeldes sind im Backofen untergebracht.

Keine Herde im begrifflichen Sinne sind dagegen autarke Kochfelder oder auch autarke Einbaubacköfen. Sie haben jeweils eine völlig selbständige Anschlusstechnik und eigene Bedienelemente. Und sie können unabhängig voneinander an ganz unterschiedlichen Stellen einer Küche eingebaut werden. Das eröffnet viele Freiheiten und Gestaltungsspielräume bei der Kücheneinrichtung. Viele Hersteller bauen ihre Spitzentechnologien für die Nutzung, Bedienung und Komfort zunächst meist nur in die autarken Modelle bei den Kochfeldern und Einbau-Backöfen ein, die dann auch entsprechend hochpreisig in den Handel kommen.

Welche Bauarten von Herden gibt es?

Freistehende Herde sind als traditionellste Bauweise in sich geschlossene Geräte mit einem Gehäuse. Darin sind der Backofen und darüber das Kochfeld eingebaut. Je nach Hersteller und Modell ist unter dem Backofen noch eine Schublade zur Lagerung von Blechen und Rosten integriert. Die meisten Standherde sind 60 cm breit, 60 cm tief und 85 cm hoch. Es gibt auch schmalere Modelle mit 50 cm Breite. Der Vorteil von Standherden ist, dass sie flexibel aufstellbar sind, sofern ein ausreichender Stromanschluss am jeweiligen Standort verfügbar ist. Allerdings sind sie durch die Entwicklung der Einbauküchen mit ihren Designs und der passgenauen Integration in die jeweilige Umgebung etwas aus der Mode gekommen. Es gibt zwar nach wie vor viele Standherde im Handel. Allerdings werden sie von den Herstellern etwas stiefmütterlich behandelt: Modernste Features und Technologien findet man bei den freistehenden Herden kaum, diese sind meist den Herdsets und den autarken Geräten vorbehalten.

Beispiel für ein Herd-Set zum Einbau in eine Küchenzeile Beispiel für ein Herd-Set zum Einbau in eine Küchenzeile: Siemens EQ211KA00 iQ300(Bildquellen: www.siemens-home.bsh-group.com/de; www.amazon.de)

Die Herd-Sets bestehen ebenfalls aus einem Backofen und einem Kochfeld, die technisch und funktional eine Einheit bilden. Die Steuerungstechnik und Bedienelemente des Kochfeldes sind im Backofen untergebracht. Zwar sind Backofen und Kochfeld zunächst getrennte Geräte. Das hängt mit der Struktur der Einbauküchenzeilen zusammen. Der Backofen wird unter die Arbeitsplatte gesetzt. Darüber ist der passende Ausschnitt in der Küchenarbeitsplatte für das Kochfeld, das dort eingesetzt wird. Dann werden Kochfeld und Backofen verbunden und angeschlossen. Optisch verschmelzen sie mit der sie umgebenden Einbauküche. Bei Technik, Ausstattung und Komfort ist die Bandbreite enorm groß und das spiegelt sich auch in der Preisspanne wieder. Einfache Herd-Sets gibt es ab etwa 300 Euro.

Schließlich gibt es noch die sogenannten Einbauherde. Der Begriff wird missverständlich genutzt. Gemeint sind damit Backöfen, die als Kombinationsgerät konstruiert sind und die über die Bedienelemente und Steuerungstechnik für ein Kochfeld verfügen. Aber: Das notwendige Kochfeld ist nicht dabei. Trotzdem werden diese Einbauherde gehandelt. Zum  Beispiel als Ersatzgeräte, wenn in einem Herd-Set der Backofen einen irreparablen Schaden hat. Es kann auch vorkommen, dass die Hersteller für solche Einbauherde passende Kochfelder separat anbieten. Dabei ist ganz entscheidend, dass zu solchen Einbauherden nur Kochfelder passen, die der jeweilige Hersteller ausdrücklich für kompatibel erklärt. Es ist sehr ratsam, das im jeweiligen Einzelfall mit einem Fachhändler direkt zu klären.

Und was sagen die Fachmagazine?

Die schweigen sich leider sowohl zu Standherden als auch den Herd-Sets aus. Professionelle Vergleichstests gibt es nicht. Von daher bleibt nur, soweit es sie gibt, Anwender-Meinungen als Anhaltspunkt für die Qualität der Geräte heranzuziehen. Oder aber eben die Angaben der Hersteller in den Produktdatenblättern zu den eingesetzten Technologien und Ausstattungen.

von Werner Schuwirth

Fachredakteur - bei Testberichte.de seit 2015.

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