Das Wichtigste auf einen Blick:
- Mittig zwischen den Frontlautsprechern, ober- oder unterhalb des Bildschirms
- Zuständig für Dialoge, Gesang und bildmittige Effekte
- Idealerweise aus der gleichen Lautsprecherserie wie die Frontboxen
- AV-Receiver messen Abstände und Pegel automatisch ein
- Auch in Dolby-Atmos-Setups unverzichtbar für Sprachverständlichkeit
Der Triangle Borea BRC1 ist ein passiver 2-Wege-Center-Lautsprecher im skandinavischen Design – für klare Dialoge und harmonischen Klang im Heimkino-Verbund mit anderen Borea-Lautsprechern. (Bildquelle: amazon.de)
Ein hochwertiger Fernseher allein reicht nicht aus: Da Bild und Ton untrennbar zusammengehören, setzen viele Filmliebhaber auf ein Mehrkanal-Audiosystem. Besonders entscheidend für den Klang eines solchen Systems ist der Center-Lautsprecher. Diese Box, die entweder ober- oder unterhalb des Bildschirms ihren Platz findet, gibt Sprache und Gesang wieder, aber auch monophone Klänge und musikalische Elemente, die gezielt als akustischer Mittelpunkt definiert sind.
Der Klang kommt aus der richtigen Richtung
Ein typisches 5.1-Surround-System, das eine räumliche und realistische Klangkulisse schaffen soll, besteht aus zwei Frontlautsprechern, zwei Rear-Lautsprechern, einem Center und einem Subwoofer. Über den mittleren Kanal werden einzig und allein Signale übertragen, deren Quelle im Bild zu sehen ist. Der Center gewährleistet somit, dass Stimmen und Gesang genau aus der Bildmitte wahrgenommen werden. Außerdem gibt er monophone Effekte wieder, beispielsweise Geräusche von Objekten, die sich von einer Seite zur anderen bewegen – alles, was man im zentralen Bildbereich optisch wahrnimmt. Die Frontlautsprecher sollten in einem Bogen um den Hörplatz angeordnet werden, das heißt: Der Center steht etwas weiter hinten als die linken und rechten Frontlautsprecher, sodass alle Lautsprecher gleich weit vom Hörplatz entfernt sind. Unterschiede in der Laufzeit wirken sich negativ auf die Klangtreue aus. Falls sich kein Bogen realisieren lässt, bieten viele AV-Receiver die Möglichkeit, den mittleren Kanal durch ein sogenanntes Center-Delay zeitlich zu verzögern. Moderne Geräte besitzen oft automatische Einmessverfahren wie Audyssey, YPAO oder MCACC, die Abstände, Laufzeiten und Lautstärken aller Lautsprecher selbstständig erfassen und anpassen – das erleichtert die Einrichtung erheblich im Vergleich zur manuellen Justierung.
Der Klipsch R-50C setzt auf die hauseigene Tractrix-Horntechnologie für präzise Klangabstrahlung und kristallklare Dialoge – ein empfehlenswerter Center-Lautsprecher für anspruchsvolle Heimkino-Setups. (Bildquelle: amazon.de)
Optimale Platzierung der Center-Box
Meist ist der Kopf eines Schauspielers in der oberen Bildhälfte zu sehen – an dieser Stelle sollte der Center idealerweise positioniert sein. Optimal ist zudem, wenn die Box auf gleicher Höhe mit den Hochtönern der linken und rechten Frontlautsprecher liegt. Ein zu großer Höhenversatz verursacht bei horizontal wandernden Geräuschen störende Läufeffekte. Kommt ein Beamer zum Einsatz, kann der Center hinter der Leinwand platziert werden. Bei Flachbildfernsehern hat man die Wahl: Steht der Center unter dem Fernseher – was üblich ist –, ist der Abstand zur Schallquelle größer, und zudem liegt der Lautsprecher nicht auf Höhe der Hochtöner der Hauptlautsprecher. Eine akustisch bessere, wenngleich weniger elegante Lösung ist die Positionierung direkt oberhalb des Bildschirms. Neben dem richtigen Standort ist auch die Qualität des Centers entscheidend: Die Box sollte ein gleichmäßiges Rundstrahlverhalten bieten, damit sie aus verschiedenen Hörpositionen neutral klingt. Zudem sollte ihre Leistung vergleichbar mit der der linken und rechten Frontlautsprecher sein. Hochwertige Systeme verwenden für alle drei Frontlautsprecher die gleichen Chassis.Vom 5.1-System zu Dolby Atmos: Klang in der dritten Dimension
Das klassische 5.1-Setup bildet weiterhin die Grundlage vieler Heimkinoanlagen – doch die moderne Referenz ist Dolby Atmos. Dieses System erweitert das Surround-Erlebnis um eine vertikale Klangebene: Zusätzlich installierte Deckenlautsprecher oder spezielle Module auf den Frontlautsprechern, die Schall über Reflexionen nach oben abgeben, erzeugen ein Hörerlebnis von oben. So klingt beispielsweise ein Hubschrauber, als würde er realistisch über den Kopf hinweg fliegen. Übliche Aufstellungen sind 5.1.2 (zwei Höhenlautsprecher), 5.1.4 oder 7.1.4 – die dritte Zahl bezeichnet die Anzahl der Höhenkanäle. Der Center-Lautsprecher bleibt auch bei Dolby-Atmos-Systemen das Herzstück für Sprache und Dialoge und behält somit seine zentrale Rolle. Nahezu alle aktuellen AV-Receiver ab der Einsteigerklasse unterstützen Dolby Atmos; empfohlen wird mindestens ein 5.1.2-Setup mit zwei Höhenlautsprechern.Hinweis: Wer keinen kompletten Mehrkanalverbund mit einzelnen Lautsprechern aufbauen kann oder möchte, findet in modernen Soundbars eine kompakte Alternative. Hochwertige Geräte imitieren Surround-Sound und unterstützen Dolby Atmos – zum Teil mit echten Rear-Lautsprechern und einem Subwoofer als Erweiterung. Der Center-Kanal ist hierbei meist direkt in der Soundbar integriert.


